Stromausfall

Teaser-Bild Stromausfall

Mögliche Ausprägungen eines Stromausfalls

  • Lokaler Stromausfall

    Ein örtlich begrenzter Stromausfall betrifft einzelne Gebäude, Straßenzüge oder kleinere Gebiete. Ursachen sind häufig technische Defekte, Schäden an Leitungen oder lokale Ereignisse wie Tiefbauarbeiten oder Unwetter. In der Regel können solche Störungen innerhalb kurzer Zeit durch den zuständigen Netzbetreiber behoben werden.

  • Brownout

    Ein Brownout bezeichnet eine zeitlich begrenzte und kontrollierte Unterbrechung der Stromversorgung einzelner Netzbereiche. Ziel ist es, das Stromnetz in einer außergewöhnlichen Versorgungslage zu stabilisieren und einen unkontrollierten großflächigen Stromausfall zu verhindern. Brownouts erfolgen geplant oder automatisiert und unterscheiden sich damit grundlegend von ungeplanten Stromausfällen. Es ist davon auszugehen, dass in einem solchen Szenario nicht das gesamte Stadtgebiet betroffen wäre.

  • Blackout

    Ein Blackout ist ein ungeplanter, großflächiger und länger andauernder Stromausfall, von dem weite Teile der Bevölkerung betroffen sind. Aufgrund der Komplexität moderner Stromnetze kann die Wiederherstellung der Stromversorgung mehrere Stunden oder sogar Tage bis Wochen in Anspruch nehmen. In einer solchen Lage kann es zu erheblichen Einschränkungen der kritischen Infrastruktur kommen. Der Bevölkerungsschutz Spandau trifft hierfür besondere Vorsorgemaßnahmen, beispielsweise durch die Einrichtung von Katastrophenschutz-Leuchttürmen und Katastrophenschutz-Informationspunkten.

    Ein derartiges Ereignis ist seit dem Zweiten Weltkrieg in Westeuropa bislang nicht eingetreten.

Verhalten während eines Stromausfalls

Ein Stromausfall erfordert zunächst keine überstürzten Maßnahmen. Wichtig ist es, Ruhe zu bewahren, die eigene Situation einzuschätzen und die verfügbaren Ressourcen umsichtig zu nutzen. Mit einigen einfachen Verhaltensmaßnahmen können Risiken reduziert und die Versorgung des eigenen Haushalts für einen längeren Zeitraum unterstützt werden.

Während eines langanhaltenden Stromausfalls sollten insbesondere folgende Hinweise beachtet werden:

