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vom Bezirksamt Pankow, vom Land Berlin und vom Bund

Corona

Informationen des Bezirksamtes Pankow und Zentrale Seite der Senatskanzlei

Kiezblocks in Pankow

Kiezmobil

Was ist ein Kiezblock?

Ein Kiezblock ist ein städtisches Wohnquartier ohne Kfz-Durchgangsverkehr. Die Straßen innerhalb des Kiezes sind vor allem für den Fuß- und Radverkehr da, während das Auto nur zu Gast ist.

Natürlich sind alle Gebäude für Rettungsfahrzeuge, Lieferverkehr, etc. erreichbar und auch Anwohner*innen kommen weiterhin mit ihrem Auto nach Hause. Verkehrslenkende Maßnahmen wie zum Beispiel Einbahnstraßen oder Diagonalsperren an ausgewählten Kreuzungen verhindern aber eine durchgängige Querung des Kiezes mit dem Kfz. Dadurch werden die Straßen sicherer und die Wohnumgebung ruhiger.

Darüber hinaus soll der öffentliche Raum gestaltet werden – etwa durch Straßenmöbel, Grünflächen oder Spielstraßen. Gemeinsam mit den Kiezbewohner*innen soll der Kiez mit neuem Leben gefüllt werden.

Die Umsetzung von Kiezblocks wurde nicht nur politisch beschlossen, das Thema wird auch auch im Pankower Mobilitätsbericht behandelt. In Kooperation mit Vertreter*innen aus der Zivilgesellschaft, der Politik und der Verwaltung wurden im Rahmen der Mobilitätsberichterstattung insgesamt 16 Maßnahmen entwickelt, um Pankow auf den Weg einer nachhaltigen, urbanen Mobilität zu bringen. Bei Maßnahme 8 ist der Name Programm: „Nebenstraßen durch Fahrradstraßen und/oder Kiezblocks attraktiver machen“.

Nebenstrassen Kiezblock

© Mobilitätbericht Berlin Pankow 2020

Kiezblock Komponistenviertel

Nach ausführlicher Diskussion und auf Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) hat das Bezirksamt Pankow entschieden, ab Sommer 2022 das Komponistenviertel als Kiezblock zu gestalten.

Durch die Umsetzung verschiedener verkehrslenkender Maßnahmen soll der Durchgangsverkehr aus dem Viertel herausgehalten werden. Dadurch werden sich unter Umständen gewohnte Wegeverbindungen verändern. Anwohner*innen können ihr Zuhause aber weiterhin mit dem Pkw erreichen. Im weiteren Verlauf werden außerdem Maßnahmen zur Gestaltung und Belebung des öffentlichen Raums umgesetzt.

Mit dem Vorhaben will das Bezirksamt Pankow mit wissenschaftlicher Begleitung vom Team des Projektes MobilBericht herausfinden, ob ein solches Vorgehen zu einer Reduzierung der Kfz-Verkehrsbelastung führt und die Sicherheit sowie Umwelt- und Aufenthaltsqualität im Kiez erhöht. Im Rahmen einer Wirkungsanalyse führt die TU Dresden dazu Verkehrszählungen und Befragungen durch, während die TU Berlin die Prozessanalyse übernimmt und das Bezirksamt bei der Öffentlichkeitsarbeit unterstützt.

Hintergrund für die Einrichtung des Kiezblocks ist die aktuell starke Belastung des Wohnviertels durch Autoverkehr, die die Schulwegsicherheit beeinträchtigt und an vielen Stellen zu Konflikten und Unfällen führt. Verkehrszählungen aus dem Sommer 2021 zeigen, dass in einigen Straßen im Komponistenviertel der Anteil an Durchgangsverkehr bei 50 % und mehr liegt. Die Hälfte des Verkehrs entsteht also durch Fahrzeuge, die das Wohnviertel lediglich zum Abkürzen zwischen der Berliner Allee und der Indira-Gandhi-Straße nutzen.

Aktuelle Planung

Ende 2021 wurde das Planungsbüro stadtraum GmbH damit beauftragt, ein Verkehrskonzept zu entwerfen, das den Durchgangsverkehr effektiv aus dem Komponistenviertel heraushält. Dabei baute stadtraum auf den Entwürfen der Kiezblockinitiative von 2020, der Verkehrszählung aus dem Sommer 2021 und eigenen Untersuchungen vor Ort auf. Die Ergebnisse wurden im Rahmen der 2. Infoveranstaltung vorgestellt und diskutiert.

