Drucksache - VIII-0702  

 
 
Betreff: Angemessene Würdigung durch gartengestalterische Aufwertung - Wiederbelebung des Lenné-Meyer-Denkmals
Status:öffentlich  
 Ursprungaktuell
Initiator:Fraktion der SPDAusschuss für Stadtentwicklung und Grünanlagen
   
Drucksache-Art:AntragBeschlussempfehlung
Beratungsfolge:
Bezirksverordnetenversammlung Pankow von Berlin
16.01.2019 
21. ordentliche Tagung der Bezirksverordnetenversammlung Pankow von Berlin überwiesen   
Ausschuss für Weiterbildung, Kultur und Städtepartnerschaften mitberatender Ausschuss
24.01.2019 
Öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Weiterbildung, Kultur und Städtepartnerschaften ohne Änderungen im Ausschuss beschlossen   
Ausschuss für Stadtentwicklung und Grünanlagen federführender Ausschuss
26.03.2019 
Öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Grünanlagen ohne Änderungen im Ausschuss beschlossen   
Bezirksverordnetenversammlung Pankow von Berlin
15.05.2019 
24. ordentliche Tagung der Bezirksverordnetenversammlung Pankow von Berlin ohne Änderungen in der BVV beschlossen     

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Anlagen:
Antrag SPD 21. BVV am 16.01.19
Stellungnahme WbKuStp
Beschlussempfehlung StadtGrün 24. BVV am 15.05.19

Das Bezirksamt wird ersucht,

den auf der Werneuchener Wiese, auf einer Teilfläche von ca. 2.500 m² des Flurstücks 006/5, befindlichen Lenné-Meyer-Denkmals zu restaurieren, umzugestalten und wieder als gepflegte Grünanlage zugänglich zu machen.

Das Bezirksamt soll hierfür gemeinsam mit Bürgerinitiativen und AnwohnerInnen sowie Interessierten die Möglichkeiten der gestalterischen Aufwertung sowie der kontinuierlichen Pflege des Lenné-Meyer-Denkmals erörtern.

Insbesondere sollen folgende Maßnahmen geprüft werden:

          Ergänzung der halbrunden Heckenpflanzungen mit mittiger Öffnung zu den angrenzenden Straßen,

          Aufstellung von Kreissegment-Bänken, die der Heckenrundung folgen,

          Wiederherstellung des tiefergelegenen Ovals des Denkmals,

          Wegebezüge, die der Ursprungsidee des gestreckten Ovals folgen,

          Einbeziehung und Aufwertung der Trampelpfadverbindung an der Virchowstr.,

          Anbindung an die beiden Zugänge zum Volkspark Friedrichshain,

          Diagonalstellung der beiden Granitwürfel mit Bronzetafeln,

          Schaffung eines runden oder ovalen Beetes als Mittelpunkt der Anlage,

          Aufstellung von Informationstafeln zum Wirken von Peter Joseph Lenné und Gustav Meyer, ggfls. auch zur Geschichte der Werneuchener Wiese und des angrenzenden Volksparks Friedrichshain.

 

Hierzu soll das Bezirksamt auch auf die fachliche und personelle Unterstützung des Landesdenkmalamtes zurückgreifen.

Die erarbeiteten Ergebnisse sind im Ausschuss für Stadtentwicklung und Grünanlagen vorzustellen.


Begründung der Beschlussempfehlung Stadtentwicklung und Grünanlagen (federführend):

Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Grünanlagen hat die Drucksache in seiner Sitzung vom 26. rz 2019 unter Berücksichtigung der richtungsweisenden Stellungnahme des mitberatenden Ausschusses für Weiterbildung, Kultur und Städtepartnerschaften beraten.

Nach einer detail- und kenntnisreichen Präsentation durch ein Mitglied der Gärtnerinitiative Arnswalder Platz schloss sich der Ausschuss der eindeutigen Einschätzung an, dass das der fortschreitenden Verwahrlosung des Denkmals für die beiden bedeutendsten Berliner Gartenbauarchitekten entgegenzuwirken ist.

