Die goldene Spandauer Ehrennadel 2026

Ehrennadel 2026 - Sigrid Meyer mit Bezirksbürgermeister Frank Bewig und stellvertretender Vorsteher der BVV Uwe Ziesack

Sigrid Meyer

Es gibt Menschen, die engagieren sich, weil sie gefragt werden.
Es gibt Menschen, die engagieren sich, weil sie ein bestimmtes Amt übernehmen. Und es gibt Menschen, die sich engagieren, weil sie gar nicht anders können. Weil sie sehen, dass etwas getan werden muss – und es dann einfach tun.

Unsere heutige Geehrte gehört genau zu dieser dritten Kategorie.
Sie hat einmal einen Satz gesagt, der zunächst fast beiläufig klingt:
„Ich kümmere mich um Sachen, die mich stören, die mich aber gar nichts angehen.“ Wenn man darüber nachdenkt, steckt darin eigentlich die schönste Beschreibung dessen, was Ehrenamt ausmacht.

Ihr Leben begann jedoch nicht in Spandau. Mit gerade einmal 18 Jahren fasste sie einen mutigen Entschluss: Sie verließ ihr Heimatdorf und zog nach Berlin. Für viele junge Menschen ist das heute fast selbstverständlich. Damals war es das keineswegs.

Vielleicht war genau dieser Mut auch der Grundstein für das, was später folgen sollte. Denn wer bereit ist, neue Wege zu gehen, der ist häufig auch bereit, Verantwortung für andere Menschen zu übernehmen.

Über viele Jahre hinweg engagierte sie sich mit großem Einsatz in der Kirchengemeinde St. Nikolai. Sie organisierte, unterstützte, half dort wo sie gebraucht wurde. Dabei durfte sie auf Menschen treffen, die ihren Weg begleitet und geprägt haben – insbesondere Dr. Lehmann und Herrn Holderbaum. Dort übernahm sie Verantwortung und gestaltete das Gemeindeleben aktiv mit. Doch ihr Engagement endete nicht an den Türen der Kirche.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil ihres Lebens wurde der Kajak-Club Albatros 1926 e.V. Und auch hier zeigt sich wieder ihre ganz besondere Bescheidenheit. Auf die Frage nach ihrem sportlichen Hintergrund sagte Sie: „Ich war keine Sportlerin im eigentlichen Sinn.“ Und nach einer kurzen Pause fügte sie lächelnd hinzu: „Unsere Kinder dafür umso mehr.“
Wie so oft beginnt ehrenamtliches Engagement ganz unspektakulär.
Die Kinder treiben Sport. Man fährt sie zum Training. Man hilft einmal bei einer Veranstaltung. Dann übernimmt man eine kleine Aufgabe.
Und ehe man sich versieht, sind aus ein paar Stunden viele Jahre geworden.

Auch im Verein entwickelte sich genau daraus ein außergewöhnliches Engagement. Gerade Vereine leben von Menschen wie ihr.
Nicht nur von denen, die im Mittelpunkt stehen. Sondern von denen, die im Hintergrund dafür sorgen, dass Veranstaltungen stattfinden, Jugendliche gefördert werden, Gemeinschaft entsteht und Traditionen weitergegeben werden. Wenn wir heute über Ehrenamt sprechen, denken wir häufig an große Projekte oder spektakuläre Aktionen. Dabei besteht Ehrenamt meistens aus vielen kleinen Dingen.

Aus einem offenen Ohr.
Aus einem Telefonat.
Aus einer Besorgung.
Aus einer Sitzung am Abend.
Aus einer Veranstaltung am Wochenende.
Aus dem Satz:
“Ich kümmere mich darum.”
Und wenn man diese kleinen Dinge über Jahre und Jahrzehnte zusammenzählt, entsteht daraus etwas Großes.

Es entsteht Vertrauen.
Es entsteht Gemeinschaft.
Es entsteht Heimat.

Unsere heutige Geehrte hat genau das geschaffen.
Sie hat Generationen begleitet.
Sie hat Menschen zusammengebracht.
Sie hat Verantwortung übernommen, ohne sie jemals in den Vordergrund zu stellen.
Und vielleicht ist genau das das Besondere an ihr.