Das Verkehrskonzept sieht in seiner ersten Stufe ein System von Einbahnstraßen vor, das eine durchgehende Querung des Viertels verhindert. Die Umsetzung soll im Sommer 2022 erfolgen. Sollte sich die Einbahnstraßenregelung wegen wiederholter Missachtung durch Autofahrende als unwirksam erweisen, ist eine Erweiterung mit Diagonalsperren vorgesehen. Diese sogenannten modalen Filter sind weiterhin durchlässig für den Rad- und Fußverkehr sowie für Müll- und Rettungsfahrzeuge, verhindern jedoch die Durchfahrt von Privat-Pkw.

aktuelle Planung

© stadtraum GmbH, Stand: 28.02.2022

Weitere Informationen zum Verkehrskonzept finden Sie in der Präsentation zur 2. Infoveranstaltung
Nach dem Verständnis des Bezirks Pankow zeichnet sich ein Kiezblock nicht nur durch verkehrliche Maßnahmen aus, sondern geht mit der Gestaltung des öffentlichen Raums einher. So soll langfristig auch die Aufenthaltsqualität im Komponistenviertel gesteigert werden, etwa durch die Einrichtung von Parklets und Begegnungszonen. Die geplante Fahrradstraße in der Bizetstraße und weitere Gehwegvorstreckungen sollen außerdem die Bedingungen für den Rad- und Fußverkehr verbessern.
Entgegen ersten Planungen wird der Kiezblock Komponistenviertel nicht als einjähriger Verkehrsversuch (nach § 45 Abs. 1 Satz 2 Nr. 6 StVO) durchgeführt, bei dem die Zuständigkeit bei der Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verkehr und Klimaschutz (SenUMVK) läge. Stattdessen ist nun der Bezirk für den Gesamtprozess zuständig und muss für eine rechtssichere Anordnung den Weg eines mehrstufigen Verfahrens von milderen zu schärferen Mitteln nehmen.

Als projektbegleitendes Austauschformat wurde in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Institut für Urbanistik das „Fachforum Berliner Kiezblocks“ ins Leben gerufen, um gemeinsam mit Expert*innen aus den Senats- und Bezirksverwaltungen über die Umsetzung von Kiezblocks in Berlin zu diskutieren. Das regelmäßige Treffen unterstützt das Bezirksamt Pankow dabei, die Inhalte und Verfahrensschritte der erstmals erprobten Maßnahme nach den Zielen einer nachhaltigen urbanen Mobilität und rechtlichen Anforderungen bestmöglich umzusetzen. Ebenso werden andere Bezirke dazu motiviert und dabei unterstützt, Kiezblocks einzurichten. So soll eine flächendeckende Einführung in Berlin ermöglicht, ein gemeinsames Verständnis entwickelt und einheitliche Verfahrensschritte etabliert werden.

FAQs

Wird das Parken im Viertel – wie im Beispiel Barcelona Superblocks – für Anwohner*innen weitgehend eingeschränkt?

Das aktuelle Verkehrskonzept sieht das nicht vor. Für die Gestaltung des öffentlichen Raums und zur Steigerung der Verkehrssicherheit könnten aber langfristig durchaus einzelne Parkplätze umgewidmet werden, etwa für Radabstellanlagen oder Parklets.

Wie wird die Wirksamkeit der Fahrradstraße gewährleistet?

Die Einrichtung der Fahrradstraße ist bereits mit der Polizei abgestimmt und wird durch regelmäßige Kontrollen begleitet. Durch Verkehrszählungen wird die Wirksamkeit außerdem regelmäßig überprüft und ggf. nachgesteuert.

Kann für Anwohner*innen in der nord-östlichen Ecke nicht eine Möglichkeit geschaffen werden, um das Viertel in Richtung Westen zu verlassen?

Die längere Fahrtzeit Richtung Westen durch das Wenden auf der Indira-Gandhi-Straße ist ein Nachteil, der uns bewusst ist. Er muss aber im Verhältnis zu dem Vorteil eines ruhigeren und verkehrssicheren Komponistenviertels gesehen werden. Um den Durchgangsverkehr wirksam aus dem Wohnviertel herauszuhalten, sehen wir derzeit keine andere Lösung.

Wie wird der Lieferverkehr durch das Viertel geführt?

Die großen Supermärkte (Edeka, Netto und Aldi) können weiterhin über ihre üblichen Wege beliefert werden. Grundsätzlich gilt das Verkehrskonzept und die vorgesehene Einbahnstraßenregelung aber natürlich auch für den Lieferverkehr.

Kommen Rettungswagen weiterhin überall hin?

