Besuch unserer Partnerstadt Ashkelon

  • Der Tempelberg in Jerusalem im Abendlicht

    Der Tempelberg in Jerusalem

  • Bezirksbürgermeisterin Dr. Cordelia Koch blickt auf das Nova Festival Victims Memorial

    Bezirksbürgermeisterin Dr. Cordelia Koch am Nova Festival Victims Memorial

  • Die Delegation blickt auf ein Haus im Kibbuz Kfar Azza

    Besuch des Kibbuz Kfar Azza

  • Bezirksverordnete und die Bezirksbürgermeisterin stehen mit einer Guide in Yad Vasehm vor einem Durchgang

    Bezirksverordnete und die Bezirksbürgermeisterin in Yad Vasehm

  • Bezirksbürgermeisterin Dr. Koch, Bürgermeister Tomer Glam aus Ashkelon und der Vorsitzende der Bezirksverordnetenversammlungs Dr. Oliver Jütting sitzen an einem Tisch und tauschen Gastgeschenke aus

    Bezirksbürgermeisterin Dr. Koch, Bürgermeister Tomer Glam aus Ashkelon und der Vorsitzende der Bezirksverordnetenversammlungs Dr. Oliver Jütting

  • Ein Guide erklärt der Delegation die Meerwasserentsalzungsanlage in Ashkelon

    Besuch der Meerwasserentsalzungsanlage in Ashkelon

  • Die Delegation sitzt mit den Partnern aus Ashkelon an einem langen Essenstisch

    Letztes gemeinsames Essen mit unseren Freunden aus Ashkelon

Seit langem wollten die Bezirksverordneten Pankows Partnerstadt Ashkelon besuchen. Doch das Anliegen musste mehrfach wegen des Krieges verschoben werden. Wie die Stadt mit der Bedrohung umgeht, welches Trauma der 7. Oktober hinterlassen hat und was dort gegen zunehmende Wasserknappheit getan wird, erfuhr die zehnköpfige Delegation aus Bezirksverordneten und Bezirksbürgermeisterin nun auf einer Besuchsreise vom 3. bis 5. Februar 2025.

Wir wurden herzlich empfangen und haben intensive und bereichernde Tage miteinander verbracht.
Bezirksbürgermeisterin Dr. Cordelia Koch

Mit dabei waren neben Bezirksbürgermeisterin Cordelia Koch, der Vorsteher der Bezirksverordnetenversammlung Oliver Jütting (Fraktion Bündnis 90/Die Grünen) und seine Fraktionskollegin Hannah Wettig, von der Linksfraktion Oskar Lederer und Fred Bordfeld, aus der Fraktion der SPD Mike Szidat und Mark Lenkheit sowie Sascha Groß (CDU).

Nach nur 30 Sekunden erreichen die im Gazastreifen abgefeuerte Raketen den Iron Dome, das Raketenabwehrsystem der Stadt. Dann fallen verglühende Schrottteile vom Himmel. Wie Verteilung und Bauart der Schutzräume die Bevölkerung schützen, erfuhr die Pankower Delegation im unterirdischen Lageraum der Stadtverwaltung. 1400 Kameras im Straßenraum ermöglichen terroristische Aktivitäten schnell zu erkennen. Zu den Kameras, die auch zur Aufklärung von Kriminalität und Vandalismus genutzt werden, gab es einige kritischen Nachfragen. Zugleich drückten die Delegationsmitglieder ihre große Solidarität und ihr Verständnis für die Lage der Frontstadt aus. Wie nahe der 7. Oktober für die Menschen in Ashkelon war, zeigte sich gleich am ersten Tag. Auf der Tagesordnung stand der Besuch des Kibbuz Kfar Azza, nur 30 Kilometer von Ashkelon entfernt. Dort wurden 64 der 700 Bewohner ermordet und 19 als Geiseln genommen. Weiter ging es zu zwei weiteren Gedenkorten, darunter die Nova Festival Site. Die Gastgeber hatten dazu Führungen mit Verwandten von Ermordeten organisiert. Beeindruckt war die Delegation von dem Besuch des Resilienz-Zentrums in Ashkelon, einem von zwölf Zentren in Israel, die zur Traumabewältigung in der Kriegssituation arbeiten, Psychotherapie und Yoga anbieten, Gruppen für Soldatenfrauen organisieren und Familien beraten.

Die persönlichen Begegnungen und der fruchtbare Austausch bilden das Fundament unserer Zusammenarbeit als Freunde.
Bezirksbürgermeisterin Dr. Cordelia Koch

Die schnell wachsende Stadt von 150.000 Einwohnern tut einiges für ihre Bürgerinnen und Bürger. Gute Infrastruktur mit Kitas, Schulen, Radwegen, Parks, Sport-, Skate- und Spielplätzen und sage und schreibe zwölf Nachbarschafts- und Kulturzentren machen das Leben trotz Bedrohungslage attraktiv, berichteten die Gastgeber. Daher hat die Stadt eine wichtige Gemeinsamkeit mit Pankow: Es werden viele neue Wohngebiete erschlossen.

Einiges zu lernen von Ashkelon gibt es in der Jugendbeteiligung: Ein Jugendparlament mit 70 Mitgliedern berät nicht nur die Stadtverwaltung, sondern trifft auch stadtpolitische Entscheidungen. So verhinderte eine Abstimmung dort den Bau eines neuen Kraftwerks.
Spannend war auch der Besuch der Meerwasserentsalzungsanlage: Mit dieser Methode gewinnt Israel inzwischen 80 Prozent seines Trinkwassers, Übernutzung des See Genezareth sei kein Thema mehr, erfuhr die Delegation.

Wir werden bei Klimaschutz, Gesundheit, Erinnerungskultur und gesellschaftlichem Zusammenhalt zusammenarbeiten und gemeinsam voran kommen.
Bezirksbürgermeisterin Dr. Cordelia Koch

Die Partnerstädte vereinbarten an den gemeinsamen Themen weiterzuarbeiten. Wie Ashkelons Bürgermeister Tomer Glam in einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung erklärte: „Die in beiden Städten gesammelten fachlichen Erfahrungen und Kenntnisse werden es uns ermöglichen, gemeinsame Initiativen in den Bereichen Bildung, Wohlfahrt und Resilienz voranzutreiben. Ich danke Dr. Koch und den Delegationsmitgliedern für ihren bedeutungsvollen Besuch und freue mich darauf, die besondere Beziehung zwischen unseren Städten weiter zu vertiefen.” (Text: Hannah Wettig/BA Pankow)