Liebe Frau Sigrid Meyer, mit Ihrem jahrzehntelangen ehrenamtlichen Engagement haben Sie unzähligen Menschen geholfen, Gemeinschaft gestaltet und Verantwortung übernommen. Zum Glück gibt es Menschen wie Sie. Denn ohne Menschen, die genau so denken und handeln, wäre unsere Gesellschaft um vieles ärmer.

Bevor wir zum offiziellen Abschluss kommen, möchte ich noch einen persönlichen Wunsch von Ihnen aufgreifen. Ihr jahrzehntelanges Engagement wäre ohne die Unterstützung Ihres Mannes nicht möglich gewesen – für diesen Rückhalt möchten Sie ihm von Herzen danken.
Ebenso gilt Ihr Dank der Gemeinde St. Nikolai, ihren Pfarrern und dem Gemeindekirchenrat, die stets ein offenes Ohr für Ihre Anliegen hatten. Dieses Miteinander hat Ihr ehrenamtliches Wirken über viele Jahre getragen.

Es ist uns eine große Freude und Ehre, Ihnen heute die Spandauer Ehrennadel in Gold zu verleihen.

Herzlichen Glückwunsch – und vielen Dank.

Ehrennadel 2026 - Olaf Jahn mit Bezirksbürgermeister Frank Bewig und stellvertretender Vorsteher der BVV Uwe Ziesack

Olaf Jahn

Wer schon einmal an einem Badesee war, kennt das Gefühl: Solange alles ruhig ist, nimmt man die DLRG kaum wahr. Denn wenn niemand die Rettungsschwimmer braucht, dann hatten sie einen guten Tag.

Was viele allerdings nicht sehen, ist das, was hinter diesem ruhigen Eindruck steckt. Bevor die ersten Badegäste ihre Handtücher ausbreiten, wurden Dienstpläne geschrieben, Boote überprüft, Funkgeräte getestet und Material kontrolliert. Irgendjemand hat dafür gesorgt, dass alles einsatzbereit ist – und dieser „Irgendjemand“ trägt meist keinen großen Titel. Es sind Ehrenamtliche, die im Hintergrund dafür sorgen, dass Sicherheit selbstverständlich wird.

Einer dieser Menschen ist Herr Olaf Jahn. Seine Geschichte bei der DLRG begann im Jahr 1978. Die Begeisterung für das Wasser begleitete ihn allerdings schon viel früher. 1981 absolvierte er die Ausbildung zum Rettungsschwimmer. Vier Jahre später folgte der Bootsführerschein. Seitdem gehört das Rettungsboot für ihn genauso selbstverständlich zum Sommer wie für andere das Handtuch und die Sonnencreme.

Mit Beginn der Saison 2000 übernahm Herr Jahn die Leitung der Wasserrettungsstation am Groß Glienicker See. Sein Vorgänger hörte auf – und wie so oft im Ehrenamt stellte sich die Frage: Wer macht es jetzt?
Die Antwort lautete: Herr Jahn.

Stationsleiter zu sein bedeutet, Personal zu organisieren, Ausbildungsstände im Blick zu behalten, Renovierungen zu koordinieren und Boote und Gebäude instand zu halten. Vor allem aber bedeutet es, sich um all die kleinen Dinge zu kümmern, die niemand bemerkt – solange sie funktionieren.

Herr Jahn hat einmal einen Satz gesagt, der zunächst überrascht:
„Mit der Kleidung wird auch die Scheu abgelegt.“ Gemeint sind dabei die Badegäste. Wer die rot-gelbe Kleidung der DLRG sieht, weiß sofort: Hier ist jemand, den ich ansprechen kann.

Eine Geschichte hat Herrn Jahn deshalb bis heute besonders bewegt. An einem Sommertag geriet ein dreijähriges Kind im Wasser in Lebensgefahr.
Noch bevor die Einsatzkräfte der DLRG die Unglücksstelle erreichten, handelten zwei Jugendliche ohne zu zögern. Sie zogen das Kind aus dem Wasser. Andere Badegäste schirmten die Situation ab.
Wieder andere unterstützten bei den ersten Wiederbelebungsmaßnahmen.
Das Kind überlebte.