Das Bezirksamt äerte bekannte Vorbehalte hinsichtlich des Personalbedarf sowie der fehlenden Finanzmittel, auch bestünde derzeit hierfür keine Förderkulisse. Eine Finanzierung aus Mitteln der Berliner Schulbauoffensive (BSO) sei ebenfalls ausgeschlossen, das Projekt somit insgesamt nicht umsetzbar.

Ungeachtet der misslichen Tatsache, dass dem begrüßenswerten und seitens der BVV grundsätzlich erwünschten Engagement aus der Bürgerschaft zuallererst und wiederholt demotivierende Bedenken entgegengehalten wurden, erfolgte seitens des Ausschusses dennoch eine Suche nach Möglichkeiten und Wegen der schrittweisen Umsetzung. Zunächst wurde festgestellt, dass im Antrag bewusst kein Zeitplan eingefordert wurde und es in erster Linie lediglich einer erforderlichen Konzepterstellung bedarf. Zudem stünden mit dem Landesdenkmalamt, der Senatsverwaltung für Kultur u. a. sachkundige Unterstützung bereit. Auch eine zumindest teilweise Finanzierung aus der BSO wäre u.U. sehr wohl möglich, zudem ist insbesondere auch eine Förderung aus dem Topf „Kunst am Bau“ für Schulneubauten in Betracht zu ziehen. 

Der Ausschuss war sich somit in der Unterstützung der Zielsetzung des Antrages einig und zeigte sich auch überzeugt, dass - entsprechend politischer Wille aller Beteiligten vorausgesetzt eine sukzessive Umsetzung nicht vollends unmöglich erscheint.

Daher empfiehlt der Ausschuss auch aus dem Blickwinkel kulturpolitischer Belange heraus - einstimmig die Annahme des Antrages.

Begründung des mitberatenden Ausschusses für Weiterbildung, Kultur und Städtepartnerschaften:

Der Ausschuss WbKuStp hat, als mitberatender Ausschuss, die Drs. in Hinblick auf kulturpolitische Belange besprochen und befürwortet sie mehrheitlich.

Der Antrag wird mit 8 Ja-, bei einer Nein-Stimme und 2 Enthaltungen zum Beschluss empfohlen.

Begründung Ursprungsantrag Fraktion der SPD:

Das Lenné-Meyer-Denkmal auf der Werneuchener Wiese an der Virchowstr. gelegen, befindet sich in einem erbärmlichen Zustand. Durch die temporäre Nutzung als Ausweichstandort eines Supermarktes und nicht ausreichender Pflege ist das Areal völlig verwahrlost. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass ausgerechnet der Gedenkort der beiden bedeutendsten Berliner Gartenarchitekten Peter Joseph Lenné und Gustav Meyer buchstäblich zertrampelt wird.

In konsequenter Fortführung des einstimmigen BVV-Beschlusses VIII-0272 vom 29.11.2017 bietet sich jetzt mit der Errichtung eines temporären Schulstandortes für 600 Schülerinnen und Schüler auf der Werneuchener Wiese und der hierfür erforderlichen Tiefenenttrümmerung die Gelegenheit, für die Wiederbelebung und qualitative Aufwertung des Denkmals die notwendige Aufmerksamkeit und auch erforderliche finanzielle Unterstützung des Landes Berlin einzuwerben. Dar den temporären Schulbau lediglich 6000 bis 8000 m² incl. Freiflächen benötigt werden und die Nutzung des Areals langfristig gesichert ist, sollte dieser bei den Planungen zwingend mitberücksichtigt werden.

Denkbar wäre beispielsweise auch die Einbeziehung des vorhandenen Denkmals als Teil-Freifläche bei der Errichtung des Schulstandorts und somit eine mögliche Mit-Finanzierung über das Programm der Berliner Schulbauoffensive (BSO).

Zur Unterstützung des Vorhabens ist das Landesdenkmalamt (LDA) mit einzubeziehen. Das LDA verfügt über eine umfassende Expertise für Gartendenkmale und ist auf Bitten des Senators für Kultur und Europa bereits mit der Angelegenheit befasst. Die vorgeschlagenen Gestaltungsmaßnahmen entstammen der derzeit zwischen beteiligten Institutionen, Bürgerinitiativen sowie engagierten Anwohnerinnen und Anwohner geführten Debatte.

 
 

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