Das „Schloss“ Weißensee

Der Garten wurde ab 1745 im Auftrag des preußischen Justiz- und Landrates Karl Gottlob von Nüßler (1700-1776) angelegt. Im November 1763 hielt sich hier der türkische Minister Achmet Effendi auf. Ihm zu Ehren hatten der Königliche Gärtner Weigel und der Prinzliche Gärtner Lucas ein Gartenstück in Form eines türkischen Wappens bepflanzt.1821 kaufte der Berliner Unternehmer und Branntweinhersteller Johann Heinrich Leberecht Pistorius (1777-1858) das Rittergut und baute in der Umgebung Kartoffeln an, aus denen er Schnaps brannte. 1859 ließ sein Neffe, der Regierungsrat Friedrich Wilhelm Lüdersdorff (1801-1886), den Garten zu einem Landschaftspark umgestalten. Aus dem schlichten einstöckigen Haus am Seeufer wurde 1859 das „Weißenseer Schloss“. Außerdem entstand ein prächtig angelegter Garten. Der prächtige, als Lustgarten nach Versailler Vorbild angelegte Trianonpark zog sich von den Schlossterrassen bis über die heutige Amalienstraße. Auf geschwungenen Wegen bot er Durchblicke zum See, zum Schloss und zum Dorf Weißensee.

„Es ist da selbst ein sehr schöner Garten, dem die angenehme Lage an dem großen See, von dem das Dorf den Namen hat, noch mehr Reiz gibt.“

Friedrich Nicolai, 1779

  • Schloss Weißensee mit Terrassen am Seeufer, 1861

    Gutshaus und Garten Weißensee um 1855. Zeichnung eines unbekannten Künstlers Silberstift mit Weißhöhung, getönter Karton), Foto: Oliver Ziebe, Berlin, Quelle: Stiftung Stadtmuseum Berlin

  • Schloss Weißensee mit Terrassen am Seeufer, 1861

    Schloss Weißensee mit Terrassen am Seeufer, 1861. Bereits 1874 wurde das Schloss zu einem Vergnügungslokal umgebaut, dem „Schloss-Restaurant“, das nach dem Ende des ErstenWeltkrieges zerstört und später abgetragen wurde. Farblithografie von H. Krämer, Th. Hartmann, Quelle: Landesarchiv Berlin

  • Park am Weißen See, 1930

    Park am Weißen See, 1930. Auf dem Plan ist noch die Gestaltung des Trianonparks zu erkennen. Vermessungsplan (Ausschnitt), Quelle: Museum Pankow