Drucksache - 1633/XX  

 
 
Betreff: Sensibilisierungstrainings für Schulleitungen, Lehrkräfte und das pädagogische Personal
Status:öffentlich  
 Ursprungaktuell
Initiator:Bündnis'90/Die GrünenBündnis'90/Die Grünen
Verfasser:Ahmadi / Gellert 
Drucksache-Art:AntragAntrag
Beratungsfolge:
Bezirksverordnetenversammlung Entscheidung
26.02.2020 
Öffentliche Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Spandau von Berlin      
Schule und Inklusion

Sachverhalt

Das Bezirksamt wird beauftragt, in enger Kooperation mit dem Schulpsychologischen und Inklusionspädagogischen Beratungs- und Unterstützungszentrum (SIBUZ) und den Schulen, mit denen das SIBUZ seit 01.08.2017 verbindliche Kooperationen unterhält, unter Einschluss von Fortbildner*innen (wie Eine Welt der Vielfalt e.V., Phoenix e.V., Fachstelle Kinderwelten für Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung“, usw.) bei den zuständigen Stellen Sensibilisierungstrainings für Schulleitungen, Lehrkräfte und das pädagogische Personal anzuregen.

 

Diese Trainings sollen 

 

-          unter Berücksichtigung der Vielfalt in den Spandauer Schulklassen eine diversitätssensible und diversitätswertschätzende Kultur schaffen,

-          den Schüler*innen eine gerechte Bildungsteilhabe ermöglichen,

-          die Schüler*innen zur Umsetzung ihrer persönlichen Bildungsziele befähigen,

-          den Schüler*innen die Möglichkeit bieten, demokratische Prozesse im Schulalltag selbst zu gestalten,

-          Diskriminierung seitens des Lehrpersonals gegenüber Schüler*innen sowie der Schüler*innen untereinander abzubauen und

-          Mobbing und Beleidigungen unter den Schüler*innen verhindern beziehungsweise professionell und effektiv adressieren.

 

Begründung

Bildung ist der Schlüssel zur Teilhabe in allen gesellschaftlichen Bereichen (Arbeit, Politik, Kultur, weitergehender Bildung usw.). Insbesondere an Schulen ist es sehr wichtig, dass Diskriminierungen weitestgehend abgebaut beziehungsweise verhindert werden. Davon sind die Schulen aktuell leider noch weit entfernt: Schüler*innen beispielsweise mit Fluchterfahrungen, die keine akademischen Eltern haben, die aus ökonomisch schwächeren Verhältnissen kommen, die beispielsweise muslimisch oder jüdisch sind, die Kopftuch tragen, die nicht weiß sind, deren Eltern migriert sind, die trans- oder homosexuell sind oder die eine Beeinträchtigung jedweder Art haben, usw. (die Aufzählung ist nicht abschließend), erfahren leider nach wie vor Barrieren und Einschränkungen im Bildungssystem. Für einen erfolgreichen Bildungsweg spielt es keine Rolle, ob die Diskriminierung zum Beispiel durch Mobbing seitens der Lehrer*innen oder seitens der Schüler*innen geschieht. Wenn Individuen nicht wertgeschätzt, degradiert oder gemobbt werden, hat dies in der Regel einen negativen Einfluss auf die persönliche Entwicklung und Schulleistungen.

 

Es gibt beispielsweise bereits sogenannte Krisenteams, die im Falle von Gewaltvorllen innerhalb von 24 Stunden den Schulen zur Seite stehen. Das Ziel der gegenständlichen Sensibilisierungstrainings ist es vor allem, solche Gewaltvorfälle zu verhindern, indem ein weitgehend diskriminierungsfreies Klima in den Schulen erreicht und Teilhabeprozesse für alle Schüler*innen weitreichend ermöglicht wird, sodass Gewalt als eine Handlungsoption erst gar nicht in Betracht gezogen wird. Daher sollten die jeweiligen Fachkräfte in Spandau entsprechend fortgebildet werden.

 
 

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