Schlossparks und Adelssitze

Schloss Schönhausen, Schlossansicht von der Parkseite, Foto: Andreas Wichert

Schloss Schönhausen, Schlossansicht von der Parkseite, Foto: Andreas Wichert

Gärten zum Repräsentieren

In Schlossgärten kann man Geschichte mit allen Sinnen erfahren. Architektur, Skulpturen und Garten bilden ein Gesamtkunstwerk. Wie groß die Repräsentationsansprüche ihrer früheren Besitzer waren, lässt sich an der künstlerischen Planung der Anlagen ablesen ebenso wie an der aufwendigen Begrünung mit kostbaren Pflanzen und der jeweiligen Umgestaltung der Gärten nach dem Geschmack der Zeit. In Pankow finden sich viele markante Orte, an denen die Besucher die Geschichte der Gartenkunst durch die Jahrhunderte nachempfinden können.
Nachdem im Jahr 1740 König Friedrich II. (1712–1786) seiner Frau Elisabeth Christine von Braunschweig-Bevern (1712–1797) Schloss und Park Schönhausen übereignet hatte, zog höfisches Leben in diesen stillen Ort ein – mit Empfängen, Konzerten und Festen. Schönhausen blieb bis zum Ende ihres Lebens die Sommerresidenz der Königin. Ihre Liebe galt vor allem dem Schlossgarten. Die nach ihren Vorstellungen ausgebaute barocke Anlage ließ sie in den 1770er Jahren in eine frühe Form des Landschaftsgartens umgestalten. Anfang des 19. Jahrhunderts formte Peter Joseph Lenné den Park schließlich in einen Landschaftsgarten nach englischem Vorbild um.
Die verschiedenen Phasen der Gartengestaltung lassen sich noch heute auch im Park von Schloss Buch erkennen. Andere aufwendig gestaltete Gärten des Adels, wie in Rosenthal, Blankenfelde und Buchholz, verschwanden im Laufe des 19. Jahrhunderts. Umso wichtiger ist heute die Pflege der vorhandenen Anlagen für zukünftige Generationen. Sie sind Erinnerungsorte einer Gartentradition von hohem künstlerischen Wert und zeugen von den bemerkenswerten Kenntnissen und Fähigkeiten ihrer Planer und Gärtner.

Schlossgarten Sancsouci, Foto: Jürgen Homuth

Schlossgarten Sancsouci, Foto: Jürgen Homuth

Französischer Garten
Schlossgarten von Sanssouci in Potsdam im Jahr 2000.
Ab 1744 ließ König Friedrich II. den Park Sanssouci nach französichem Vorbild anlegen.

Der königliche Garten Schönhausen um 1710

Französischer Garten
Der königliche Garten Schönhausen um 1710.
Die ersten Barockgärten wurden in Frankreich angelegt, man nennt sie deswegen auch französische Gärten. Ausgehend vom absolutistischen Anspruch des „Sonnenkönigs“ Ludwig XIV. (1638–1715) entwickelte sein Hofgärtner André Le Nôtre einen streng hierarchisch und geometrisch gegliederten Garten mit Skulpturen und Wasserspielen zum Lustwandeln und Repräsentieren. Gestutzte Bäume und Gehölze sind für diesen Garten charakteristisch. Auf der Zeichnung des königlichen Gartens Schönhausen ist die typische Gestaltung eines barocken Gartens zu erkennen. Das Schloss ist von symmetrisch geschnittenen Hecken umgeben, die in streng ausgerichteten Formen gepflanzt wurden. Federzeichnung von Daniel Petzold, Quelle: bpk/Staatsbibliothek Berlin

Plan des königlichen Gartens Schönhausen nach 1900

Landschaftsgarten
Plan des königlichen Schlossgartens Schönhausen nach 1900.
Als Kontrast zum Barockgarten französischen Stils entstand im 18. Jahrhundert in England der Landschaftsgarten, der eine ideale Landschaft nachzuahmen sucht. Für Abwechslung sollen malerische Ansichten, Durchblicke, geschwungene Wege und Hügel sorgen. Die umgebende Landschaft wird in die Gestaltung einbezogen. Typisch für einen englischen Landschaftsgarten ist ein am Wohnhaus gelegener Rasenabschnitt, der sogenannte pleasure ground, der durch Blumenrabatten, einzelne Gehölze, Skulpturen und Wasserspiele gestaltet ist.
Maßstab 1:1000, Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Plankammer Potsdam, Neues Palais,
Foto: Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz

Plan des Gutsgartens von Buch

Plan des Gutsgartens von Buch

Holländischer Garten
Plan des Gutsgartens von Buch, 1783
Orientiert an italienischen Vorbildern sind die Holländischen Gärten durch eine kleinteilige, geometrische Aufteilung in flacher, mit vielen Kanälen durchzogener Landschaft geprägt. Man nannte diese Parks „Holländische Gärten“, weil die vielen in die Parkgestaltung einbezogenen Wasserläufe an die Landschaft der Niederlande erinnerten. Großen Wert legte man bei der Gestaltung auf botanische Besonderheiten und Skulpturen.
In: Die Gartenkunst, 1910, Jg. XII (Heft 2), S. 23
Quelle: Sammlung Wolfgang Krause

Leeds Castle bei Maidstone

Leeds Castle bei Maidstone

Landschaftsgarten
Leeds Castle bei Maidstone in der englischen Grafschaft Kent, 2000. Das in einem weitläufigen Park gelegene Wasserschloss ist ein frühes Beispiel des englischen Lanschaftsgartens.
Foto: Jürgen Hohmuth

Berlin, Schlossgarten Charlottenburg, Park und Schloss aus der Luft gesehen.

Schlossgarten Charlottenburg, Park und Schloss aus der Luft gesehen.

Schloss und Schlossgarten Charlottenburg, 2007.
Die Kurfürstin Sophie Charlotte (1668–1705) ließ ab 1697 den Schlossgarten von Charlottenburg nach den Plänen von Simon Godeau (geb. 1632) gestalten. Es entstand der erste deutsche Barockgarten nach französischem Geschmack, der auch holländische Elemente aufwies. Godeau war Schüler von André Le Nôtre (1613–1700), dem Gartenarchitekten Ludwig XIV.
Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz,
Foto: Jürgen Hohmuth

Ansicht von Schloss Schönhausen von Nordost, 1787
Eingang Schlosspark Buch, Postkarte um 1920
Schloss Weißensee mit Terrassen am Seeufer, 1861
Stilisierte Ansicht vom Schlösschen und vom Garten Blankenfelde um 1733

Stilisierte Ansicht vom Schlösschen und vom Garten Blankenfelde um 1733