Wenn Herr Jahn heute davon erzählt, spricht er nicht zuerst über den Einsatz der DLRG. Er spricht über das Zusammenspiel aller Beteiligten. Über Menschen, die Verantwortung übernommen haben, obwohl sie sich vorher gar nicht kannten. Für ihn zeigt diese Geschichte eindrucksvoll, was Gemeinschaft leisten kann, wenn jeder seinen Teil beiträgt. Vielleicht ist genau das der Grund, warum sich Herr Jahn seit fast fünf Jahrzehnten engagiert. Weil Hilfe niemals die Aufgabe eines Einzelnen ist.
Sie entsteht immer dann, wenn Menschen gemeinsam handeln.

Heute engagieren sich über 1.000 Mitglieder in der DLRG Spandau.
Rund 80 von ihnen sind aktive Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer. Seit diesem Jahr trägt Herr Jahn dafür eine noch größere Verantwortung. Als Leiter Einsatz der DLRG Spandau koordiniert er den Wasserrettungsdienst für alle vier Spandauer Stationen.

Doch wer glaubt, damit wäre sein Ehrenamt ausgelastet gewesen, kennt Herrn Jahn noch nicht. Sechzehn Jahre lang engagierte er sich zusätzlich beim Kladower Christkindlmarkt. Eingeführt wurde er damals von Jörg Hartmann. Wie sein Einstieg verlief, beschreibt Herr Jahn bis heute mit einem Augenzwinkern: „Ich habe den kleinen Finger gegeben – und war innerhalb eines Jahres fest eingebunden.“

Ich vermute, viele Ehrenamtliche im Saal kennen dieses Gefühl nur zu gut.
Aus einem kleinen Gefallen wird eine feste Aufgabe.
Aus einem Jahr werden zehn. Und irgendwann stellt man fest, dass daraus ein halbes Leben geworden ist.

Beim Christkindlmarkt kümmerte sich Herr Jahn um alles Technische – von Stromversorgung und Reparaturen bis zu Auf- und Abbau. Kurz gesagt: um all das, was niemand bemerkt, solange es funktioniert. Und genau dieses stille, verlässliche Engagement zieht sich durch sein gesamtes ehrenamtliches Wirken.

Über viele Jahre hat ihm seine damalige Ehefrau Carola Jahn den Rücken freigehalten und ihn in seinem Ehrenamt unterstützt.

Lieber Herr Jahn, seit fast fünf Jahrzehnten investieren Sie Ihre Zeit, Ihr Wissen und Ihre Erfahrung für die Sicherheit anderer Menschen. Und Sie tun dies mit einer Selbstverständlichkeit, die beeindruckt. Und sie zeigen, dass Ehrenamt oft genau dort anfängt, wo andere ihren Feierabend beginnen.

Für Ihren außergewöhnlichen Einsatz danken wir Ihnen von Herzen.
Es ist uns eine große Freude und eine besondere Ehre, Ihnen heute die Spandauer Ehrennadel in Gold zu verleihen.

Herzlichen Glückwunsch und vielen Dank.

Ehrennadel 2026 - Dr. Klaus Leichter mit Bezirksbürgermeister Frank Bewig und stellvertretender Vorsteher der BVV Uwe Ziesack

Dr. Klaus Leichter

„Ich bin Spandauer“, sagt Dr. Klaus Leichter, wenn man ihn fragt, warum er 1989 in die Schützengilde zu Spandau eingetreten ist. Was dabei mitschwingt, ist fast schon eine Selbstverständlichkeit.

Für Herrn Leichter ist klar, ein Spandauer gehört halt in die Schützengilde. Und doch trägt er schon sein ganzes Leben ein Geheimnis mit sich: Eine Woche lang hat er nicht in Spandau gelebt, schließlich wurde er in einem Charlottenburger Krankenhaus geboren. Aber seitdem, so schwört er hoch und heilig, hat er immer in seinem geliebten Spandau gewohnt.

Die bezirkliche Verbundenheit zeigt sich auch in seinen zahlreichen Mitgliedschaften in lokalen Vereinen. So ist er seit 1951 bei Spandau 04 und arbeitete bei der Fusion zu den Wasserfreunden Spandau 04 in einer Kommission mit.

