Rahmenplan Heinersdorf

Rahmenplan Heinersdorf Hinkucker

Der Ortskern von Berlin Heinersdorf ist geprägt durch eine Vielzahl von Bauepochen, die ihre Spuren hinterlassen haben, deren bauliche Ergebnisse aber nie zu einem einheitlichen Ortsbild geführt haben. So sind um die mittelalterliche Kirche noch Reste der bäuerlichen Häuser des 19. Jahrhunderts zu finden direkt neben Gebäuden der Blockrandbebauung des beginnenden 20. Jahrhunderts. Eine Anpassung der Straßen angesichts des wachsenden Verkehrs hat nicht stattgefunden, der Ortskern ist durch Durchgangsverkehr geprägt. Planungen der 1990ger Jahre sind nicht fortgeführt worden.

Der Rahmenplan Heinersdorf soll in zwei Teilbereichen erarbeitet werden soll. Für den Kernbereich (Ortskern von Heinersdorf, siehe Karte Bereich A) soll ein voll umfänglicher Rahmenplan erarbeitet werden. Für den Bereich A und B sollen insbesondere Maßnahmen, zur Verkehrsberuhigung definiert werden, eine Strategie zur Vermeidung von Schleichverkehren umgesetzt, sowie ein Radwegenetz durch Nebenstraßen aufgebaut werden

Mit der Erarbeitung des Rahmenplans ist das Büro UmbauStadt (Eislebener Straße 6, 10789 Berlin, www.umbaustadt.de ) in Zusammenarbeit mit Fugmann Janotta Partner (Landschaftsplanung, www.fugmannjanotta.de) und Hoffmann Leichter Ingenieurgesellschaft (Verkehrsplanung, www.hoffmann-leichter.de) beauftragt. Mit der Durchführung der Öffentlichkeitsbeteiligung ist das Büro Zebralog (www.zebralog.de) beauftragt.

Rahmenplan Heinersdorf Plakat Bild

Auftaktveranstaltung zur Bürgerbeteiligung 25. November 2017

Präsentation

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Veranstaltungsbericht

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Fragen aus dem Publikum

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Was ist ein Rahmenplan und warum wird es einen Rahmenplan für den Ortskern Heinersdorf geben?

Eine Rahmenplanung ermittelt, untersucht und bewertet bestehende Entwicklungspotentiale in einem Ortsteil oder einem anderen definierten Bereich einer Gemeinde. Dabei überprüfen Planer*innen kritisch bereits vorliegende Planungen und arbeiten alternativer Szenarien aus. Der Rahmenplan selbst stellt keine Rechtsgrundlage dar, auf deren Grundlage z.B. Bauvorhaben genehmigt oder versagt werden können. Er gehört zu den sogenannten informellen Planungen.

Die Rahmenplanung für den Ortskern Heinersdorf soll einen Überblick über die aktuellen Problemlagen im Ortsteil geben, Handlungsbedarfe aufzeigen und die angestrebten Entwicklungsziele umreißen. Die Ergebnisse der Untersuchungen werden in einem teilräumlichen Entwicklungskonzept – dem Rahmenplan – zusammenfassend dargestellt. Die Inhalte sind auf einen mittelfristigen Planungshorizont (ca. 5 bis 10 Jahre) angelegt.

Wenn der Rahmenplan durch das Bezirksamt bzw. die Bezirksverordnetenversammlung Pankow beschlossen wird, hat er jedoch eine rechtlich bindende Wirkung für die Bauleitplanung und ist bei der Aufstellung von Bebauungsplänen zu berücksichtigen.

Was geschieht bei der Erstellung eines Rahmenplans?

Auf der Basis allgemeiner Ziele und Leitlinien für die Entwicklung des Ortsteils Heinersdorf wird eine sektorale Analyse durchgeführt, deren Schwerpunkt vor allem in der planerischen Sicherung von Flächen für Wohnfolgeeinrichtungen (z.B. Kitas oder Schulen) liegt. Ergänzend werden Aussagen zu den Bereichen Gewerbe, Einzelhandel und Dienstleistungen sowie zur Verkehrsentwicklung aufgenommen. Weitere Themen können tiefergehende Untersuchungen einzelner Aspekte sein, wie z.B. bauliche Gestaltung. Als Ergebnis steht am Ende immer eine Liste mit konkreten Handlungsempfehlungen oder Maßnahmen.