  • Bewahren Sie Ruhe und verfolgen Sie die aktuelle Lage über ein batteriebetriebenes, handkurbelbetriebenes oder – sofern verfügbar – das Autoradio. Achten Sie dabei insbesondere auf amtliche Warnungen und Hinweise der zuständigen Behörden.
  • Informieren Sie alle Haushaltsangehörigen über den Stromausfall und stellen Sie sicher, dass sich insbesondere Kinder, ältere Menschen oder pflegebedürftige Angehörige in Sicherheit befinden.
  • Verwenden Sie den Notruf (110 oder 112) ausschließlich in echten Notfällen. Ein Stromausfall allein stellt keinen Notfall dar. Nicht erforderliche Notrufe können wichtige Einsatzkapazitäten binden und die Erreichbarkeit der Leitstellen beeinträchtigen.
  • Schalten Sie elektrische Geräte aus, die sich zum Zeitpunkt des Stromausfalls in Betrieb befanden, oder ziehen Sie den Netzstecker. Lassen Sie lediglich eine Lampe eingeschaltet, damit Sie erkennen können, wann die Stromversorgung wiederhergestellt wurde.
  • Öffnen Sie Kühl- und Gefriergeräte nur bei Bedarf. Dadurch bleibt die Kälte möglichst lange erhalten und das Risiko des Verderbens von Lebensmitteln wird verringert.
  • Gehen Sie sparsam mit Trinkwasser um. Sofern die Wasserversorgung noch funktioniert, können zusätzliche Behälter, beispielsweise Eimer oder Gießkannen, vorsorglich mit Wasser befüllt werden.
  • Bereiten Sie warme Speisen ausschließlich mit geeigneten Geräten zu. Campingkocher, Gasgrills oder Holzkohlegrills dürfen aufgrund der Gefahr einer Kohlenmonoxidvergiftung niemals in geschlossenen Räumen betrieben werden.
  • Nutzen Sie private Kraftfahrzeuge möglichst nur für notwendige Fahrten. Tankstellen können bei einem Stromausfall nur eingeschränkt oder gar nicht betrieben werden. Gleichzeitig kann der Ausfall von Lichtsignalanlagen den Straßenverkehr erschweren.
  • Achten Sie auf Ihre Umgebung und unterstützen Sie andere Menschen. Prüfen Sie insbesondere, ob Nachbarinnen und Nachbarn, ältere oder pflegebedürftige Personen Hilfe benötigen. Auch Personen, die beispielsweise in Aufzügen eingeschlossen sind oder Unterstützung bei der Informationsbeschaffung benötigen, können auf Hilfe angewiesen sein.
  • Bleiben Sie möglichst in Ihrem Wohnumfeld, sofern keine zwingenden Gründe bestehen, dieses zu verlassen. Dadurch können unnötige Wege vermieden und Einsatzkräfte entlastet werden.
  • Melden Sie Gefahrenlagen, wie beispielsweise Brände, austretendes Abwasser oder andere erhebliche Gefahren, unverzüglich den zuständigen Einsatzkräften. Begeben Sie sich dabei niemals selbst in Gefahr.

Mit einer besonnenen und vorausschauenden Verhaltensweise kann jede und jeder Einzelne dazu beitragen, die Auswirkungen eines langanhaltenden Stromausfalls zu begrenzen und die Bewältigung der Lage zu unterstützen.

Informationsbeschaffung bei einem flächendeckenden, langanhaltenden Stromausfall

Bundesweites Logo der Katastrophenschutz-Leuchttürme

Katastrophenschutz-Leuchttürme in Spandau

Im Falle eines langanhaltenden, flächendeckenden Stromausfall werden im gesamten Bezirksgebiet sogenannte Katastrophenschutz-Leuchttürme aktiviert. Weitere Informationen

Auswirkungen eines Stromausfalls

Ein Stromausfall wirkt sich auf nahezu alle Bereiche des öffentlichen und privaten Lebens aus. Während kurzfristige Stromausfälle meist nur vorübergehende Einschränkungen verursachen, können flächendeckende und länger andauernde Stromausfälle erhebliche Auswirkungen auf die Versorgung der Bevölkerung, die Funktionsfähigkeit Kritischer Infrastrukturen sowie den Alltag der Menschen haben.

Welche Bereiche des täglichen Lebens können bei einem Stromausfall betroffen sein?

  • Treibstoffversorgung

    Im Falle eines Stromausfalls ist die Kraftstoffversorgung an Tankstellen in der Regel nicht mehr gewährleistet, da die Zapfsäulen ohne Stromversorgung nicht betrieben werden können.

  • Gesundheitswesen

    Das Gesundheitswesen ist in nahezu allen Bereichen auf eine kontinuierliche Stromversorgung angewiesen. Während Krankenhäuser in Deutschland gesetzlich dazu verpflichtet sind, besonders kritische Bereiche für einen gewissen Zeitraum mit einer Notstromversorgung auszustatten, gibt es für Arztpraxen und Apotheken keine Pflicht zur Vorhaltung einer stationären Notstromanlage. Somit können bereits kurzfristige Stromausfälle erhebliche Auswirkungen auf die medizinische und pharmazeutische Versorgung haben.

    In Arztpraxen können ohne Strom zahlreiche Arbeitsabläufe nicht mehr oder nur eingeschränkt durchgeführt werden. Neben der Beleuchtung fallen häufig auch Praxisverwaltungssysteme, Kartenterminals und weitere digitale Anwendungen aus. Elektronische Gesundheitskarten können nicht eingelesen, Patientenunterlagen oftmals nicht aufgerufen und medizinische Untersuchungs- und Behandlungsgeräte nicht mehr betrieben werden. Dadurch ist ein regulärer Praxisbetrieb vielfach nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr möglich.

