Versteckte Geschichten – Wie Objekte ihre Bedeutung verändern

Pressemitteilung vom 03.04.2025

Vortrag zum Tag der Provenienzforschung im Gotischen Haus

Am Mittwoch, den 9. April 2025 findet zum siebten Mal der Internationale Tag der Provenienzforschung statt – ein Tag, der sich der Frage widmet, woher Museumsobjekte stammen und welche Geschichten sie erzählen. Das Stadtgeschichtliche Museum Spandau lädt aus diesem Anlass um 15 Uhr zu einem Vortrag der Provenienzforscherin Friederike Klose ein: „Versteckte Geschichten – Wie Objekte ihre Bedeutung verändern“ und öffnet exklusiv den „Damensalon“ im Gotischen Haus in der Altstadt Spandau. In ihrem Vortrag beleuchtet Friederike Klose die Geschichte hinter den Möbelstücken, Kunstwerken und persönlichen Gegenständen aus dem Nachlass der großbürgerlichen Spandauer Familie Hammler. Einige von ihnen sind im Schauraum „Damensalon“ im Gotischen Haus ausgestellt.

Der Nachlass Hammler
Am 8. Mai 2025 jährt sich das Ende des Zweiten Weltkriegs zum 80. Mal – ein Anlass, der uns nicht nur an die historischen Ereignisse erinnert, sondern auch daran, wie Geschichte in Museen bewahrt und erzählt wird. Museumsobjekte sind nicht nur stille Zeugen der Vergangenheit – sie erzählen von Menschen, ihren Schicksalen und den Umbrüchen ihrer Zeit. Besonders in den Wirren des Zweiten Weltkriegs gingen viele persönliche Besitztümer verloren, wechselten unfreiwillig den/ie Eigentümer*in oder gelangten auf Umwegen in öffentliche Sammlungen. Der Spandauer Industrielle Ernst Hammler hatte zwischen 1940 und 1941 zahlreiche Objekte über verschiedene Berliner Auktionshäuser erworben. Dies wirft die Frage auf, in welchem Zusammenhang die Sammlung mit der Enteignung jüdischer Familien und dem Weiterverkauf dieser Objekte in Auktionen steht.

Die Leiterin des Stadtgeschichtlichen Museums Spandau Dr. Urte Evert: „Es ist wichtig, nach den Hintergründen einer Sammlung zu fragen und die Geschichten hinter Beständen zu thematisieren. Der Nachlass der Familie Hammler bietet besonders spannende Einblicke in die akribische Arbeit der Provenienzforschung. Wir freuen uns, dass nun noch mehr über die Objekte und vor allem die Menschen, in deren Besitz sie waren, erzählt werden kann.“

Die Provenienzforscherin Friederike Klose: „Ein neu entdeckter Brief hat kürzlich eine weitere Perspektive auf die Sammlung eröffnet. Er wirft Fragen zu Besitz, Erinnerung und Identität auf. Wie beeinflusst Wissen die Wahrnehmung von Objekten? Und warum geben Menschen Dinge ans Museum?“

Informationen auf einen Blick:
Datum / Uhrzeit: 09.04.2025, 15 Uhr
Ort: Gotisches Haus, Breite Str. 32, 13597 Berlin- Spandau
Eintritt: frei

Mehr Informationen finden Interessierte auf der Website https://www.gotischeshaus.de/veranstaltungen/ und in den Social-Media-Kanälen des Kulturamtes. Die Provenienzforschung eröffnet neue Perspektiven!

Für Rückmeldungen wenden Sie sich gern an die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Zitadelle Spandau: presse@zitadelle-berlin.de, Tel.: 354 944 – 401