Aber auch als Segler verdiente er sich ab 1984 beim SC Gothia seine Sporen und stolz ist er auch auf seine Mitgliedschaften in der Heimatkundlichen Vereinigung und der Vereinigung Wirtschaftshof Spandau.
Doch eins ist klar: Das Herz des Bauingenieurs hängt besonders an der Schützengilde, der er von 1999 bis März 2026 vorstand. So lang, wie niemand sonst in der Vereinsgeschichte der Nachkriegszeit.

27 Jahre lang Vorsteher eines seit 1334 bestehenden Vereins – das kann nicht jeder und das ist aller Ehren wert. In diesen 27 Jahren organisierte Herr Dr. Leichter zahlreiche Veranstaltungen: Frühjahrsempfänge, Sommerfeste und das traditionelle Königsschießen.

In dieser Zeit wurde er viermalig Schützenkönig. Zuletzt gelang ihm dies 2025. Mittlerweile, so erklärt er scherzhaft, schieße er gelegentlich absichtlich daneben, um nicht wieder König zu werden. Denn damit geht immer auch eine gehörige Verantwortung einher. Erringe man den Sieg, könne es sein, dass mit dem Titel auch gewisse Erwartungen an die anschließende Feier verbunden sind. 2025 lud Dr. Leichter im Zuge seines Sieges den Schützenverein zu einer Havelrundfahrt ein.

Neben seinem großen Engagement für die Gilde zeigt er große Dankbarkeit für seine Wegbegleiter. „Ich bin all jenen dankbar, die mich so lange ertragen haben“ scherzt er mit einem charmanten Lächeln auf den Lippen.
Als größtes Highlight seiner Amtszeit als Vorsteher des Vereins begreift Dr. Leichter die 675-Jahresfeier im Jahr 2009. Als Gäste waren neben zahlreichen Schützengilden auch der bayerische und preußische Prinz vor Ort. Noch heute erinnert er sich, wie er den Prinz von Preußen vom Flughafen abholte.

Von den Eindrücken dieses Festtages auf der Zitadelle Spandau zehrt Dr. Leichter immer noch. „Das war mir das Wichtigste in meinen 27 Jahren“ meint er und weiß auch, dass es Veranstaltungen wie diese sind, die den Verein ehren und die Traditionen am Leben halten.

Mit den Generationen jedoch scheint es so eine Sache zu sein: „Der Verein wird älter, die Mitglieder auch“ – das ist für ihn klar.
Deswegen pocht er auch darauf, dass die Schützengilde die Institution bleibt, die sie nunmehr seit fast 700 Jahren in Spandau ist.
Mehr als sieben Jahrzehnte Vereinsleben, mehr als ein Vierteljahrhundert an der Spitze der Schützengilde und ein außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement für den Bezirk machen Herr Dr. Leichter zu einer Persönlichkeit, die Spandau nachhaltig geprägt hat.

Sein Einsatz steht symbolisch für echte Verbundenheit zum Bezirk und die Pflege unseres Vereinslebens. Für diese außergewöhnlichen Verdienste verleiht das Bezirksamt Spandau Herrn Dr. Klaus Leichter die Spandauer Ehrennadel in Gold.

Herzlichen Glückwunsch!

Ehrennadel 2026 - Franz-Josef Esser mit Bezirksbürgermeister Frank Bewig und stellvertretender Vorsteher der BVV Uwe Ziesack

Franz-Josef Esser

Als Franz-Josef Esser vor mehr als anderthalb Jahrzehnten nach Spandau kam, hatte er sein berufliches Leben schon hinter sich – der studierte Theologe entscheidet sich im Rentenalter gemeinsam mit seiner Frau, den weiten Weg von Bonn nach Berlin zu gehen.

Wo andere damit hadern, sich in eine neue Gemeinschaft einzuleben, findet Franz-Josef Esser schnell ein neues soziales Umfeld. In der katholischen Gemeinde St. Joseph engagiert er sich in verschiedensten Funktionen.
Als er dann auf die Mahnwache Spandau trifft, beginnt eine prägende Zeit im Leben von Herrn Esser. Auf dem Spandauer Marktplatz macht er sich fast 15 Jahre lang jeden ersten Samstag im Monat stark für ein friedliches Miteinander.

