Drucksache - VIII-0785  

 
 
Betreff: Grundlagen und Regeln für Straßenmusik im Mauerpark
Status:öffentlich  
 Ursprungaktuell
Initiator:Fraktion der SPD, LinksfraktionFraktion der SPD, Linksfraktion
   
Drucksache-Art:AntragAntrag
Beratungsfolge:
Bezirksverordnetenversammlung Pankow von Berlin
27.03.2019 
23. ordentliche Tagung der Bezirksverordnetenversammlung Pankow von Berlin ohne Änderungen in der BVV beschlossen     

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Anlagen:
Antrag Fraktionen SPD, Linke, 23. BVV am 27.3.19
Änderungsantrag B´90/Grüne 23. BVV am 27.03.19

Das Bezirksamt wird ersucht, sich für einen nachhaltigen Schutz von Kunst, Kultur und Straßenmusik im Mauerpark einzusetzen. Dazu soll das Bezirksamt

  1. ein Regelwerk für die Straßenmusik im Mauerpark in einem Bürgerdialog und unter Einbeziehung der Akteur*innen erstellen und
  2. bei den aktuellen Umbauplanungen für die Qualifizierung des Mauerparks darauf hinwirken, dass die Belange der Künstler*innen und Musiker*innen sowie der Anwohner*innen ausreichend berücksichtigt werden. Dazu zählen auch für die verschiedenen Anspruchsgruppen geeignete Schallschutzmaßnahmen sowie
  3. gemeinsamen mit den Akteur*innen ein einfaches und mehrsprachiges Online-Anmeldeverfahren zu entwickeln und den Betrieb zu ermöglichen

Durch das Regelwerk soll dabei auch weiterhin elektrisch verstärkte Musik erlaubt werden, um die Vielfalt der Musik zu gewährleisten. Mit dem Regelwerk soll ein Anmeldeverfahren bzw. Anmeldesystem entwickelt werden, um klare Verantwortlichkeiten zu erhalten und den Musiker*innen für die von Ihnen beabsichtigte Musikdarbietung geeignete Standorte und Zeiten im Mauerpark zuweisen zu können. Für die Betreuung des Anmeldeverfahrens soll eine geeignete Institution oder Träger*in gefunden werden.

Die Einhaltung des Regelwerks soll durch eine bessere, mehrsprachige und transparentere Kommunikation (Schilder und Flyer sowie die Veröffentlichung auf den Internetseiten der Initiativen und der Verwaltung) erreicht werden.

 


Begründung:

Die Gestaltung der Regeln hat das Ziel, die Kultur des Mauerparks nachhaltig mit der bisherigen Vielfalt zu erhalten, wobei unter “nachhaltig” auch die Berücksichtigung der Interessen der Anwohner*innen zu verstehen ist. Deshalb sieht die BVV Pankow die Notwendigkeit die vorhandenen Regeln zu präzisieren und zu ergänzen. Kulturschaffende, Musiker*innen und Anwohner*innen haben sich vernetzt und auf der Basis der bisherigen Regeln (Mauerpark-Flyer-2012) ein umfangreiches Arbeitspapier erstellt, das als Grundlage dienen kann. Dass Arbeitspapier umfasst sehr viele Vorschläge, von denen nachfolgend einige Punkte kurz dargestellt werden.

Keine Musik außerhalb des Parks und in der Nähe der Wohnhäuser in Wollinerstr. (Erweiterung). Siehe Karte: Musik in Bereich mit 2 Kategorien.

Schalldämmmaßnahmen an der Quelle und Bepflanzung: Acoustic Shells (Muscheln), die sich in Richtung Hügel öffnen.

Keine Verwendung von Generatoren für die Verstärkung von Musik. Verstärkte Musik ist erlaubt, um deren Vielfalt zu gewährleisten. Ausrichtung: Richtung Hügel

Einhaltung der Parkregeln durch bessere und transparentere Kommunikation: Schilder, