Im Frühjahr 2025 entwickelte das Bezirksamt Pankow gemeinsam mit der Entwicklungsagentur des Stadtrats Riwne sowie dem städtischen Kraftverkehrsunternehmen Riwne 1728 (KATP 1728) das Projekt „Einrichtung eines Systems zur Trennung der Haushaltsabfälle in Riwne“. Das Vorhaben wird ab Oktober 2025 durch Engagement Global und die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gefördert.
Herausforderung Abfallmanagement in Riwne
Die Stadt Riwne steht vor großen Herausforderungen im Umgang mit Abfällen. Der Hausmüll wird derzeit auf einer 21,15 Hektar großen Deponie entsorgt, die seit 1959 in Betrieb ist und im Jahr 2028 ihre maximale Nutzungsdauer erreichen wird. Auch nach ihrer Schließung wird die Deponie eine langfristige Belastung für kommende Generationen darstellen. Hinzu kommt, dass sowohl in Riwne als auch landesweit die Infrastruktur für eine getrennte Abfallsammlung und Recycling unzureichend entwickelt ist. Dies beeinträchtigt die Umweltsituation und erschwert den Übergang zu einer nachhaltigen Ressourcenbewirtschaftung erheblich.
Vor diesem Hintergrund suchte die Stadt Riwne nach nachhaltigen Lösungen und wandte sich im Frühjahr 2025 mit einer Anfrage zur Unterstützung an das Bezirksamt Pankow. Gemeinsam wurde daraufhin das Projekt ausgearbeitet, das eine deutliche Reduktion der Deponiemengen, den Aufbau von Recyclingstrukturen und die Stärkung des Umweltbewusstseins zum Ziel hat.
Zentrale Maßnahmen des Projekts
Das Projekt umfasst vier Kernbausteine:
- Fachkräfteaustausch zur Abfalltrennung und -verwertung in Berlin-Pankow
- Aufbau von fünf Modell-Abfallsammelstellen in zwei besonders dicht besiedelten Stadtvierteln Riwnes
- Bildungs- und Informationskampagne für die Bevölkerung
- Präsentation der Ergebnisse in einer Onlineveranstaltung
Erfolgreicher Auftakt in Berlin
Die erste Projektetappe fand vom 10. bis 15. November 2025 in Berlin statt. Vier Fachleute aus Riwne – darunter der Leiter und der Chefingenieur des Unternehmens KATP 1728 sowie Mitarbeitende des Stadtrats – erhielten Einblicke in verschiedene Berliner Einrichtungen des Abfallmanagements sowie in Projekte der Umweltbildung, des Upcyclings und des Recyclings.
Im Umweltbüro Pankow wurden pädagogische Ansätze für Kinder und Jugendliche vorgestellt, darunter Mülltrennung, Papierschöpfen und thematische Lernspiele. Ein Workshop behandelte zudem das Lernprogramm WirBox für die Sekundarstufe I und II. Die Delegation plant, diese Methoden in das schulische Bildungsprogramm der Stadt Riwne einzubinden.
Beim Verein Kunst-Stoffe – Zentralstelle für wiederverwendbare Materialien e.V. stand ein kreativer Workshop zu Upcycling-Techniken im Mittelpunkt. Darüber hinaus besuchte die Delegation das BSR-Müllheizkraftwerk Ruhleben sowie die Sortieranlage von Alba, wo moderne technische Lösungen und Anforderungen an neue Anlagen ausführlich erläutert wurden.
Ein Höhepunkt der Woche war ein Runder Tisch in der Europäischen Akademie Berlin. Am 13. November diskutierten die Fachleute aus Riwne gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Initiativen, Vereine, Bezirksämter und der Senatsverwaltung zentrale Themen der Kreislaufwirtschaft – von Ressourcenschonung, Wiederverwendung und Abfallvermeidung bis hin zu erfolgreichen Informations- und Kommunikationsstrategien.
Ein starkes Signal für die Partnerschaft
Die Delegation zeigte sich sehr zufrieden mit dem intensiven Programm und kehrte mit zahlreichen Ideen und Konzepten nach Riwne zurück, die nun im Rahmen des Projekts umgesetzt werden sollen. Besonders erfreulich ist, dass die ukrainische Partnerstadt dieses Thema zu einem ihrer strategischen Schwerpunkte erklärt hat und bereits konkrete Maßnahmen ergreift.
Das Bezirksamt Pankow wird diesen Weg weiterhin aktiv begleiten und die ukrainischen Partner bei ihrem Transformationsprozess unterstützen.