    Auch Apotheken sind in hohem Maße auf eine funktionierende Stromversorgung angewiesen. Der Ausfall von Beleuchtung, Kassen-, Warenwirtschafts- und Kommunikationssystemen sowie die eingeschränkte Verarbeitung elektronischer Rezepte können die Abgabe von Arzneimitteln erheblich erschweren. Hinzu kommen mögliche Beeinträchtigungen bei der Kühlung temperaturempfindlicher Medikamente sowie beim Betrieb automatisierter Lager- und Ausgabesysteme. Infolgedessen kann die Arzneimittelversorgung der Bevölkerung insbesondere bei länger andauernden Stromausfällen erheblich eingeschränkt sein.

  • Versorgung mit Lebensmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs

    Die Versorgung mit Lebensmitteln und anderen Gütern des täglichen Bedarfs ist in hohem Maße von einer funktionierenden Stromversorgung abhängig. Bereits nach kurzer Zeit kann ein Stromausfall die gesamte Versorgungskette beeinträchtigen – von der Produktion und Verarbeitung über Lagerung und Transport bis hin zum Verkauf im Einzelhandel. Darüber hinaus können Kühl- und Tiefkühlsysteme ausfallen, wodurch insbesondere leicht verderbliche Waren nur noch eingeschränkt verfügbar sind.

    Einzelhandelsgeschäfte ohne Notstromversorgung können ihren regulären Betrieb häufig nicht aufrechterhalten. Der Ausfall von Beleuchtung, Kassen- und Warenwirtschaftssystemen sowie elektronischen Zahlungssystemen führt dazu, dass der Verkauf vielfach nur eingeschränkt oder gar nicht mehr möglich ist. In Einzelfällen kann der Verkauf während des Tageslichts vorübergehend in vereinfachter Form fortgeführt werden, beispielsweise zur Abgabe leicht verderblicher Waren gegen Barzahlung. Diese Möglichkeiten sind jedoch zeitlich begrenzt und können einen regulären Geschäftsbetrieb nicht ersetzen.

    Mit zunehmender Dauer des Stromausfalls ist darüber hinaus mit Einschränkungen bei der Belieferung des Einzelhandels zu rechnen. Logistik- und Kommunikationsprozesse sowie Lager- und Verteilzentren sind ebenfalls auf eine zuverlässige Stromversorgung angewiesen. Dadurch können Lebensmittel und andere Güter des täglichen Bedarfs nur noch eingeschränkt nachgeliefert werden. Insbesondere bei länger andauernden Stromausfällen ist daher mit regionalen Versorgungsengpässen zu rechnen.

  • Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung

    Die öffentliche Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung sind auf eine zuverlässige Stromversorgung angewiesen. Um die Versorgung auch bei Stromausfällen aufrechterhalten zu können, verfügen Wasserversorgungsunternehmen in der Regel über technische Vorsorgemaßnahmen, insbesondere Notstromversorgungen für zentrale Anlagen. Dadurch kann die Trinkwasserversorgung häufig über einen begrenzten Zeitraum sichergestellt werden.

    Dennoch können insbesondere bei länger andauernden oder großflächigen Stromausfällen Einschränkungen nicht ausgeschlossen werden. In höheren Gebäuden können stromabhängige Druckerhöhungsanlagen ausfallen, sodass Leitungswasser in den oberen Geschossen unter Umständen nicht oder nur noch mit vermindertem Druck zur Verfügung steht. Gleichzeitig können Beeinträchtigungen von Pumpwerken und anderen technischen Anlagen Auswirkungen auf die Abwasserentsorgung haben. Dies kann dazu führen, dass Toiletten, Waschbecken oder Duschen nicht mehr oder nur noch eingeschränkt genutzt werden können.

