Verleihung der Spandauer Ehrennadel 2004

Die Spandauer Ehrennadel wurde am 16.12.2004 zum vierten Mal an Personen verliehen, die sich über längere Zeit in besonderer und herausragender Weise für das Gemeinwohl im gesellschaftspolitischen Bereich in Spandau verdient gemacht haben.

Das Findungsgremium – bestehend aus Bezirksbürgermeister Konrad Birkholz, seiner Stellvertreterin Ursula Meys, dem BVV-Vorsteher Jürgen Vogt und seinem Vertreter Uwe Ziesak – hatte auch in diesem Jahr vier besondere Mitbürger ausgewählt, deren Verdienste um den Bezirk Spandau mit dieser höchsten Auszeichnung des Bezirks gewürdigt wurden:

Stefan Calefice

Stefan Calefice
Bild: Bezirksamt Spandau

Stefan Calefice hat sich vor allem durch sein besonderes ehrenamtliches Engagement um die Förderung der Kontakte zwischen Spandau und Wolgograd im Verein Nadjeschda e.V. verdient gemacht.
Seit 1994 ist Stefan Calefice Mitglied des geschäftsführenden Vorstands von Nadjeschda e.V. und zunächst als Schatzmeister und seit 1998 auch als erster Vorsitzender dort ehrenamtlich tätig. Im Rahmen seiner vielfältigen Aktivitäten und Bemühungen in dem Verein nahmen seit 1994 über 1000 Menschen an Austauschprojekten, Patenschaftsprojekten und kulturellen Begegnungen teil. Unter seiner Federführung begann 1999 die fruchtbare Zusammenarbeit mit der Musikschule Spandau. Einen Schwerpunkt seiner Arbeit im Verein sieht Stefan Calefice auch im sozialen Engagement. Unter anderem sollen dabei sozialbenachteiligte Kinder in Wolgograd unterstützt werden. Durch die gezielte Werbung von Paten soll den Kindern dabei nicht nur eine finanzielle Unterstützung zuteil werden, sondern vielmehr auch ein persönlicher Kontakt ermöglicht werden.
Eine besondere Anerkennung erhielten der Verein und Stefan Calefice für die Organisation und Betreuung des Besuches im Dezember 2001 von Frau Poletaeva und Frau Petschegina, die während des Krieges in Spandau zur Zwangsarbeit verpflichtet waren.
Dank der aktiven und über das normale Maß hinausgehenden Arbeit von Stefan Calefice im Verein Nadjeschda e.V. wird dieser vielerorts als vorbildliches Beispiel für die Pflege von partnerschaftlichen und freundschaftlich verbundenen Beziehungen angesehen und hervorgehoben.
Stefan Calefice übernahm dabei gerne viele anfallende Arbeiten und war – trotz seiner starken beruflichen Beanspruchung, die ihn 2005 leider auch aus Spandau in das Bundesgebiet umziehen lassen muss – mit Rat und Tat immer zur Stelle.
Ohne das persönliche Engagement von Stefan Calefice wäre so vieles, was den Verein Nadjeschda e.V. und die Kontakte nach Wolgograd betrifft, für den Bezirk Spandau nicht möglich gewesen.

Klaus Lehmann

Klaus Lehmann
Bild: Bezirksamt Spandau

Klaus Lehmann hat sich insbesondere durch seine langjährigen Tätigkeiten im Unterstützungsverein der Gartenstadt Staaken und im Aufsichtsrat der Gartenstadt Staaken einen Namen gemacht.
In den 60er Jahren zog Klaus Lehmann mit seiner Familie in die Gartenstadt Staaken und wandte sich dort den Aufgaben des Unterstützungsvereins Gartenstadt Staaken e.V. zu. Für seine aktive Mitarbeit bei dem Umbau der alten Feuerwache Staaken zum Seniorenzentrum wurde ihm die Auszeichnung „Goldenes Kamel“ verliehen. Im Jahr 1983 übernahm er das Amt des ersten Vorsitzenden in dem Verein, das er noch heute engagiert bekleidet.
Einen besonderen Schwerpunkt seiner Tätigkeit nimmt das ehrenamtliche Organisieren von vielen Festen und Veranstaltungen – insbesondere für die Bewohner der Gartenstadt Staaken – ein. Jährlicher Höhepunkt ist hierbei das traditionelle Kinder- und Volksfest in der Gartenstadt Staaken mit dem großen Festumzug und den vielen attraktiven Nebenveranstaltungen für Groß und Klein.
Sein besonderes Anliegen ist ihm jedoch die Seniorenbetreuung in der Gartenstadt, die von ihm aktiv vier mal wöchentlich und darüber hinaus noch im Rahmen von Sonderveranstaltungen begleitet wird.
Parallel dazu nimmt Klaus Lehmann mit großer Energie seine Tätigkeit als Aufsichtsratsvorsitzender in der Gartenstadt Staaken e.G. (Wohnungsbaugenossenschaft) wahr.
Tatkräftige Unterstützung erfährt Klaus Lehmann durch seine Ehefrau, die nun auch selbst ehrenamtliche Aufgaben in dem Verein übernommen hat.
Die Ehrung würdigt seine Ausdauer, die zahlreichen Aufgaben selbständig und zuverlässig – immer am Menschen orientiert – wahrzunehmen. Für Klaus Lehmann ist der Unterstützungsverein Gartenstadt Staaken zu seinem persönlichen Lebensinhalt geworden.
Klaus Lehmann hat mehr als beispielhaft bewiesen, dass sich das persönliche Engagement, auf das es heutzutage immer mehr ankommt, lohnt und er dabei immer mehr an die anderen als an sich selbst gedacht hat.

