Drucksache - 1122/XX  

 
 
Betreff: Stelle einer/eines Antidiskriminierungsbeauftragten einrichten
Status:öffentlich  
 Ursprungaktuell
Initiator:Bündnis'90/Die GrünenBündnis'90/Die Grünen
Verfasser:Ahmadi / Gellert 
Drucksache-Art:AntragAntrag
Beratungsfolge:
Bezirksverordnetenversammlung Entscheidung
23.01.2019 
Öffentliche Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Spandau von Berlin      
Schule und Inklusion Mitberatung
27.03.2019 
Öffentliche Sitzung des Ausschusses für Schule und Inklusion ohne Änderungen im Ausschuss beschlossen     
Haushalt, Personal, Rechnungsprüfung und Beauftragte Vorberatung

Sachverhalt
Anlage/n
Anlagen:
Antrag Bündnis'90/Die Grünen vom 14.01.2019

 

Das Bezirksamt wird beauftragt, mindestens eine unabhängige Stelle der/des Antidiskriminierungsbeauftragten (ADB) für die Schulen in Spandau zu errichten. Sie oder er soll das Qualitäts- und Beschwerdemanagement um eine dezidierte Anlauf- und Fachstelle bei Diskriminierungen ergänzen. Ziel dabei soll sein - über die Einzelfallbearbeitung in Erst- und Verweisberatung hinaus - eine systematische und einheitliche Erfassung der Vorfälle zur Ermöglichung strukturellen Handelns. Die oder der ADB des Bezirks soll in enger Absprache mit der Antidiskriminierungsbeauftragten des Landes arbeiten.

 

Mit u.a. folgenden Aufgaben soll der/die ADB betraut werden:

 

  • Entgegennahme und Dokumentation von Meldungen (auch anonymisiert) über Diskriminierungen in Schulen in Spandau (Grundsätzlich soll gelten: Vertrauensschutz, Schweigepflicht, Datenschutz r Beschwerdeführende bzw. Betroffene)

 

  • Beratung von Meldenden (nach den Standards des Antidiskriminierungsverbandes [advd]) in Erst- und Verweisberatung und Aushandlung von möglichen Lösungen mit den Beteiligten,

 

  • Gespräche zur Aufklärung, Beratung, Intervention und Prävention mit einzelnen Lehrkräften, Schulleitungen, Schulaufsicht, Eltern, Schüler/-innen usw.

 

  • Begleitung von Schulen in Aufarbeitung, Intervention, Prävention bei Diskriminierungsfällen

 

  • (Weiter-)Entwicklung von Untersuchungsparametern von Beschwerden über Diskriminierungen und Umgang mit Beschwerden auf Grundlage des AGG/EU-Antirassismusrichtlinie

 

  • Ermittlung und Dokumentation von Diskriminierungen in kommunikativen Praxen, Prozessen, Dokumenten und Strukturen innerhalb der bezirklichen Verwaltung und in enger Zusammenarbeit mit der ADB der SenBJF (fallübergreifende Arbeit) und assoziierten Strukturen

 

  • Nachsteuerung nach Diskriminierungen an Schulen im Sinne der Nachhaltigkeit und Qualitätssicherung

 

  • Kommunikation, Vernetzung und Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Akteur/-innen aus dem Bereich Diskriminierungen in Schule

 

  • Qualitätssicherung durch regelmäßige Fortbildung und Supervision

 

  • Verfassen eines jährlichen Berichts und Handlungsempfehlungen an das Bezirksamt.

 


 

Begründung:

 

Laut der Schriftlichen Anfrage im Abgeordnetenhaus „Diskriminierung von Schüler/-innen an Berliner Schulen“ finden nach wie vor Diskriminierungen an Berliner Schulen statt (Drucksache 18/16794). Für eine bessere Dokumentation, eine niedrigschwellige Beschwerdemöglichkeit und die Ermutigung insbesondere von Schüler/-innen, die Diskriminierungserfahrung machen, ist es elementar, im Bezirk über die ADB des Bezirkes eine Beschwerdestelle einzurichten, damit die Schüler/-innen über kurzen Weg vertrauensvoll über ihre Erfahrungen sprechen und ggf. entsprechende Maßnahmen und Sanktionen gegen Diskriminierungsvorfälle an Schulen ergriffen werden können.

 

 
 

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