Badestelle Teufelssee - Badegewässerprofil

Der Inhalt eines Badegewässerprofils ist gemäß § 7 Berliner Badegewässerverordnung festgelegt.

Abb. 1: Übersicht des Badegewässers Teufelssee mit Badestelle, Probenahmestelle und Einleitstellen.
Abb. 1: Übersicht des Badegewässers Teufelssee mit Badestelle, Probenahmestelle und Einleitstellen Bild: Quelle: FIS-Broker WMS-Service SenStadt Berlin: Digitale farbige Orthophotos 2009 (DOP 10-C)

Beschreibung des Badegewässers

Der Teufelssee ist ein zu- und abflussloses, stehendes Gewässer und liegt in Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf inmitten des Grunewaldes (Abb. 1). Er grenzt mit seinem nordwestlichen Ufer an das Moorgebiet Teufelsfenn, welches unter Naturschutz steht. Zudem liegt der Teufelssee im Flora-Fauna-Habitat-Gebiet Grunewald. Der 2,4 ha große See ist eiszeitlichen Ursprungs und entstand durch eingelagertes Toteis in einer Schmelzwasserrinne, die das Spreetal mit der Havel verband. Der Teufelssee misst an seiner tiefsten Stelle 5,9 m und hat ein Wasservolumen von knapp 72.600 m³.

Das Baden ist auf die Badestelle am südlichen Ufer des Teufelssees beschränkt. Der überwiegende Teil des Ufers ist landseitig durch Zäune als Naturschutzgebiet abgegrenzt und beschildert. Das Baden ist in diesem Teil des Sees verboten. Bojen weisen wasserseitig auf das Naturschutzgebiet Teufelsfenn hin. Der Zugang zum See ist daher nur vom südlichen Ufer des Teufelssees möglich. Dort befindet sich auch eine große Liegewiese. Das Angeln ist im Teufelssee verboten.

Bewirtschaftung des Gewässers/Wasserstandsregulierung

Im Nahbereich des Teufelssees liegt der Grundwasserstand unter dem nutzungsgerechten Seewasserspiegel. Um eine Wasserspiegelabsenkung zu verhindern, wird dem Teufelssee Grundwasser zugeführt. Durch die Grundwassereinspeisung wird nicht nur der Wasserhaushalt des Teufelssees gestützt, sondern auch das angrenzende Teufelsfenn vernässt und als wertvolles Biotop erhalten.

Überwachung der Badegewässerqualität

Die Badegewässerqualität am Teufelssee wird vom LAGeSo auf Grundlage der Badegewässerverordnung von April bis September überwacht.

Aktuelle Messergebnisse finden Sie hier.

Auf der Grundlage der mikrobiologischen Messdaten aus den letzten 4 Jahren ist die Einstufung des Teufelssees als Badegewässer mit „ausgezeichneter“ Qualität erfolgt.

An der Überwachungsstelle am Teufelssee (vgl. Abb. 1) wurden in den letzten zehn Jahren regelmäßig niedrige Sichttiefen von bis zu 0,4 m gemessen. Seit 2006 sind Verbesserungen feststellbar.

Verschmutzungsquellen und -potentiale

Die intensive Nutzung des Gewässers während der Badesaison stellt eine Verunreinigungsquelle dar. Trotz vorhandener sanitärer Einrichtungen wird davon ausgegangen, dass Fäkaleinträge auf diesem Wege in das Gewässer gelangen können.

Risiken für mikrobiologische Verschmutzungen bestehen weiterhin durch Abschwemmungen von den umgebenden Flächen (z.B. Hunde- und Wildschweinkot).

An der Badestelle Teufelssee besteht Hundeverbot. Auf den umliegenden Wegen sind Hunde an der Leine zu führen.

Kurzzeitige Verschmutzungen (< 72 Stunden) entsprechend der Berliner Badegewässerverordnung wurden am Teufelssee in den vergangenen Jahren nicht beobachtet und sind nicht zu erwarten.

