Energie- und Treibhausgasbilanz

Erste Treibhausgasbilanz für Spandau
Für Spandau wurde erstmals eine Treibhausgasbilanz nach dem von Kommunen verwendeten BISKO-Standard (territorialbasierte Endverbraucherbilanz) erstellt. Im Bezugsjahr 2021 verursachte der Bezirk rund 1,17 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente, wobei mehr als die Hälfte auf die lokale Wirtschaft, insbesondere auf gewerbliche und industrielle Betriebe, entfällt. Auch die Emissionen der Verwaltung wurden bilanziert (gemäß dem Greenhouse-Gas-Protokoll): Diese belaufen sich auf rund 41.000 Tonnen CO₂ pro Jahr, wobei die Beschaffung (mit vorgelagerten Produktionsketten) und die überwiegend fossile Wärmeversorgung bezirklicher Gebäude die Hauptursachen sind.

Klimaneutralität als gemeinsame Aufgabe
Die Treibhausgasbilanz zeigt deutlich, dass in allen Lebens- und Arbeitsbereichen von Spandau sowohl Energie verbraucht als auch Ressourcen genutzt werden, wobei gleichzeitig Treibhausgase ausgestoßen werden. Dies verdeutlicht, dass die klimaneutrale Entwicklung des Bezirks eine gemeinsame Anstrengung aller Akteure erfordert – von der lokalen Wirtschaft über die Stadtgesellschaft bis hin zu jedem Einzelnen. Nur wenn alle zusammenarbeiten, kann eine klimaneutrale Zukunft für Spandau erreicht werden.
In Übereinstimmung mit den jüngsten Beschlüssen der Bundesregierung zum Klimaschutzgesetz sind auf dem Weg zur Klimaneutralität klare Etappenziele festgelegt: Bis 2030 sollen die CO₂-Emissionen im Vergleich zum Jahr 1990 um 65 % gesenkt werden, und Deutschland soll bis 2045 klimaneutral werden. Um diese ambitionierten Ziele zu erreichen, müssen die gesamten Emissionen deutlich stärker gesenkt werden.
Zusätzlich hat das Land Berlin mit dem Energie- und Klimaschutzgesetz (EWG Bln) beschlossen, dass die CO₂-Emissionen bis 2030 um 70 % reduziert werden sollen. Auch für den Bezirk Spandau ist es von entscheidender Bedeutung, diese Vorgaben einzuhalten, sodass bis zum Jahr 2045 Klimaneutralität erreicht werden soll. Um sicherzustellen, dass die Fortschritte transparent und überprüfbar sind, wird empfohlen, regelmäßig Indikatoren der umgesetzten Maßnahmen im Rahmen der Energie- und CO₂-Bilanz zu prüfen.

Klimaschutzszenarien für Spandau bis 2045
Wird Spandau die Klimaziele erreichen und bis 2045 klimaneutral? Dazu wurden in Kapitel 6 des Klimaschutzkonzepts (ab Seite 357, Langfassung) zwei Szenarien gegenübergestellt: Das sogenannte Referenzszenario bildet die Fortführung des Status Quo ab. Das sogenannte Klimaszenario berechnet, wie durch ambitionierte Klimamaßnahmen auf Bundes- und Landesebene die Klimaziele bis 2045 erreicht werden könnten. In einem weiteren Schritt wurde darauf aufbauend der Einfluss der Umsetzung lokaler bezirklicher Maßnahmen für die Erreichung der Klimaziele im Bezirk ermittelt und unter dem Kapitel 6.2. Gesamtbilanz dargestellt.

Im Referenzszenario, also der Fortführung des Status Quo, würden die Klimaziele nach den erfolgten Berechnungen nicht erreicht. Im Zeitraum von 2021 bis 2045 könnten die ermittelten Emissionen nur um 53 % gesenkt werden von 1.171.910 tCO₂ /a in 2021 auf 546.0051 tCO₂/a in 2045. Die durch die Klimaziele bis 2045 erforderliche Reduktion von Emissionen würde daher ohne ambitionierte Klimamaßnahmen auf allen genannten drei Ebenen (Bund, Land, Bezirk) nicht erreicht und weit verfehlt: für die Klimaneutralität müssen sie unter 100.000 tCO₂/a gesenkt werden.

Das Klimaschutzszenario für Spandau zeigt, dass die CO₂-Emissionen des Bezirks durch ambitionierte Klimamaßnahmen auf Bundes- und Landesebene von 1.171.910 Tonnen CO₂ pro Jahr im Jahr 2021 bis zum Jahr 2045 auf rund 127.074 Tonnen CO₂ pro Jahr reduziert werden können – eine Senkung von etwa 89 %. Wenn man die bereits erreichte prozentuale Reduktion der CO₂-Emissionen von Berlin zwischen 1990 und 2021 (48,5 %) auf Spandau überträgt, könnte der Bezirk rechnerisch eine Reduktion von insgesamt rund 94,4 % von 1990 bis 2045 erzielen. Das bedeutet aber auch, dass Spandau ohne zusätzliche, lokal zugeschnittene Maßnahmen knapp hinter den Berliner Klimazielen zurückbleiben würde.

Lokale Maßnahmen als Schlüssel zur Zielerreichung
Die berechnete Gesamtbilanz im Klimaszenario (Kapitel 6.4.) mit der zusätzlichen konsequenten Umsetzung bezirklichen Maßnahmen zeigt, dass die Klimaneutralität in diesem Szenario bis 2045 erreichbar ist: Die Emissionen könnten im Jahr 2025 auf 92.509 tCO₂/a gesenkt werden. Eine konsequente Umsetzung der lokalen Klimaschutzmaßnahmen ist daher notwendig, um die angestrebte Klimaneutralität des Bezirks zu gewährleisten. Nur dann kann Spandau seinen Beitrag zu einer klimaneutralen Zukunft leisten und die Klimaziele des Landes Berlin erreichen.