Rettungswagen kommen nicht nur weiterhin überall hin, sondern haben auch Sonderrechte und können beispielsweise die Bizetstraße ohne Einschränkungen nutzen.

Sind die Einbahnstraßen für Radfahrer*innen in beide Richtungen befahrbar?

Ja.

Wo bekommen Anwohner*innen Informationen zu dem Projekt?

Das Bezirksamt informiert die Anwohner*innen über verschiedene Kanäle. Dazu gehören neben der Website, dem Kiezblock-Newsletter und Social Media auch „klassische“ Kanäle wie Plakate, Infoveranstaltungen und die (lokale) Presse. Außerdem wurde ein Projektbeirat aus Anwohner*innen gegründet, die in ihrer Rolle als Multiplikator*innen Informationen auch Mund-zu-Mund weitergeben.

Beteiligung

Der Prozess rund um den Kiezblock wird von verschiedenen Maßnahmen der Bürgerbeteiligung begleitet. Neben Infoveranstaltungen vor Ort im Kiez wurde Anfang 2022 ein Projektbeirat aus Anwohner*innen eingerichtet, der dem Bezirksamt beratend zur Seite steht. Um die Bedarfe von Kindern und Jugendlichen zu erfassen sind außerdem mehrere Kiezbegehungen mit Schulklassen vorgesehen.

Projektbeirat

Der Projektbeirat begleitet das Vorhaben im Komponistenviertel und berät das Projektteam vom Bezirksamt Pankow zu Fragen der Umsetzung der verkehrlichen Maßnahmen und der Gestaltung des öffentlichen Raums. Die Mitglieder des Beirats greifen die Stimmungslage in der Nachbarschaft auf und tragen aktuelle Fragen, Probleme und Anregungen der Anwohner*innen an die Verwaltung heran.

Der Beirat besteht aus 14 Mitgliedern und wurde möglichst vielfältig zusammengesetzt, z. B. in Bezug auf Alter, Geschlecht, Migrationsbiografie und Bildungshintergrund. Er vertritt die verschiedenen Interessengruppen und Mobilitätsbedarfe im Komponistenviertel.

Am 19. Februar 2022 kam der Projektbeirat zu seiner ersten, konstituierenden Sitzung zusammen. Die Ergebnisse können Sie gern dem Protokoll und den Präsentationsfolien entnehmen.

Über die folgende E-Mail-Adresse können Sie auch direkt mit dem Projektbeirat Kontakt aufnehmen: beirat.komponistenviertel@web.de

Mehr Informationen zum Projektbeirat finden Sie hier .

Grafik Projektbeirat

Rückblick 2. Infoveranstaltung

Mehr als 90 Interessierte nahmen die Gelegenheit der 2. Infoveranstaltung am 9. März 2022 wahr, um sich über den aktuellen Planungsstand im Komponistenviertel zu informieren, Fragen zu stellen und ihre Anregungen und Ideen zu teilen. Vielen Dank für die spannenden Diskussionen und Einblicke!

Zur weiteren Information finden Sie im Folgenden die Präsentation der Referent*innen (inkl. Verkehrskonzept) sowie einen Überblick der Ergebnisse aus den Diskussionen. Sie können die Veranstaltung außerdem gern im Mitschnitt in voller Länge ansehen.

Präsentation Verkehrskonzept

Ergebnispräsentation

Anwohnende notieren Vorschläge

Rückblick 1. Infoveranstaltung

Um die Anwohner*innen sowie alle Interessierten über den bisherigen Prozess, den Planungsstand und weitere Beteiligungsmöglichkeiten zu informieren, hat das Bezirksamt am 21. September 2021 zu einer ersten Informationsveranstaltung in die ehemalige Kaufhalle im Komponistenviertel eingeladen.

Vor der eigentlichen Vorstellung des Vorhabens durch das Stadtentwicklungsamt und die TU Berlin, hatten die Besucher*innen die Möglichkeit sich im Rahmen einer Plakatausstellung eigenständig über den geplanten Kiezblock Komponistenviertel zu informieren und ihre Anregungen und Ideen mitzuteilen. Im Anschluss gab es ausreichend Raum für Rückfragen und zur Diskussion.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Besucher*innen für die rege Teilnahme und den spannenden Austausch!

Zur weiteren Information schauen Sie gern in den Mitschnitt der Veranstaltung. Außerdem finden Sie im Folgenden die Präsentation der Referent*innen sowie die Sammlung der Ergebnisse aus den Diskussionen.

Präsentation Mobilitätsbericht und Kiezblocks

Präsentation zur Planung im Kiezblock Komponistenviertel

Ergebnispräsentation

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