Psychiatriekoordination

Psychiatrische Pflichtversorgung

Um die Versorgung psychisch kranker Menschen sicherzustellen, ist ein aufeinander abgestimmtes und verbindliches Versorgungssystem erforderlich. Die daran beteiligten Leistungsträger sind zur Versorgung psychisch erkrankter Menschen verpflichtet.
Im Land Berlin wurde zur Durchsetzung einer solchen Pflichtversorgung das Psychiatrieentwicklungsprogramm geschaffen. Darin wird für jeden Bezirk im komplementären Bereich ein einheitliches Versorgungssystem festgelegt. In ihm werden die Art der Versorgungsangebote und die entsprechenden Kapazitäten festgelegt. Ziel ist die Gewährleistung der gemeindeintegrierten Versorgung.
Weiterführende Informationen finden Sie auf der Internetseite der/des Landesbeauftragten für Psychiatrie.

Psychiatriekoordination Spandau

Die rechtliche Grundlage der Psychiatriekoordination bildet der § 3 des Gesetzes über den öffentlichen Gesundheitsdienst im Land Berlin (GDG). Zu den Aufgaben der Psychiatriekoordination gehören u.a.:

  • Koordination und Vernetzung der an der bezirklichen psychosozialen Versorgung beteiligten Personen, Behörden, Institutionen und Verbände bei der Wahrnehmung des Sicherstellungsauftrages für eine gemeindenahe und bedarfsgerechte psychiatrische Versorgung
  • Wahrnehmung der Steuerungsfunktion in der ambulanten, psychosozialen, insbesondere psychiatrischen Pflichtversorgung und deren Qualitätssicherung im Rahmen der personenzentrierten Hilfen im Bezirk
  • Erarbeitung und Aktualisierung von Bestandsaufnahmen des Versorgungssystems, Koordinierung und Vernetzung von Einrichtungen der sozialen Infrastruktur, Strukturentwicklung im Versorgungssystem
  • Fachliche Mitwirkung an der Vergabe von Zuwendungsmitteln an freie Träger
  • Gremienarbeit einschließlich der Leitung des Steuerungsgremiums Psychiatrie und Geschäftsführung des Spandauer Psychiatriebeirates

Steuerungsgremium Psychiatrie (SGP) Spandau

Die rechtliche Grundlage bildet die Rahmengeschäftsordnung für die Steuerungsgremien Psychiatrie in den Berliner Bezirken (RGO-SGP).

Der Bezirk Spandau trägt als Pflichtversorgungsregion Verantwortung für die Ausgestaltung des regionalen psychiatrischen Hilfesystems. Dies bedeutet, dass die Bürgerinnen und Bürger aus Spandau in ihrem Bezirk alle psychiatrischen Unterstützungsleistungen erhalten sollen, ohne das Wunsch- und Wahlrecht der Klientin oder des Klienten einzuschränken. Regionale Pflichtversorgung setzt eine verbindliche, transparente Kooperation und Abstimmung zwischen allen Beteiligten im Bezirk voraus.

Zuständigkeit und Aufgaben
Das SGP steuert das Angebot und die Umsetzung der Hilfen für seelisch behinderte Menschen innerhalb des bezirklichen Versorgungssystems.
Gegenstand der fachlichen Empfehlungen des SGP sind alle Leistungen der Eingliederungshilfe gemäß § 54 SGB XII wie zum Beispiel alle Formen des therapeutisch betreuten ambulanten und stationären Wohnens, die Betreuung in Tagesstätten sowie Leistungen, die im Rahmen von Einzelfallhilfe erbracht werden. Das SGP berät Klientinnen und Klienten sowie Versorgungsbeteiligte zu den bezirklichen Angeboten und Einrichtungen und bei Bedarf zu Betreuungs- und Aufnahmealternativen, falls notwendig, auch außerhalb des psychiatrischen Hilfesystems.