  • Geld- und Zahlungsverkehr

    Eine zuverlässige Strom- und Kommunikationsinfrastruktur ist eine wesentliche Voraussetzung für den Geld- und Zahlungsverkehr. Nahezu sämtliche Bankdienstleistungen werden heutzutage elektronisch verarbeitet. Hierzu zählen insbesondere die Kontoführung, Buchungen, Überweisungen, der Betrieb von Geldautomaten sowie die Bereitstellung bargeldloser Zahlungsmöglichkeiten.

    Bereits nach kurzer Zeit können Stromausfälle den regulären Betrieb von Kreditinstituten erheblich beeinträchtigen. Je nach Ausmaß und Dauer der Störung können Geldautomaten außer Betrieb sein, Bankfilialen ihren Service nur eingeschränkt anbieten und elektronische Bankdienstleistungen, wie beispielsweise Online-Banking oder Überweisungen, vorübergehend nicht oder nur eingeschränkt zur Verfügung stehen. Gleichzeitig kann auch der bargeldlose Zahlungsverkehr beeinträchtigt sein, wenn Zahlungsterminals, Kassensysteme oder die hierfür erforderlichen Datenverbindungen ausfallen.

    Mit zunehmender Dauer eines Stromausfalls können sich die Auswirkungen auf den gesamten Bargeldkreislauf verstärken. Auch die Bargeldversorgung ist auf funktionierende Informations-, Kommunikations- und Logistikprozesse angewiesen. Einschränkungen bei Geld- und Werttransporten sowie der Befüllung von Geldautomaten können dazu führen, dass Bargeld nur noch eingeschränkt verfügbar ist. Da gleichzeitig der bargeldlose Zahlungsverkehr vielfach nicht mehr genutzt werden kann, gewinnt Bargeld für die Versorgung mit Lebensmitteln, Medikamenten und anderen Gütern des täglichen Bedarfs erheblich an Bedeutung.

  • Heizung und Warmwasserversorgung

    Die Beheizung von Wohngebäuden ist heute in den meisten Fällen auf eine zuverlässige Stromversorgung angewiesen. Dies gilt nicht nur für Wärmepumpen und elektrische Heizsysteme, sondern auch für zahlreiche Öl-, Gas- und Fernwärmeheizungen. Ohne Strom können unter anderem Heizungssteuerungen, Umwälzpumpen und Regelungstechnik nicht mehr betrieben werden, sodass die Wärmeversorgung häufig ausfällt.

    Die Auswirkungen sind insbesondere in der kalten Jahreszeit von Bedeutung. Mit zunehmender Dauer des Stromausfalls kühlen Wohnräume allmählich aus. Gleichzeitig steht in vielen Haushalten auch kein warmes Wasser mehr zur Verfügung. Wie schnell die Raumtemperatur absinkt, hängt unter anderem von der Außentemperatur, der Wärmedämmung des Gebäudes sowie dem jeweiligen Heizsystem ab.

    Einzelne Heizungsanlagen, beispielsweise bestimmte Holz-, Kohle- oder Kaminöfen, können unabhängig vom Stromnetz betrieben werden. Moderne Heizungsanlagen sind jedoch überwiegend auf elektrische Komponenten angewiesen, sodass sie ohne Strom häufig nicht mehr funktionsfähig sind.

  • Zubereitung und Aufbewahrung von Lebensmitteln

    Auch die Zubereitung warmer Speisen und Getränke ist bei einem Stromausfall häufig nur noch eingeschränkt möglich. Elektrisch betriebene Herde, Backöfen, Mikrowellen, Wasserkocher und Kaffeemaschinen stehen ohne Strom nicht mehr zur Verfügung. Dadurch kann insbesondere die Zubereitung warmer Mahlzeiten erschwert werden. Für Säuglinge, Kleinkinder sowie pflegebedürftige Personen kann dies zusätzliche Herausforderungen mit sich bringen, wenn beispielsweise Babynahrung oder spezielle Speisen erwärmt werden müssen.

