Klimaschutz in Kleingärten: Mein (Klein-) Garten

Marienkäfer 102

13 Maßnahmen für mehr Artenvielfalt und Klimaanpassung

Machen Sie den Unterschied
(Klein-) Gärten haben eine besondere Bedeutung für Großstädte wie Berlin. Sie sind grüne Lungen und natürliche Klimaanlagen, reduzieren Hitzestress und schaffen Lebens- und Erlebnisräume für Mensch und Tier.
Insbesondere naturnah gestaltete Flächen sind von unschätzbarem Wert für Stadtklima und Biodiversität, also die Vielfalt der Lebewesen auf der Erde, vom kleinsten Insekt bis zum größten Säugetier und Baum.
Ihr privates Grün ist unverzichtbar für Schutz und Förderung dieser Artenvielfalt. Es besetzt in der bebauten Umwelt wichtige, kleine Nischen. Und wussten Sie schon? Wer Vielfalt fördert, verbessert gleichzeitig die Gesundheit des eigenen Gartens.
Auf den folgenden Seiten finden Sie Ideen für klimaangepasste, biodiverse Gärten. Viele davon sind einfach umzusetzen und leicht zu integrieren ohne den eigentlichen Zweck Ihres (Klein-) Gartens zu verändern.
Lassen Sie sich inspirieren und machen Sie mit! Das grüne Potenzial Ihres Gartens ist riesig.

1) Der Lebensraum Garten bietet Grün für alle, denken Sie an Ihre „Mitbewohnenden“!

(Klein-) Gärten bieten die perfekte Umgebung für viele Arten von Nützlingen, die uns bei ihrer Pflege und Erhaltung unterstützen. Je vielfältiger die Bepflanzung, desto reicher die Tierwelt. Wer im Herbst nichts zurückschneidet, bietet Insekten automatisch Unterschlupfmöglichkeiten. Lassen Sie so viel Vegetation wie möglich stehen. Laub, abgestorbenes Holz und Pflanzenreste dienen zunächst als Bodenschutz und werden dann zu Erde und Humus. Aufgehäuft schaffen sie einen Lebensraum und einen Ort zum Überwintern. Käfer und Tausendfüßler freuen sich über die Beherbergung in kleineren Steinhaufen, Frösche, Kröten oder Blindschleichen finden in größeren Haufen Unterschlupf. Igel profitieren ebenfalls von diesen Strukturen.

2) Hecken: Schutz und Nährgehölz

Einige der artenreichsten Gebiete im (Klein-) Garten finden sich rund um seine Begrenzungen. Der Boden unter einer Hecke bietet Nahrung und Unterschlupf für Insekten, Vögel und kleine Säugetiere. Eine einzige Hecke kann bis zu 2.000 Arten beherbergen. Außerdem dienen Hecken als Windschutz, wodurch der Boden in ihrer Nähe feuchter und die Taubildung höher ist. Sie können Staub filtern, Schatten spenden und CO2 speichern.
Nutzen Sie heimische Gewächse wie Schlehe, den gemeinen Schneeball oder Liguster. Sie sind das Beste für unsere darauf spezialisierte Tierwelt.
Suchen Sie Ihre Hecke vor dem Schnitt immer nach brütenden Vögeln und anderen tierischen Bewohnern ab.
Auch aufgeschichteter Baumschnitt und Totholz können als Hecke dienen.

3) Wege entsiegeln

Versiegelte Wege verhindern die Versickerung von Wasser. Zusätzlich heizen sich Steine stark auf. Stattdessen können Wege mit Kies oder Hackschnitzeln gestaltet werden.

4) Gesunder Garten durch Mischkulturen

Treiben Sie es bunt und pflanzen Sie vielfältig: Wildpflanzen neben Kulturpflanzen und Heilkräuter zwischen Gemüse. Pflanzen, die einander stützen, sind etwa Erdbeeren und Zwiebeln, Erbsen und Radieschen oder Gurken mit Fenchel oder Dill. Geeignete Begleitpflanzen mit ätherischen Ölen sind Basilikum, Bohnenkraut oder Kamille. Bei einer höheren Vielfalt ist das Risiko, viele Pflanzen gleichzeitig zu verlieren, geringer.

5) Wildes Paradies: Weniger Rasen – Mehr Biodiversität

Lassen Sie einen Teil der Wiese wachsen! Mit Wildblumen und möglichst heimischen Stauden schaffen Sie ein Nahrungsangebot für Tiere und sparen sich Arbeit. Durch die Bestäubung ist der Ertrag an Obst und Gemüse gesichert; Vögel kümmern sich um Schädlinge. Dünger oder Pestizide sind nicht notwendig. Gemäht wird selten, möglichst nur 1- bis 2-mal jährlich, am besten im Herbst. Eine Bewässerung ist nur in langen Trockenperioden notwendig. Der Boden wird durch tief reichende Wurzeln vor Erosion bei Starkregen oder Wind geschützt.

6) Pflanzenauswahl: Setzen Sie auf robuste Klimagewinner

Häufigere Perioden mit intensiver Trockenheit, dazu Unwetter mit Sturm, Hagel und Starkregen zeigen, wie sich der Klimawandel auswirkt. Hitze- und trockenheitstolerante Pflanzen, die auch Winterfröste aushalten, sind gefragt. Wasser wird zum Argument bei der Gemüseauswahl. Wer darauf achtet, setzt besser auf Sorten mit geringem Verbrauch. Das heißt zum Beispiel: Statt Tomaten und Gurken lieber Karotten, Kartoffeln oder Kürbisse pflanzen.

