Der Schlosspark Buch

Der Schlosspark Buch erlebte im Laufe seiner Geschichte drei Gestaltungsphasen, die noch heute nachvollziehbar sind und seine Besonderheit ausmachen.
Der Freiherr Gerhard Bernhard von Pölnitz (1617–1679) ließ zwischen 1670 und 1672 ein Herrenhaus errichten und einen Garten entsprechend der Mode im holländischen Stil anlegen.
1724 erwarb Staatsminister Adam Otto von Viereck (1684–1758) das Gut und beauftragte den Berliner Baumeister Friedrich Wilhelm Diterichs (1702–1782) mit der Errichtung einer repräsentativen Schloss¬anlage mit Schlosskirche, Park und Orangerie. Die holländische Anlage blieb dabei größtenteils unverändert. Westlich des Schlosses ließ Viereck einen französischen Garten und jenseits der Panke einen Irrgarten anlegen.
Der preußische Geheimrat Friedrich Christian Hieronymos von Voß (1734–1784) erbte 1761 das Anwesen. In Buch wurde seine Tochter Elisabeth Amalie, genannt Julie von Voß (1766–1789), geboren, die spätere Gräfin Ingenheim.
Als Otto von Voß (1755–1823), ein Enkel von Viereck, sein Erbe antrat, widmete er sich vor allem dem Park, den er ab dem Ende des 18. Jahrhunderts schrittweise zum Landschaftsgarten umformen ließ.
Das französische Barockparterre wurde zum Pleasureground und der Garten insgesamt erweitert. Sein holländischer Stil jedoch blieb in seinen Grundzügen bis heute erhalten. Voß‘ Erben ließen den Park als Landschaftsgarten mit geschwungenen Wegen und malerischen Gewässern weiter überformen. 1898 erwarb die Stadt Berlin das Gut mit Schloss, Park und Landbesitz für 3,5 Millionen Reichsmark.

  • Schlosspark Buch mit Blick auf Schloss und Kirche um 1860

    Schlosspark Buch mit Blick auf Schloss und Kirche um 1860. Ansicht aus Richtung der heutigen Wiltbergstraße. Stich eines unbekannten Künstlers, Quelle: Reinhard Schütte

  • Rückseite von Schloss Buch

    Rückseite von Schloss Buch, Stempel von 1900 Das Schloss wurde 1964 abgerissen. Quelle: Museum Pankow

  • Schlosspark Buch, Flurplan von Thal, 1803/04

    Schlosspark Buch, Flurplan von Thal, 1803/04. Der Plan zeigt eine axiale, regelmäßige Anlage, die zum Teil von einem Kanal umgeben und durchzogen wird. Hecken und Alleen begrenzten die durch Querwege gegliederte Anlage. Auf den Beeten, die von Buchshecken gerahmt waren, wuchsen Blumen, Kräuter, Gemüse und Obst. Im rechten Kartenteil ist die Überformung als Landschaftsgarten zu erkennen. Quelle: Reinhard Schütte

  • Große Buchenhecke im Schlosspark Buch

    Große Buchenhecke im Schlosspark Buch, Stempel von 1915, Quelle: Museum Pankow

  • Brücke im Schlosspark

    Buch, Parkpartie 31.03.1918, Quelle: Museum Pankow

  • Gedenkstein für Julie von Voß

    Gedenkstein für Julie von Voß in Form eines römischen Sarkophags, 1912. Die Gräfin Julie von Ingenheim, geborene von Voß, war Hofdame bei Königin Elisabeth Christine. 1787 wurde sie König Friedrich Wilhelm II. zur linken Hand angetraut. Als sie nach der Geburt ihres Sohnes 1789 starb, setzte man sie in der Bucher Schlosskirche bei. Das Denkmal im Park wurde 1956 beschädigt und abgetragen. Mithilfe der Hinckeldey-Stiftung konnte es 2023 wieder an seinem alten Standort in rekonstruierter Form zurückkehren. Quelle: Museum Pankow