    Darüber hinaus können Kühl- und Gefriergeräte ohne Strom nicht mehr betrieben werden. Mit zunehmender Dauer des Stromausfalls steigt dadurch das Risiko, dass leicht verderbliche Lebensmittel verderben und nicht mehr verzehrt werden können. Wie lange Lebensmittel gekühlt bleiben, hängt unter anderem von der Außentemperatur, dem Befüllungsgrad des Geräts und der Häufigkeit des Öffnens ab. Um die vorhandene Kälte möglichst lange zu erhalten, sollten Kühl- und Gefrierschränke während eines Stromausfalls nur geöffnet werden, wenn dies unbedingt erforderlich ist.

  • Beleuchtung

    Eine zuverlässige Stromversorgung ist die Voraussetzung für die künstliche Beleuchtung in Wohngebäuden, öffentlichen Einrichtungen sowie im Straßenraum. Bei einem Stromausfall fallen in der Regel sämtliche elektrisch betriebenen Lichtquellen aus. Dies betrifft neben der Wohnraumbeleuchtung unter anderem auch die Straßenbeleuchtung, die Beleuchtung öffentlicher Gebäude sowie vielfach Schaufenster- und Werbeanlagen.

    Mit Einbruch der Dunkelheit können dadurch Orientierung und Sicherheit erheblich beeinträchtigt werden. Der Ausfall der Straßenbeleuchtung erschwert insbesondere in den Abend- und Nachtstunden die Orientierung im öffentlichen Raum und kann das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung beeinträchtigen. Gleichzeitig steigt die Unfallgefahr, da Hindernisse und Gefahrenstellen in Treppenhäusern, Eingangsbereichen, auf Gehwegen und Straßen nur noch eingeschränkt erkennbar sind. Auch Rettungs- und Einsatzmaßnahmen können durch die eingeschränkten Sichtverhältnisse erschwert werden.

  • Kommunikation und Informationsversorgung

    Eine zuverlässige Stromversorgung ist die Grundlage moderner Informations- und Kommunikationssysteme. Bei einem Stromausfall können Festnetzanschlüsse, Internetzugänge sowie Mobilfunknetze je nach Dauer und Ausmaß der Störung nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr zur Verfügung stehen. Während einzelne Telekommunikationsanlagen über Notstromversorgungen verfügen, sind diese in ihrer Betriebsdauer begrenzt. Mit zunehmender Dauer des Stromausfalls ist daher mit einer schrittweisen Einschränkung der Kommunikationsinfrastruktur zu rechnen.

    Auch die private Kommunikation kann erheblich beeinträchtigt werden. Festnetztelefone und Internetanschlüsse in Privathaushalten fallen in der Regel unmittelbar mit dem Strom aus. Mobiltelefone können häufig zunächst noch genutzt werden, allerdings sind Mobilfunknetze aufgrund des erhöhten Kommunikationsaufkommens oftmals stark ausgelastet oder mit fortschreitender Dauer des Stromausfalls ebenfalls von Einschränkungen betroffen. Dadurch können Telefonate, Kurznachrichten und mobile Datendienste nur eingeschränkt oder zeitweise gar nicht mehr möglich sein.

    Gleichzeitig kann auch der Zugang zu aktuellen Informationen erschwert werden. Fernsehgeräte, Computer sowie internetbasierte Informationsangebote stehen ohne Strom häufig nicht mehr zur Verfügung. Rundfunkanstalten können ihr Programm zwar vielfach mithilfe von Notstromversorgungen weiter ausstrahlen, jedoch ist der Empfang regelmäßig nur mit batteriebetriebenen, solarbetriebenen oder handkurbelbetriebenen Radiogeräten sowie über das Autoradio möglich.

Vorsorge für einen langanhaltenden Stromausfall

Ein langanhaltender Stromausfall kann den Alltag innerhalb kurzer Zeit erheblich beeinträchtigen. Viele gewohnte Dienstleistungen und Versorgungsangebote stehen dann nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr zur Verfügung. Eine rechtzeitige private Notfallvorsorge trägt dazu bei, die Auswirkungen eines solchen Ereignisses abzumildern und die Selbstversorgung für einen begrenzten Zeitraum sicherzustellen.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt, sich so vorzubereiten, dass der eigene Haushalt mindestens 72 Stunden, idealerweise jedoch zehn Tage, ohne externe Versorgung auskommen kann. Hierzu gehört insbesondere die Bevorratung von Lebensmitteln, Trinkwasser und wichtigen Gebrauchsgegenständen sowie die Vorbereitung auf Einschränkungen bei der Energie-, Wasser- und Kommunikationsversorgung.