7) Kluges Wassermanagement

Kluges Wassermanagement ist heute im (Klein-)Garten unumgänglich. Diese Maßnahmen helfen, Wasser zu sparen und die Vegetation ausreichend zu versorgen:
• Sammeln Sie Regenwasser zur Bewässerung.
• Meiden Sie beim Wässern die Mittags- und Nachmittagszeit. Wässern Sie besser morgens. Abendliches Gießen begünstigt aufgrund der Feuchtigkeit über Nacht einen Schädlings- und Krankheitsbefall (z. B. Schnecken, Pilzkrankheiten).
• Gießen Sie richtig: Lieber einmal intensiv anstatt mehrmals über den Tag verteilt. Wässern Sie dabei bodennah den Wurzelbereich und nicht das Pflanzengrün.

Grünspriess wächst in dunkler Erde

8) Licht – im Dunkeln ist gut Munkeln

Vermeiden Sie in der Nacht unnötiges Licht (z. B. Teichkugeln, Solarwegbeleuchtung) – es lenkt die Tierwelt z. B. von der Nahrungssuche ab oder stört ihre Orientierung

9) Lebendiger Boden: Selbstverständlich torffrei

Wenn nicht genug Komposterde zur Verfügung steht, achten Sie darauf, dass gekaufte Erde aus zertifizierter ökologischer Herstellung stammt und torffrei ist. Torfhaltige Erde wird aus Mooren gewonnen, die große Mengen an CO₂ speichern. Außerdem verlieren wichtige Tier- und Pflanzenarten beim Torfabbau ihren Lebensraum. Torferde hat auch gärtnerische Nachteile: Einmal ausgetrocknet, kann sie kein Wasser mehr aufnehmen. Trocknen Böden aus, sterben Kleinstlebewesen, die für Humusbildung und Bodengesundheit zuständig sind.

10) Teiche: Trinkplätze und Abkühlung

Wasser ist für die Tierwelt unerlässlich. Insbesondere bestehende Teiche sind daher wichtig für die Artenvielfalt im (Klein-)Garten. Fischfrei sind sie eine willkommene Brutstätte für Frösche, Kröten und Libellen sowie Trinkplatz für viele andere Lebewesen. Außerdem wird die Umgebung durch Verdunstung gekühlt. Aufgrund der Wasserknappheit: Gehen Sie bitte sorgsam damit um!

11) Natürlich düngen

Wer seine Pflanzen gesund erhalten möchte, kommt um regelmäßige Nährstoffzufuhr nicht herum. Zu viel Düngung kann allerdings zu einem Stickstoffüberschuss führen, wobei Lachgas, ein klimaschädliches Treibhausgas, freigesetzt werden kann. Grundsätzlich wird zwischen mineralischem und organischem Dünger unterschieden. Die Herstellung von künstlichen Düngern ist sehr energieaufwendig. Natürliche organische Düngerarten wie etwa Kompost, Schafwolle oder Hornspäne sind daher oft die nachhaltigere Wahl. Schenken Sie Pflanzenresten und Bioabfällen ein zweites Leben als Kompost! Die Kompostierung ist Teil des natürlichen Zyklus von Wachstum und Verfall und ist nicht nur gut für Ihren Boden: Der Komposthaufen selbst ist ein gemütliches Zuhause für Würmer, Käfer und Kleintiere.

12) Böden bedeckt halten

Um die Verdunstung von Wasser aus dem Boden zu verringern kann mulchen mit Grünschnitt oder Hackschnitzeln helfen. Außerdem hilft es, den Boden nicht zu tief umzugraben, um den Humusanteil und die Wasserspeicherkapazität des Bodens zu behalten.

13) Kraterbeet anlegen

Durch die besondere Form von Kraterbeeten mit leicht abgesenkten Flächen kann Wärme und Feuchtigkeit gespeichert und ein Windschutz gebildet werden. In den unterschiedlichen Zonen können verschiedene Kräuter, Stauden und Gemüse kombiniert werden.

Sie möchten mehr wissen?

Sie möchten mehr wissen? Weitere Informationen finden Sie hier:
• auf der Website der Stiftung Naturschutz Berlin
• auf der Website des NABU
• auf der Webseite der Klimakampagne des Landesverbandes Berlin der Gartenfreunde e. V.
• in der Broschüre „Einfacher Rasen oder blühende Vielfalt“ der Stiftung für Mensch und Umwelt
• in den Broschüren „Erste Hilfe auf dem Weg zum Naturgarten: Was Sie im Garten für die Artenvielfalt tun können” und „Der Wildgarten” des BUND
• Bei Fragen zur Pflanzengesundheit oder zu Schädlingen können Sie sich an das Pflanzenschutzamt wenden.

Bitte beachten Sie bei der Umsetzung das Bundeskleingartengesetz und die jeweiligen (vertraglichen) Regelungen Ihres Kleingartenverbandes und -vereines.

Aufgrund der Historie ist bekannt, dass in Kleingartenanlagen oft Bodenbelastungen auftreten. Parzellenpachtende können bei Interesse beim Umwelt- und Naturschutzamt anfragen und erhalten Auskunft, ob Bodenuntersuchungen bzw. Nutzungsempfehlungen bekannt sind, werden aber auch durch ihren Kleingartenverband bzw. -anlage darüber informiert.

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  • Kleingartenflyer

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