Gemeinsam mit bis zu 100 Mitdemonstrantinnen und Mitdemonstranten setzt er ein Zeichen für Respekt, Toleranz und Verständigung. Seine theologische Ausbildung hilft ihm dabei in teils kritischen Gesprächen zu vermitteln.

Auf die Frage, wie er auf das Mitwirken in der Mahnwache Spandau gekommen sei, spricht er vielen Ehrenamtlichen wahrscheinlich aus der Seele: „Ich stand da halt so rum“.

In seinem Ehrenamt tragen ihn auch die rheinischen Lebensweisheiten aus der Heimat: „Jeder Jeck ist anders“, weiß er und meint damit, dass die menschliche Vielfalt das Zusammenleben ausmacht und zu achten ist.
Seinen eindrucksvollsten Moment erlebte dieser Einsatz für Menschlichkeit im Jahr 2017. Am 17. August machten sich zum 30. Todestag von Rudolf Heß hunderte Neonazis bereit, um in der Wilhelmstadt zu marschieren.
Franz-Josef Esser sprach diesen Umstand in seiner Gemeinde an, die sich einhellig dafür aussprach, dem Aufmarsch etwas entgegenzusetzen. Esser hatte sich hierfür mit Weggefährtinnen und Weggefährten an der Melanchton-Kirche versammelt.

Völlig überrascht erfuhr er dann, dass der Aufmarsch abgebrochen wurde. Zahlreiche Bürger hatten es geschafft, die Klosterstraße zu blockieren, sodass es für die Neonazis kein Durchdringen gab. Der Tag sollte eine prägende Erfahrung für Herrn Esser werden. Völlig beeindruckt von dem Zusammenhalt der Spandauer Zivilgemeinschaft war er sich nun endgültig sicher, in Spandau eine neue Heimat gefunden zu haben. „Das hat mich beeindruckt“, sagt er noch fast ein Jahrzehnt später.

Das drückt sich seit seiner Ankunft im Übrigen nicht nur durch das soziale Engagement vor Ort aus. Unter dem Pseudonym „Der wahre Jakob“ veröffentlicht und bearbeitet er seit 18 Jahren Wikipedia-Einträge mit besonderem Schwerpunkt auf kirchenhistorischen Themen. Über 300 Artikel hat er verfasst, tausende redaktionell bearbeitet. Über sich selbst sagt er „ästhetisches Wohlgefallen“ an fehlerfreien deutschen Texten zu haben.
Es ist sein Blick fürs Detail, der ihn für seine Mitmenschen zu einem geschätzten Gemeindemitglied, geliebten Familienmenschen und echtem ehrenamtlichen Tausendsassa macht.

Seit 2015 engagiert er sich in der Flüchtlingshilfe. So half er beispielsweise beim Schaffen von Strukturen in der Unterkunft in der Hakenfelder Mertenstraße und begleitete mehrere Familien auf ihrem Weg. Dabei unterstützte er bei der Steuererklärung, bei verwaltungsbezogenen Fragen oder als Halt in gesundheitlich belastenden Zeiten. Wie in etwa, als er einer syrischen Familie als Stütze während der Krebserkrankung des Vaters diente.

2022 wirkte er an der Gründung des Netzwerks Demokratie, Toleranz, Respekt und Vielfalt Spandau im Rahmen der Mahnwache mit. Dort treten 25 Akteurinnen und Akteure aus Bezirkspolitik, Zivilgesellschaft und Glaubensgemeinschaft zusammen, um projektbezogen in den aktiven Austausch zu kommen. Eben um Herrn Essers Herzensthema in den Vordergrund zu rücken: Toleranz, Nächstenliebe und den zivilgesellschaftlichen Zusammenhalt bei aller Diversität und Unterschiedlichkeit.

Für sein wirkungsvolles Engagement in seiner Wahlheimat Spandau und seinen unermüdlichen Einsatz für Vielfalt, Toleranz und Zusammenhalt würdigt der Bezirk Herrn Franz-Josef Esser heute mit der Spandauer Ehrennadel in Gold.

Herzlichen Glückwunsch!