Es empfiehlt sich, insbesondere folgende Maßnahmen zu treffen:

  • Halten Sie einen ausreichenden Trinkwasservorrat bereit.

    Das BBK empfiehlt mindestens zwei Liter Trinkwasser pro Person und Tag. Zusätzlich sollte Wasser für die Zubereitung von Speisen sowie für grundlegende Hygienemaßnahmen eingeplant werden.

  • Legen Sie einen haltbaren Lebensmittelvorrat an und sorgen Sie für Kochmöglichkeiten.

    Die Lebensmittel sollten ohne Kühlung gelagert und möglichst ohne aufwendige Zubereitung verzehrt werden können. Berücksichtigen Sie dabei auch individuelle Bedürfnisse, beispielsweise Säuglingsnahrung, Spezialkost oder Tiernahrung.

    Sofern vorhanden, kann ein Campingkocher die Zubereitung warmer Speisen ermöglichen. Holzkohlegrills, Gasgrills oder andere Feuerstellen dürfen aufgrund der Gefahr einer Kohlenmonoxidvergiftung niemals in geschlossenen Räumen betrieben werden.

  • Halten Sie einen angemessenen Bargeldvorrat in kleiner Stückelung bereit.
  • Sorgen Sie für eine alternative Beleuchtung.

    Geeignet sind insbesondere LED-Taschenlampen sowie batteriebetriebene oder handkurbelbetriebene Leuchten. Halten Sie außerdem einen ausreichenden Vorrat an Ersatzbatterien bereit. Kerzen sollten nur mit besonderer Vorsicht verwendet und niemals unbeaufsichtigt brennen gelassen werden.

  • Stellen Sie sicher, dass Sie weiterhin Informationen empfangen können.

    Hierfür empfiehlt sich insbesondere ein batteriebetriebenes oder handkurbelbetriebenes Radio. Geladene Powerbanks oder Ersatzakkus können dazu beitragen, mobile Endgeräte für einen begrenzten Zeitraum weiter nutzen zu können.

  • Treffen Sie Vorsorge für einen Ausfall der Heizung.

    Halten Sie im Winter warme Kleidung, Decken und gegebenenfalls Schlafsäcke bereit. Alternative Heizquellen sollten ausschließlich entsprechend den Herstellerangaben und unter Beachtung der geltenden Sicherheitsvorschriften betrieben werden.

  • Halten Sie regelmäßig benötigte Medikamente vorrätig.

    Prüfen Sie außerdem frühzeitig, ob medizinische Geräte oder Hilfsmittel in Ihrem Haushalt auf eine kontinuierliche Stromversorgung angewiesen sind und welche Alternativen im Notfall bestehen.

  • Bewahren Sie wichtige Dokumente griffbereit auf.

    Hierzu zählen insbesondere Ausweispapiere, Versicherungsunterlagen sowie eine Liste wichtiger Telefonnummern. Die Unterlagen sollten möglichst vor Beschädigungen geschützt aufbewahrt werden.

  • Unterstützen Sie hilfsbedürftige Menschen in Ihrem Umfeld.

    Nachbarschaftliche Hilfe kann während eines langanhaltenden Stromausfalls einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der Situation leisten. Unterstützen Sie insbesondere ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen sowie Personen mit chronischen Erkrankungen oder Pflegebedarf.

Alle wichtigen Informationen auf einen Blick

  • Bevölkerungsschutz-Flyer Bezirksamt Spandau Stromausfall

    PDF-Dokument (4.8 MB)

Weiterführende Informationen

Verhalten nach Wiederherstellung der Stromversorgung

Mit der Wiederherstellung der Stromversorgung ist die Lage nicht zwangsläufig beendet. Bis sämtliche technischen Systeme wieder ordnungsgemäß funktionieren und Versorgungsstrukturen ihren regulären Betrieb vollständig aufgenommen haben, kann einige Zeit vergehen.

