Eichenprozessionsspinner in Pankow
Der Eichenprozessionsspinner ist ein nachtaktiver Schmetterling, dessen Raupen und Nester aufgrund der Brennhaare eine Gefahrenquelle für Mensch und Tiere darstellen können.
Er tritt seit 2004 zunehmend im Berliner Stadtgebiet auf.
Besonders Trockenjahre bieten dem Eichenprozessionsspinner ideale Lebensbedingungen und haben zu einer starken Vermehrung geführt.
Die Larven sind tagaktiv und wandern in großen Kolonien zu neuen Futterplätzen. An Bäumen, an denen punktuell Kahlfraß aufgetreten ist, kann es vorkommen, dass Larven auf andere Gehölze abwandern, um eine Nahrungsgrundlage zu suchen. Insbesondere werden neben Eichen daher auch Ahorn und Buchen von den Larven aufgesucht. Dies kann zu größeren Prozessionen auf Straßen und Wegen führen.
Bei bestimmten Windverhältnissen können Brennhaare vom Wind über mehrere Meter verbreitet werden.
Die Brennhaare enthalten das Nesselgift Thaumetopoein, das sowohl beim Menschen als auch Tieren toxische und/oder allergische Reaktionen hervorrufen kann. Diese können von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich ausgeprägt sein.
Die sogenannte Raupendermatitis kann sich in Form von Rötungen auf Haut und Schleimhaut, Juckreiz und Brennen zeigen. Die Brennhaare können aber auch zu grippe-ähnlichen Beschwerden (Fieber, Schwindel), Bronchitis oder Bindehautentzündung oder in sehr seltenen Fällen zu starken allergischen Reaktionen führen. In solch einem Fall treten die Beschwerden sehr schnell nach dem Kontakt auf (binnen einer halben Stunde).
Häufig treten die Symptome jedoch erst nach 24 Stunden auf, so dass es schwer sein kann, den Zusammenhang zwischen den Beschwerden und dem Aufenthalt unter betroffenen Bäumen herzustellen. Ggf. ist der behandelnde Arzt oder Ärztin aufzusuchen.
- soweit möglich befallen Gebiete meiden
- 10 bis 15 m Abstand zu befallenen Bäumen halten
- Hierzu Warnschilder beachten
- Hunde fernhalten
- Raupen und Gespinstnester nicht berühren
- Nach möglichem Kontakt: möglichst sofort duschen, Schuhe säubern Kleidung wechseln und waschen (möglichst bei 60 °C, hierbei kommt es zu einer Inaktivierung des Nesselgiftes)
- Befall nur durch Fachfirmen entfernen lassen
Das Pflanzenschutzamt weist auf seinen Seiten die entsprechenden Ansprechpartner entsprechend der Zuständigkeiten aus.
Unter anderem finden Sie dort auch eine Auflistung von Betrieben mit Erfahrung in der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners.
Aktuell kommt aufgrund des fortgeschrittenen Entwicklungsstadiums nur noch mechanische Entfernung durch Absaugen bzw. Verkleben durch Heißwasserkoagulation in Frage.
Sofern in folgenden Jahren eine wiederholte Ausbringung von Insektiziden geplant werden sollte, sind die zuständigen Behörden, Umwelt- und Naturschutzamt sowie Gesundheitsamt rechtzeitig zu informieren (Februar), um das Vorgehen abzustimmen.
Ein entsprechendes Gutachten (Risiko-Nutzen-Abwägung) der zu behandelnden Bäume, ist durch ein fachkundiges Büro zu erbringen, um Verbots-Tatbestände im Zusammenhang mit dem Bundesnaturschutzgesetz auszuschließen.
Weiterhin gibt es auf den Seiten der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege ergänzende Informationen: Eichenprozessionsspinner – Berlin.de
Insbesondere wird hier, wie auch vom Pflanzenschutzamt, darauf verwiesen, wohin Sie entsprechend der geregelten Zuständigkeiten einen Befall melden können:- bei Befall auf privaten Grundstücken an den Eigentümer/die Eigentümerin oder Nutzende des Grundstücks
- bei Befall auf öffentlichen Grundstücken an Berliner Forsten oder an das Straßen- und Grünflächenamt des örtlich zuständigen Bezirks von Berlin.
- Für Pankow erreichen Sie die entsprechenden Stellen bei Befall auf öffentlichen Grundstücken unter forstamt-pankow@forsten.berlin.de bzw. sga.allgemein@ba-pankow.berlin.de
- Sofern Schulgelände oder Schulsportplätze betroffen sein sollten, erreichen Sie das Schul- und Sportamt unter schule.liegenschaften@ba-pankow.berlin.de
Dabei sind genaue Standortangaben (PLZ, Straße, betroffene Fläche z.B. Kita/Anlage/etc.), eine kurze Beschreibung des Befalls (Anzahl betroffener Bäume, Anzahl Nester), idealerweise mit Fotodokumentation sehr hilfreich. Bitte beachten Sie auch hierbei den Selbstschutz und halten Sie stets Abstand zu Raupen und Gespinsten.
Das gesundheitliche Risiko ist u.a. abhängig von Befallsstärke (Größe und Anzahl der Nester), Nutzungshäufigkeit des Gebiets, Betroffenheit von sensiblen Personengruppen und Entfernung zu befallenen Bäumen.
Wenn durch den Befall die Gesundheit der Allgemeinheit gefährdet wird, legen die bezirklichen Stellen in enger Absprache fest, ob zusätzliche Maßnahmen für den öffentlichen Raum zu ergreifen sind.
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Empfehlung zur Bekämpfung des EPS für 2026
PDF-Dokument (104.4 kB)
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Betriebe mit Erfahrung in der EPS-Bekämpfung
PDF-Dokument (535.7 kB)