Ehrennadel 2026 - Iris Schiemann mit Bezirksbürgermeister Frank Bewig und stellvertretender Vorsteher der BVV Uwe Ziesack

Iris Schiemann

Es gibt Menschen, die helfen, weil sie eine Aufgabe suchen. Und dann gibt es Menschen wie Frau Schiemann, für die Helfen einfach selbstverständlich ist.

Vor über zwanzig Jahren begann ihr Engagement bei LAIB und SEELE – zunächst eher durch einen kleinen Umweg: Ein Fahrer wurde gesucht, und Frau Schiemann hatte schnell eine Idee: „Mein Mann könnte das doch machen.“ Was als Hilfe von ihrem Mann begann, wurde schon bald zu ihrem eigenen ehrenamtlichen Weg – und zu einem Engagement, das bis heute anhält.

Doch wie das bei vielen Ehrenamtlichen so ist: Wer einmal hineinschnuppert, bleibt selten allein. Schon bald fand auch Frau Schiemann ihren Platz im Team. Sie wurde herzlich aufgenommen – und aus einer kleinen Unterstützung wurde eine Aufgabe, die sie bis heute mit großer Freude erfüllt.

Wenn man Frau Schiemann fragt, warum sie sich engagiert, fällt die Antwort kurz und klar aus: „Helfen tu ich schon immer.“ Und auf die Frage nach dem Warum folgt: „Wenn jemand Hilfe braucht – helfen!“

Eigentlich könnte man an dieser Stelle die Rede schon beenden.
Denn mehr muss man über Frau Schiemann kaum wissen. Diese beiden Sätze beschreiben ihre Haltung besser als jede Auszeichnung oder jeder Lebenslauf. Seit inzwischen mehr als zwanzig Jahren gehört sie zu den festen Stützen von LAIB und SEELE im Falkenhagener Feld.

Jeden Freitag zwischen 12 und 16 Uhr verwandeln sich die Räume der Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde in einen Ort, an dem Hilfe ganz praktisch wird. Rund 150 bis 200 Menschen erhalten hier jede Woche Lebensmittel.

Bevor die erste Kiste ausgegeben werden kann, ist bereits eine Menge Arbeit geleistet worden. Die Lebensmittel müssen bei Supermärkten und Bäckereien abgeholt werden. Anschließend wird sortiert, kontrolliert und verpackt. Obst zu Obst. Gemüse zu Gemüse.

Alles wird sorgfältig zusammengestellt, damit am Ende jeder das erhält, was benötigt wird. Wer jetzt denkt, das passiere alles von allein, den muss ich leider enttäuschen. Hinter jeder gefüllten Kiste stehen Menschen, die früh aufstehen und anpacken.

Etwa 25 Ehrenamtliche sorgen dafür, dass alles funktioniert.
Mittendrin ist seit über zwei Jahrzehnten Frau Schiemann. Mit ihrer ruhigen, herzlichen Art begegnet sie jedem Menschen auf Augenhöhe. Sie sorgt dafür, dass sich niemand wie eine Nummer fühlt. Fünf Jahre lang engagierte sie sich darüber hinaus im Café der Gemeinde. Auch dort ging es nie nur um Kaffee und Kuchen. Es ging um Begegnungen. Um Gespräche.

Und darum, Menschen einen Ort zu geben, an dem sie willkommen sind.
Begleitet wurde sie auf diesem Weg insbesondere von Frau Hoppmann, der Leiterin der Ausgabestelle. Über sie sagt Frau Schiemann ganz schlicht:
„Sie war immer da.“

Liebe Frau Schiemann, mit Ihrem Einsatz haben Sie den sozialen Zusammenhalt in unserem Bezirk über viele Jahre hinweg mitgestaltet.
Sie haben gezeigt, dass Menschlichkeit keine großen Worte braucht.

Für diese Haltung, für Ihre Verlässlichkeit und für Ihren außergewöhnlichen ehrenamtlichen Einsatz danken wir Ihnen von Herzen.
Es ist uns eine große Freude und Ehre, Ihnen heute die Spandauer Ehrennadel in Gold zu verleihen.

Herzlichen Glückwunsch!