Verschmutzungsquellen und -potentiale

potentielle Verschmutzungsquelle Bewertung Bemerkung
Zuflüsse nicht relevant keine Zuflüsse vorhanden
Einleitungen nicht zu / beurteilen / Eine Regenwassereinleitung gelangt mit geringen Wassermengen in den Teufelssee. Die Beschaffenheit ist unbekannt. / Die Einleitung von Grundwasser kann bei erhöhten Nährstoffgehalten das Algenwachstum begünstigen. /
Verunreinigungen am Ufer (Abfall, Fäkalien) relevant Durch Abschwemmungen von menschlichen als auch tierischen Verunreinigungen (vor allem Wildschweinkot) oder Abfällen vom Ufer sind lokale Einträge von bakteriologischen Belastungen möglich (diffuse Quellen).

Bewertung des Risikos einer Massenvermehrung von Blaualgen

Im Teufelssee ist ein Potential zu Massenentwicklungen von Algen aufgrund der bestehenden Nährstoffangebote (hohe Phosphorwerte) und der geringen Sichttiefen zu erkennen (Tab. 2). Das Risiko einer Massenentwicklung von Blaualgen (Cyanobakterien) ist zurzeit (noch) als gering einzustufen.

Risiko der Massenvermehrung von Blaualgen

Parameter Feststellung Bemerkung
Potential zukünftiger Massenentwicklungen von Cyanobakterien ja Im Teufelsee ist aufgrund der derzeitigen Nährstoffkonzentrationen (hohe Phosphorwerte) ein Potential für Algenmassenentwicklungen vorhanden. Neben Gold-, Kiesel- und Panzeralgen können auch Blaualgen (Cyanobakterien) ein vermehrtes Wachstum zeigen, dass zu Einschränkungen der Sichttiefe führt. Das Risiko einer massenhaften Vermehrung von Cyanobakterien ist zurzeit als gering einzustufen. Bei einer massenhaften Vermehrung von Cyanobakterien können giftige Stoffe (Toxine) gebildet werden.
An der Badestelle beobachtete Massenvorkommen von Cyanobakterien innerhalb der letzten vier Jahre nein Es ist in mehreren Jahren zu häufigem, jedoch nicht massen-haftem Auftreten von Cyanobakterien gekommen.

Gesamtbewertung

Der Teufelssee weist zumeist eine „ausgezeichnete Badegewässerqualität“ auf. Die bakteriologischen Anforderungen konnten bisher weitestgehend eingehalten werden. Die Nährstoffgehalte im Teufelssee können ein erhebliches Algenwachstum verursachen. Äußeres Zeichen dieser Prozesse sind vergleichsweise geringe Sichttiefen. Blaualgenentwicklungen sind zwar bisher nicht dominant, eine ungünstige Entwicklung ist aufgrund des schon bestehenden Nährstoffangebotes jedoch nicht auszuschließen. Insgesamt ist der See aufgrund seiner morphologischen Voraussetzungen und des geringen Wasseraustausches empfindlich für externe Nährstoffeinträge. Die externen Einträge stellen ein Risiko für die langfristige Absicherung der Badegewässerqualität dar.

Überprüfung und Aktualisierung des Badegewässerprofils

Überprüfung und Aktualisierung des Badegewässerprofils

Profil erstellt 2011, 2014 zuletzt aktualisiert
Verantwortlich für das Profil: Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) / Fachgruppe Wasserhygiene / Turmstr. 21, 10559 Berlin /
Nächste Überprüfung: Überprüfung in Abhängigkeit von der Einstufung

Die nächste Überprüfung und ggf. Aktualisierung wird abhängig von der Einstufung wie folgt festgelegt

Die nächste Überprüfung und ggf. Aktualisierung wird abhängig von der Einstufung wie folgt festgelegt

Einstufung Überprüfungshäufigkeit
ausgezeichnet Überprüfung nur bei Änderung der Einstufung
gut Überprüfung mindestens alle 4 Jahre
ausreichend Überprüfung mindestens alle 3 Jahre
mangelhaft Überprüfung mindestens alle 2 Jahre