Flächennaturdenkmal (FND) Immenweide/Glühwürmchengrund

Das Naturdenkmal Immenweide/Glühwürmchengrund befindet sich im Norden des Berliner Bezirks Spandau, im Ortsteil Hakenfelde innerhalb einer Wochenendsiedlung. Die landeseigene Fläche liegt zwischen der Niederneuendorfer Allee im Westen, dem Aalemannkanal im Norden, der Havel im Osten und dem Gewerbegebiet an der Mertensstraße im Süden.

Die rund 3 Hektar große Fläche befindet sich auf einem breiten Moorsaum im Berliner Urstromtal und wird vor allem durch einen Erlenbruchwald geprägt. Der Boden in diesem Gebiet besteht aus einem ca. 20 cm dicken, erdigen Oberboden, unter dem sich ca. 1 Meter wenig zersetzter Braunmoos-Radizellentorf befindet.

Historische Hinweise im Torf lassen darauf schließen, dass es sich ursprünglich um ein mäßig nährstoffreiches Moor gehandelt hat. Allerdings hat das Moor über die Jahre hinweg verschiedene Belastungen erfahren. Die frühere Nutzung und der Eintrag von Nährstoffen haben zu einer Eutrophierung des Gebiets geführt. Zudem stellt die zunehmende Trockenheit in den letzten Jahren eine immer größere Bedrohung dar. Durch die zunehmende Trinkwasserentnahme und immer häufiger auftretende niederschlagsarme Jahre sinkt der Grundwasserspeigel, der zur Speisung des Moores erforderlich ist, wodurch der Wasserhaushalt des Moores stark belastet wird.

Das Gebiet selbst ist von zwei Moorsenken geprägt, wobei die Höhen des Geländes zwischen 32,00 m NHN und 34,50 m NHN variieren. Die Bodenbeschaffenheit im Glühwürmchengrund zeigt eine Abhängigkeit von der Lage im Gebiet. In den zentralen, tieferen Bereichen des Moores kann teilweise noch Torfwachstum festgestellt werden. Am Rand des Gebiets, wo die Geländehöhe ansteigt, findet jedoch eine Vererdung statt und Anzeichen für eine dauerhafte Entwässerung des Bodens sind zu erkennen. In der Immenweide sind diese Vererdungen ausgeprägter als im Glühwürmchengrund, was zu einem insgesamt schlechteren Bodenzustand führt.

Das Naturdenkmal ist über Rundwege zugänglich und wird regelmäßig von den Menschen aus der Umgebung genutzt, die es als Naherholungsgebiet schätzen. Hinweistafeln im Gelände weisen auf die besonderen Merkmale des Gebiets hin. Jedoch stellt der Wasserstand des Moores ein großes Problem dar. Seit den letzten Trockenjahren hat sich der Wasserstand nicht mehr von selbst stabilisiert, was dazu führt, dass das Moor zunehmend austrocknet und seine ökologische Funktion gefährdet ist.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Flächennaturdenkmal Immenweide/Glühwürmchengrund ein wertvolles Ökosystem darstellt, dessen Erhalt jedoch durch eine Reihe von Faktoren gefährdet ist. Dazu gehören die Eutrophierung, die zunehmende Trockenheit und der sinkende Grundwasserspiegel. Ein nachhaltiges Wassermanagement und Schutzmaßnahmen sind notwendig, um das Moor langfristig zu erhalten und seine Funktionen als Lebensraum und ökologisches System zu sichern.

Um dies gewährleisten zu können, wurde 2017/2018 eine Machbarkeitsstudie erarbeitet, die aufzeigt, ob und wie zukünftig die Erhaltung des Moorkörpers erfolgen kann. Das Ergebnis zeigte, dass die Wahrung des Biotops sinnvoll und machbar ist. Die vorgeschlagene und nun auch umzusetzende Maßnahme ist die Installation einer Dükerleitung. Mit Hilfe dieser werden die Moorkörper mit einer geringen Menge Havelwasser gespeist. Durch die Anwendung des Prinzips der kommunizierenden Röhren erfolgt dies lediglich mithilfe eines Gefälles in der Leitung und benötigt keine aufwändige und wartungsintensive Technik. Gefördert wird die Maßnahme vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Umwelt- und Naturschutzamt