Ehrennadel 2026 - Armin Wohlfarth mit Bezirksbürgermeister Frank Bewig und stellvertretender Vorsteher der BVV Uwe Ziesack

Armin Wohlfarth

Wer auf Armin Wohlfarth trifft, der merkt: Da hat einer den Durchblick. Herr Wohlfarth ist seit Jahrzehnten für Spandaus Ehrenamt im Einsatz und ist einer der dabei vor allem eines schafft: Strukturen.

Strukturen aufrechterhalten, da, wo es bereits funktioniert, neue Strukturen schaffen, da, wo sie dringend benötigt werden. „Ich möchte Sachen besser machen, als sie aktuell laufen“, sagt er.

Und genau deswegen überrascht es nicht, wenn man fast überall wo man fragt hört: Herr Wohlfarth hat sich auch noch an dieser Stelle ehrenamtlich eingebracht.

Am eindrücklichsten wird sein Engagement wohl von einer Geschichte eingefangen, die Herr Wohlfarth noch heute zum Schmunzeln bringt. Nach vielen Jahren als engagierter Elternsprecher an der Katholischen Schule Bernhard Lichtenberg und Martin-Buber-Oberschule blieb er einer Elternversammlung an der Oberschule bewusst fern. Klar war ihm schon: Wenn ich da heute auftauche, dann mach ich’s wieder. Also schickte er seine Frau Gabi. Gabi kam einige Stunden später nach Hause mit einer Nachricht, die ihn kaum noch überraschen durfte: Selbst in seiner Abwesenheit wählten die Eltern ihn zum Elternvertreter.

Denn die Eltern wussten, wo Herr Wohlfarth wirkt, kann man mit Fug und Recht behaupten: Das ist bleibend. Man denke beispielsweise an die Umgestaltung des Schul- und Innenhofs der Bernhard-Lichtenberg-Schule, die Herr Wohlfarth maßgeblich unter dem Motto „Grün macht Schule“ vorantrieb. Auch das heutige Schullogo wurde wesentlich von ihn mitentworfen.

Auch in seiner Gemeinde, St. Markus, ist er seit Jahrzehnten für seine Mithilfe geschätzt. Sei es im Kirchenvorstand, dem er seit 11 Jahren angehört, der Jugendhilfe oder dem Bauausschuss, der die Umsetzung einzelner Bauvorhaben vorbereitet. Armin Wohlfarth packt aber auch mal selber an, wenn kleinere Hausmeisterdienste anfallen.

Generell versteht er sich weniger als jemand, der viel um den heißen Brei herumredet. „Geht nicht, gibt’s nicht“ sagt er.

In der Sportvereinigung Deutsche Jugendkraft Spandau hat er in seinen vierzig Jahren neben dem Ausüben verschiedenster Sportarten wie Hand- und Fußball auch die Badminton-Abteilung ins Leben gerufen und stand dem Verein einige Jahre als Präsident vor.

Für den selbstständigen Vater ist aber klar: Ohne seine Ehefrau, wäre sein Ehrenamt in der Form nicht umsetzbar. Er ist stolz auf seine Töchter Lisa, Sophie und Lena, von denen er bereits die älteste Tochter für das Ehrenamt in der Gemeinde begeistern konnte.

Eines wird er auch den neuen Generationen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit weitergeben: Macht euch stark im Ehrenamt. Herr Wohlfarth weiß, dass das Engagement seit der Corona-Pandemie abgeflacht ist und vor allem der engste Familienkreis Priorisierung erfährt.

Das sei auch wichtig und er könne das nachvollziehen, aber damit gehe auch der Dienst an der Gemeinschaft und ein Geselligkeitsgefühl verloren, welches die Spandauer Gemeinschaft stets ausgemacht hat.

Er wünscht sich in diesem Zuge eine Rückbesinnung auf das Ehrenamt – um der Leute willen.

Dem sich herausragend um die Spandauer Zivilgesellschaft verdient gemachten Armin Wohlfarth wird heute die Spandauer Ehrennadel in Gold verliehen.

Herzlichen Glückwunsch!

Werner Falk

Werner Falk erhält im Oktober 2026 die Ehrennadel des Bezirks Spandau in Gold. Die Laudatio wird im Rahmen der Verleihung verlesen und im Anschluss hier veröffentlicht.