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Projekübersicht MobilBericht II

Die Mobilitätsberichterstattung rückt die Mobilität der Menschen im Bezirk Pankow in den Fokus und richtet die Verkehrsplanung im Sinne einer umweltverträglichen und sozial-gerechten Gestaltung neu aus. Insbesondere die Nutzung des Umweltverbunds soll gefördert werden.

Als neues Planungsinstrument wurde die Mobilitätsberichterstattung im Rahmen des Forschungsprojektes MobilBericht I (2017-2021) erstmals entwickelt und praktisch erprobt. Kernergebnis war der 1. Pankower Mobilitätsbericht, der fortan als Arbeitsgrundlage dient – auch für das Folgeprojekt MobilBericht II (2021-2023). Gemeinsam mit der TU Berlin und der TU Dresden schreibt die Mobilitätsmanagerin von Pankow die Mobilitätsberichterstattung fort. Ziel ist es, den Verkehr im Bezirk stadtverträglich, bedarfsorientiert und gerecht zu gestalten. Die Planung soll dabei ressortübergreifende Belange (z. B. Gesundheit, Umwelt, Soziales) integrieren.

Die strategische Ausrichtung der Verkehrspolitik hilft, gemeinsam gesteckte Ziele transparent aufzuzeigen und zu verfolgen. Die Stärkung der Nahmobilität und gerechter Zugang zur Mobilität stehen im Zentrum der Planung, um den Bezirk für künftige Herausforderungen besser aufzustellen.

Auch in MobilBericht II kommen wieder quantitative und qualitative Erhebungsmethoden zum Einsatz, um die Bedarfe der Menschen vor Ort zu erfassen, räumliche Besonderheiten zu untersuchen und eine konsistente Datengrundlage für eine bedürfnisorientierte Planung zu schaffen. Daneben liegt der Fokus auf der Umsetzung der im Mobilitätsbericht festgeschriebener Maßnahmen. Das betrifft v. a. die geplanten Kiezblocks im Komponistenviertel und im Arnimkiez, deren Entstehungsprozess, Wirksamkeit und Akzeptanz vom Projektteam begleitet und wissenschaftlich evaluiert werden.

Ein weiterer wichtiger Projektbaustein ist der Wissenstransfer, um die Mobilitätsberichterstattung auch über die Grenzen Pankows hinaus auf Kommunal- und Landesebene zu etablieren. So sollen im Rahmen von Weiterbildungsangeboten, Workshops und Veranstaltungen wie dem Mobilitätsforum die Erkenntnisse und Erfahrungen aus dem Projekt mit den Verantwortlichen anderer Kommunen und Institutionen geteilt werden.

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Projektverlaufsplan und Forschungsmethoden:

Am 14. und 15. Juni 2021 haben sich alle Projektbeteiligten zu einem Auftakttreffen an der TU Berlin zusammengefunden. Teil des Programms war neben der Vorbereitung des Projektes MobilBericht II über die kommenden zwei Jahre auch eine Kiezbegehung im Komponistenviertel in Pankow.

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Photovoice-Methode

Bereits in der Planaufstellungsphase kamen engagierte Bürger*innen auf das Forschungsteam zu, um ihre Erkenntnisse aus dem Mobilitätsalltag in die Untersuchungen einzubringen. In MobilBericht II soll nun erstmals die Photovoice-Methode angewendet werden. Bei dieser qualitativen, partizipativen Erhebungsmethode zur Erfassung der subjektiven Mobilität bringen die Teilnehmenden zu einer gemeinsamen Veranstaltung Bild- und Videomaterial ihrer alltäglichen Erlebnisse mit. Das Material wird vorgestellt und diskutiert, um darüber ins Gespräch zu kommen, welche Stärken und Schwächen das Verkehrssystem in Pankow hat und wie Verbesserungen auf Kiezebene aussehen könnten.

Flächengerechtigkeitsanalyse

Ergänzend zur Umweltgerechtigkeitsanalyse aus MobilBericht I soll der Aspekt der Flächenverteilung als Indikator für nachhaltige Mobilität in den Mobilitätsbericht integriert werden. Dabei wird auf Basis vorhandener und zugänglicher Daten eine Methodik zur Analyse der Verteilung von Verkehrsflächen für verschiedene Verkehrsmittel in Pankow erstellt und angewendet. Diese ermöglicht es im Turnus des Mobilitätsberichtes die Veränderung der Flächenverteilung hin zu nachhaltigen Mobilitätsarten zu evaluieren. Die Methodik wird so entwickelt, dass der Bezirk sie selbstständig anwenden kann und soll idealerweise in ein standardisiertes Kataster integriert werden.