Daher sollten auch nach dem Ende des Stromausfalls einige Verhaltenshinweise beachtet werden:

  • Schalten Sie elektrische Geräte schrittweise wieder ein.

    Prüfen Sie zunächst, ob wichtige Geräte wie Heizungsanlagen, Kühl- und Gefriergeräte oder medizinisch notwendige Einrichtungen ordnungsgemäß funktionieren. Nicht dringend benötigte elektrische Geräte sollten zunächst ausgeschaltet bleiben oder zeitversetzt wieder in Betrieb genommen werden, um unnötige Lastspitzen im Stromnetz zu vermeiden.

  • Informieren Sie sich weiterhin über die aktuelle Lage.

    Verfolgen Sie die Hinweise der zuständigen Behörden über Radio oder andere wieder verfügbare Informationskanäle. Beachten Sie insbesondere Mitteilungen zu Einschränkungen der Trinkwasserversorgung, des öffentlichen Verkehrs oder anderer wichtiger Versorgungsbereiche.

  • Prüfen Sie Lebensmittel auf ihre Verwendbarkeit.

    Kontrollieren Sie insbesondere leicht verderbliche sowie tiefgekühlte Lebensmittel. Waren, die über einen längeren Zeitraum ungekühlt gelagert wurden oder Anzeichen des Verderbens aufweisen, sollten aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr verzehrt werden.

  • Kontrollieren Sie die Funktionsfähigkeit technischer Einrichtungen in Ihrem Haushalt.

    Hierzu zählen insbesondere Heizungsanlagen, Warmwasserbereitung, Kühl- und Gefriergeräte, Rauchwarnmelder sowie – sofern vorhanden – Hebeanlagen oder medizinische Geräte.

  • Gehen Sie weiterhin sparsam mit vorhandenen Ressourcen um.

    Die Versorgung mit Lebensmitteln, Medikamenten, Bargeld oder Kraftstoff kann auch nach Wiederherstellung der Stromversorgung noch vorübergehend eingeschränkt sein. Bis sich Lieferketten und Versorgungsstrukturen vollständig normalisiert haben, kann einige Zeit vergehen.

  • Unterstützen Sie weiterhin hilfsbedürftige Menschen in Ihrem Umfeld.

    Insbesondere ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen oder Pflegebedarf sowie alleinlebende Personen können auch nach dem Ende des Stromausfalls auf Unterstützung angewiesen sein.

  • Dokumentieren Sie gegebenenfalls entstandene Schäden.

    Sollten durch den Stromausfall Schäden an elektrischen Geräten oder verderblichen Lebensmitteln entstanden sein, kann eine Dokumentation für Versicherungs- oder Gewährleistungsfragen hilfreich sein.

Bezirksamt Spandau von Berlin

Bevölkerungsschutz Spandau

Wichtiger Hinweis zur Bevölkerungsschutzhotline

Bitte beachten Sie, dass die Bevölkerungsschutz-Hotline (030) 90279-1234 außerhalb konkreter Gefahrenlagen ausschließlich der Bereitstellung allgemeiner Informationen zum Thema Vorsorge und Selbsthilfe dient. Eine Erreichbarkeit wird im Regelfall von montags bis freitags in der Zeit von 09:00 Uhr bis 14:00 Uhr sichergestellt. Wir bitten um Verständnis, dass eine Beratung außerhalb dieser Zeiten sowie an Wochenenden oder gesetzlichen Feiertagen nicht erfolgen kann.

Im Falle von Katastrophen, Großschadenslagen oder sonstigen Gefahrenlagen können die Erreichbarkeit und der Zweck der Hotline anlassbezogen erweitert werden. Entsprechende Informationen werden im Bedarfsfall über die offiziellen Kommunikationskanäle des Bezirksamtes Spandau veröffentlicht.