Die Arbeitsergebnisse werden mit der Öffentlichkeit diskutiert und mit den beteiligten Fachämtern abgestimmt. Der Rahmenplan gibt daher am Ende eine fundierte Position zur weiteren Entwicklung des Ortsteils oder untersuchten Bereichs wieder.

Was sind die zentralen Themen der Rahmenplanung Heinersdorf?

Kern der Rahmenplanung Heinersdorf sind insbesondere die verkehrliche Situation, die durch zahlreiche Herausforderungen wie hohes Verkehrsaufkommen oder Schleichverkehr durch Wohngebiet gekennzeichnet ist, und die Entwicklung eines neuen Konzepts zur Herausbildung eines lebenswerten und attraktiven Ortszentrums. Der Rahmenplan wird sich mit folgenden Fragen befassen:

  • Wie kann ein attraktiver Ortskern mit hoher Aufenthaltsqualität geschaffen werden?
  • Wie könnte eine städtebauliche Neugestaltung des Ortskerns aussehen, was könnten konkrete Vorschläge sein?
  • Wie erreicht man eine umfassende verkehrliche Beruhigung
  • Was wird zum Aufbau intelligenter, vernetzter (Verkehrs-)Infrastrukturen benötigt?
  • Welche Verbesserungen von Freiflächen und Grünanlagen, Biotopvernetzung ist notwendig, gibt es neue Flächen?
  • Wie kann eine Verbesserung der Umweltsituation erreicht werden?
  • Welche Potenziale für Wohnen gibt es im Ortskern von Heinersdorf auf wenig genutzten Flächen und sich verdichtenden Kleinsiedlungsbereichen
  • Wie viel Leerstand gibt es im Ortskern von Heinersdorf? Wie können leerstehende Gebäude, insbesondere wenn es sich dabei um prägnante „Wahrzeichen“ Heinersdorfs und städtebaulich relevante handelt, nach- und umgenutzt werden?

Welche Schritte werden bei der Erstellung eines Rahmenplans umgesetzt?

Folgende Schritte sind Teil einer Rahmenplanung:

  1. Bestandsaufnahme, Auswertung bestehender Planungen, Ermittlung von Bedarfen, Analyse und Bewertung
  2. Darstellung der Stärken und Schwächen
  3. Entwicklung eines Leitbildes, Ziele und Handlungsleitlinien, Vorschläge für räumliche Schwerpunktbereiche
  4. Projekte und Maßnahmen, Umsetzungsstrategien
    Diese Schritte werden immer in Abstimmungen mit den beteiligten Behörden und „Träger öffentlicher Belange“ in Steuerrunden und in öffentlichen Veranstaltungen mit der Öffentlichkeit sowie der Politik rückgekoppelt.

Was ist das Ziel des Rahmenplans?

Ziel des Rahmenplans ist ein Handlungskonzept. Dieses Handlungskonzept legt für verschiedene fachliche Planungen Orientierungen fest und ist abgestuft nach Prioritäten, Realisierungshorizonten und Finanzierbarkeit.

Darüber hinaus formuliert der Rahmenplan Empfehlungen für Gestaltung und Nutzung bei privaten Bauvorhaben, die neben den ansonsten existierenden rechtlichen Vorgaben, ausgesprochen werden.

Dieser Rahmenplan wird nicht die endgültige und letzte Planung für den Ortskern Heinersdorf sein, aber er ist ein wesentlicher Meilenstein und kann Grundlage für weitere Planungen (z.B. ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept) sein.

Was soll die Bürgerbeteiligung erreichen?

Durch Ihre konstruktive Mitarbeit können die Planer*innen und das Bezirksamt die Schwerpunktsetzungen der als Ergebnis im Rahmenplan genannten Handlungsempfehlungen auf Ihre Bedürfnisse abstimmen. Selbstverständlich kann im Ergebnis zwar nicht allen Einzelinteressen uneingeschränkt Rechnung getragen werden. Und doch soll ein Konzept erarbeitet werden, dass sowohl mit den Bedürfnissen vor Ort als auch mit den Belangen der Bezirks- und Senatsverwaltung kompatibel und in der Mehrheit konsensfähig ist. Alle Probleme können nicht gelöst werden, aber die Lösungsansätze sollen im Interesse der Mehrheit der Bewohner von Heinersdorf sein.

Wie wird die Öffentlichkeitsbeteiligung zur Rahmenplanung Heinersdorf aussehen?