Pilotierung und Evaluierung von Maßnahmen zur Quartiersentwicklung

Wichtiger Bestandteil des 1. Pankower Mobilitätsberichts sind die Maßnahmen zur Förderung einer nachhaltigen urbanen Mobilität im Bezirk. Deren Umsetzung ist eine zentrale Aufgabe der nächsten Jahre.

Im Fokus von MobilBericht II steht die wissenschaftliche Begleitung der Entstehung sogenannter Kiezblocks im Komponistenviertel und dem Arnimkiez. Erste, von der Zivilgesellschaft entwickelte Ideen zur Gestaltung und Verkehrsberuhigung ihres direkten Wohnumfeldes werden aktuell vonseiten der Verwaltung geprüft und anschließend – ggf. in angepasster Form – in die Umsetzung gebracht. Durch geeignete Partizipationsformate und eine gute Kommunikationsstrategie soll die Akzeptanz der Maßnahmen auch bei denjenigen Anwohnenden sichergestellt werden, die sich in der ersten Planungsphase nicht beteiligten. Erstmalig sollen kollaborative Planungen realisiert werden, die mithilfe gering-investiver Maßnahmen im Straßenraum zu einer umfassenden Verkehrsberuhigung und zur Steigerung der Aufenthaltsqualität in den Quartieren beitragen wird.

Die Umsetzung der Pilotprojekte wird von wissenschaftlicher Seite durch eine Prozess- und Wirkungsevaluierung begleitet. Durch die Dokumentation und Reflexion aufgetretener Barrieren und deren Lösungen können so einzelne Arbeitsschritte und Verwaltungsprozesse für ähnliche Projekte in Zukunft verbessert werden. Außerdem soll die tatsächliche Wirksamkeit der umgesetzten Maßnahmen evaluiert werden, indem z. B. die Abnahme oder Verlagerung des motorisierten Verkehrs oder die Belebung des öffentlichen Raumes untersucht werden.

Mobilitätsforum

Ende 2020 fand erstmals die Pankower Mobilitätskonferenz statt, die mit wichtigen Akteur*innen der Planung als beratendes Gremium über die Aufstellung des Mobilitätsberichts sowie die Umsetzung von Maßnahmen diskutierte. Die Konferenz war der Auftakt für die nun regelmäßig stattfindenden Mobilitätsforen, die Raum zum Austausch bieten und Umsetzungsprozesse auf dem Weg zu einer nachhaltigen Mobilität beschleunigen und erleichtern sollen.

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Wissenstransfer

Die Chancen und Möglichkeiten der Mobilitätsberichterstattung als Mittel, das Ziel der nachhaltigen urbanen Mobilität umzusetzen, sollen deutschlandweit auch anderen Kommunen nahegebracht werden. Dazu sind in MobilBericht II Weiterbildungsangebote wie Seminare und Workshops geplant. In deren Rahmen sollen auch die Erfahrungen aus der Maßnahmenumsetzung (z. B. der Kiezblocks) geteilt werden.

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Die Produkte der Mobilitätsberichterstattung

Das erste Produkt der Mobilitätsberichterstattung ist der im April 2021 veröffentlichte 1. Pankower Mobilitätsbericht. Darin werden alle Daten und Ergebnisse zur Mobilität in Pankow, die im Rahmen des Forschungsprojekts MobilBericht I erhoben und bewertet wurden, zusammengefasst. Außerdem stellt er konkrete Maßnahmen vor, mit denen der Bezirk das selbsterklärte Ziel einer nachhaltigen urbanen Mobilität erreichen will. Der Mobilitätsbericht ist Ausgangspunkt und Arbeitsgrundlage für die nun folgende Umsetzungsphase und wird etwa alle fünf Jahre fortgeschrieben.

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Daneben haben die wissenschaftlichen Partner des Projekts einen Leitfaden veröffentlicht, um auch über die Grenzen Pankows hinweg Verantwortliche in der kommunalen Verkehrsplanung zu ermutigen und zu befähigen, die Mobilitätsberichterstattung selbständig anzuwenden. So soll deutschlandweit in Zukunft die Mobilität besser in die Planung integriert und Verkehrsprojekte zielorientiert nach einem gemeinsam entwickelten Leitbild gestaltet werden können.
Alle Informationen rund um das Planungsinstrument finden sich auch auf der Webseite mobilbericht.de.