Zusammensetzung
Das SGP setzt sich zusammen aus dem Psychiatriekoordinator als Leitung, dem Fallmanagement der Eingliederungshilfe, dem Sozialpsychiatrischen Dienst, dem pflichtversorgenden Krankenhaus und den im Bezirk tätigen Leistungserbringern.

Zugang
Nach vorheriger Antragstellung beim Fallmanagement der Eingliederungshilfe im Sozialamt sind die Anmeldungen zum Steuerungsgremium Psychiatrie mit einem gesonderten Formular - Anmeldung und Einverständniserklärung - per Fax an den Psychiatriekoordinator zu richten.
Die Sitzungen unterliegen der Schweigepflicht. Die Anmeldung einer Klientin oder eines Klienten ist nur mit deren Einverständnis möglich. Das Spandauer Steuerungsgremium Psychiatrie tagt jeweils am 1. und 3. Dienstag eines jeden Monats um 14:00 Uhr.

Geschäftsordnung des SGP mit einer Übersicht der Leistungserbringer im Bezirk Spandau (Stand März 2016)

PDF-Dokument (36.8 kB)

Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft Spandau (PsAG)

Die Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft (PsAG) ist ein Zusammenschluss verschiedener Einrichtungen der psychosozialen Versorgung des Bezirkes, die im Gesetz für psychisch Kranke (PsychKG § 7) für jeden Bezirk vorgeschrieben ist. Sie hat das Ziel, die Zusammenarbeit untereinander zu fördern und zur Verbesserung der Versorgung beizutragen.

Die Geschäftsführung der PsAG obliegt vier gewählten Vertretern. Dies sind zurzeit:

Achim Bodendorf (FID Freundeskreis Integrative Dienste gGmbH) :=Tel. (030) 33 50 67 62, E-Mail an Herrn Bodendorf

Katrin Piskac (SinAlkol gGmbH) :=Tel. (030) 37 59 58 60, E-Mail an Frau Piskac

Sabrina Vollmer (Sozialpsychiatrischer Dienst Spandau) :=Tel. (030) 90 279 2355, E-Mail an Frau Vollmer

Brigitte Mielke (Erfahrungsexpertin)

Ursula Wiese (Erfahrungsexpertin)

PsAG_GO_2018

PDF-Dokument (173.0 kB) - Stand: September 2018

Psychiatriebeirat Spandau

Die rechtliche Grundlage des Psychiatriebeirats findet sich im Gesetz über den öffentlichen Gesundheitsdienst im Land Berlin (GDG).
Der Psychiatriebeirat berät das für Gesundheit zuständige Mitglied des Bezirksamtes in allen Fragen der Strukturentwicklung und psychosozialen Versorgung. Vor grundsätzlichen Planungs- und Strukturentscheidungen ist der Beirat zu hören. Im Psychiatriebeirat wirken Fachleute, auch Experten aus eigener Erfahrung, aus dem Bezirk Spandau zusammen, die sich mit ihrem Wissen und ihrer Verantwortung für eine optimale gemeindeintegrierte Versorgung psychisch kranker einschließlich suchtkranker Menschen und für die entsprechenden Belange von Menschen mit geistiger Behinderung einsetzen.

Geschäftsordnung des Psychiatriebeirates Spandau, Stand März 2016

PDF-Dokument (9.3 kB) Bild: Bezirksamt Spandau, Abt. SozGes, Planung und Koordinierung

Hilfe in der Krise

Umfassende Informationen finden Sie auf der Internetseite der/des Landesbeauftragten für Psychiatrie.

BIP - Beschwerde- und Informationsstelle Psychiatrie in Berlin

BIP, die Beschwerde- und Informationsstelle Psychiatrie in Berlin, ist die berlinweite Anlaufstelle für Beschwerden von Betroffenen, Angehörigen und Professionellen im Bereich der psychiatrischen Versorgung.

Ärztliche und Psychotherapeutische Versorgung