Startschuss der Öffentlichkeitsbeteiligung ist die Auftaktveranstaltung am 25. November 2017. Dort werden Sie ausführlich über das Vorhaben, die Themen und Ziele der Rahmenplanung sowie der Öffentlichkeitsbeteiligung informiert. Anschließend können Sie in einem ersten Spaziergang durch den Ortskern, auf dem gemeinsam Qualitätsmerkmale oder Verbesserungspotenziale benannt werden, Ihre Kenntnisse und Anliegen in den Planungsprozess einbringen.

Für 2018 sind weitere Touren, z.B. zum Thema Verkehr und Werkstätten, zusammen mit dem für die Rahmenplanung zuständigem Stadtplanungsbüro geplant.

Wie steht die Rahmenplanung in Zusammenhang mit „Stadt weiterbauen im Blankenburger Süden“?

Der Rahmenplan Heinersdorf und das Projekt „Stadt weiterbauen im Blankenburger Süden“ stehen in enger Verbindung zu einander. Zwar handelt es sich bei der Erstellung des Rahmenplans um einen eigenen stadtplanerischen Vorgang, der hier im Auftrag des Bezirks Pankow umgesetzt wird, doch eine inhaltliche enge Zusammenarbeit und Verzahnung mit den Planungen im „Blankenburger Süden“, die in der Verantwortung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen liegen, ist inhaltlich erforderlich und sinnvoll. So gibt es zahlreiche Abhängigkeiten und Überschneidungen bei Themen wie dem Verkehr oder der Ortskernentwicklung. Auch ist das Gebiet in Heinersdorf, um das es in der Rahmenplanung vorrangig gehen soll, auch zugleich Teil des Untersuchungsgebietes, das derzeit im Rahmen des Vorhabens „Stadt weiterbauen im Blankenburger Süden“ im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen anhand Vorbereitender Untersuchungen analysiert wird.
Auf dieses erforderliche Zusammendenken zweier unterschiedlicher Planungen wurde daher auch bereits im Beteiligungskonzept für „Stadt weiterbauen im Blankenburger Süden“ reagiert: So ist dort die Rahmenplanung Heinersdorf als ein eigener Beteiligungsgegenstand aufgeführt1, wird jedoch auch als Teil des größeren Prozesses zum „Blankenburger Süden“ gesehen.
Vorteil dieser parallelen Bearbeitung und integrativen Verortung von Rahmenplan und Vorbereitenden Untersuchungen ist die Erzeugung eines „Gegenstromprinzips“: Beide Planungen müssen sich gegenseitig beachten und auf einander Rücksicht nehmen, die stadtentwicklerischen Herausforderungen in diesem Teil Pankows können nur zusammen gedacht und angegangen werden und betreffen Senats- und Bezirksebene gleichermaßen.

1 Im Zusammenhang mit den Vorbereitenden Untersuchungen zum Vorhaben „Stadt weiterbauen im Blankenburger Süden“ wird seitens der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen eine umfangreiche Öffentlichkeitsbeteiligung angestrebt. Bereits das Kommunikations- und Partizipationskonzept wurde gemeinsam mit der Öffentlichkeit erarbeitet. Die inhaltliche Konzeption und Organisation der speziellen Beteiligungsformate zum Rahmenplan Heinersdorf übernimmt auch das Büro, dass den Partizipationsprozess der vorbereitenden Untersuchungen für den Bereich Blankenburger Süden begleitet.
Nähere Informationen zum Projekt Blankenburger Süden, den Vorbereitenden Untersuchungen und der Öffentlichkeitsbeteiligung finden Sie unter: www.berlin.de/blankenburger-sueden

BVV-Beschluss zum Rahmenplan Heinersdorf

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Plangebiet Rahmenplan Heinersdorf

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Porträts der Region Weißensee

Interessante Informationen von der Geschichte bis hin zu der aktuellen Bevölkerungszusammensetzung der Bezirksregion VII, in der sich der Ortsteil Heinersdorf befindet, sind unter folgenden Link zu Finden. Weitere Informationen

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Ansprechpartner

Für weitergehende Informationen steht Ihnen seitens des Stadtentwicklungsamtes des Bezirks Pankow, Fachbereich Stadtplanung, Herr Bernd Weißenow, zur Verfügung:
Tel.: (030) 90295-3472
Mail: dialog-heinersdorf@ba-pankow.berlin.de