Uwe Rösler
Bild: Bezirksamt Spandau

ist ein wesentlicher und unverzichtbarer Bestandteil in der Havelstadt Spandau.
Seit 1969 ist Uwe Rösler im DER-Reisebüro Spandau tätig – und fast ein jeder Spandauer hat ihn dadurch schon einmal kennengelernt. Seine Arbeit ist ihm gleichwohl zum Hobby geworden. Neben seiner Vorliebe für Reisen ist es ihm seit langem nachweislich ein Bedürfnis, den Bezirk Spandau noch lebens- und liebenswerter zu gestalten. So setzte er sich als Vertreter der Gewerbetreibenden im Betroffenenrat Spandau-Altstadt für den Umbau der Fußgängerzone ein, war Gründungsmitglied und später auch erfolgreich erster Vorsitzender des City-Managements Spandau e.V. – sozusagen dem Vorgänger der Partner für Spandau GmbH -, nahm die Funktion eines Vorstandsmitglieds in der Vereinigung Wirtschaftshof Spandau e.V. wahr und brachte sich engagiert in die Arbeit der Partner für Spandau GmbH ein, der er als Beiratsmitglied angehört.
Darüber hinaus ist er seit über 15 Jahren aktives Mitglied der Arbeiterwohlfahrt Spandau, gehört der Heimatkundlichen Vereinigung Spandau an und ist Fördermitglied im Förderverein des Kant-Gymnasiums.
Uwe Rösler ist bestrebt, über seine vielfältigen Kontakte seinem Bezirk Spandau ein schöneres Erscheinungsbild zu verschaffen und ihn insbesondere touristisch voranzubringen. So ist er maßgeblich an der Durchführung des St.Englmar-Tages auf dem Marktplatz und der Spandauer Reisemesse beteiligt.
Er ist sich aber auch nie zu schade „angesprochen“ und „um Hilfe gebeten“ zu werden. Egal ob Bezirksamt, Vereine oder auch Privatpersonen – er ist stets bemüht, „auch auf eigene Kosten“ den Anfragenden zu helfen.
Uwe Rösler hat sich durch sein vielseitiges Engagement sehr um und für den Bezirk Spandau verdient gemacht und sich dabei selbst immer hinten angestellt. Er nimmt damit eine Vorbildfunktion innerhalb des gesellschaftlichen Lebens in der Havelstadt ein und ist zweifellos ein geeigneter Vertreter für viele weitere engagierte Menschen seines Heimatbezirkes.

Christa Schelle

Christa Schelle
Bild: Bezirksamt Spandau

Christa Schelle hat sich durch ihr besonderes ehrenamtliches Engagement in verschiedenen Bereichen um ihren Heimatbezirk verdient gemacht.
Da ist zum einen ihre Tätigkeit im bezirklichen Sportamt Spandau von 1976 bis 1996. Unabhängig der von ihr beruflich zu erledigenden Aufgaben entstanden durch ihre intensiven Kontakte zu den Sportvereinen Aktivitäten, die heute schon fast traditionell zu nennen sind. Die jährlich stattfindenden Sportlerehrungen und auch die bis Ende der 90er Jahre noch finanzierbaren Sportlertreffen mit dem Partnerkreis Siegen-Wittgenstein bzw. der Partnerstadt Siegen kamen nicht zuletzt durch ihr auch persönliches Engagement zustande.
Der eigentliche Schwerpunkt der ehrenamtlichen Leistungen von Christa Schelle liegt jedoch in den seit 1996 wahrgenommenen Tätigkeiten als Vorsitzende des Kulturforums Spandau e.V., zu denen sie zunächst noch überredet werden musste. Das Kulturforum Spandau versteht sich dabei unter ihrer Regie als ehrenamtlicher Verein, der sich bemüht, bestimmte Kulturangebote in Ergänzung zu denen des Bezirksamtes Spandau zu organisieren. Hierbei hat sie insbesondere an dem Erfolg der alljährlich wiederkehrenden populären Veranstaltungen, wie dem Lichterfest und der Silvesterparty auf der Zitadelle, ihren maßgeblichen Anteil.
Christa Schelle war sich nie zu schade gewesen, Dienste am und für den Menschen zu leisten.
Ihre nach dem Bekanntwerden der Ehrung wiederholt gestellte Frage „Weshalb wurde gerade ich ausgewählt ?“ zeigt, dass das Findungsgremium in jedem Fall die richtige Wahl getoffen hat.
Ihr hohes Engagement in so vielen Bereichen und ihr ausgeprägter ehrenamtlicher Einsatz machen Christa Schelle für ihren Heimatbezirk Spandau unentbehrlich!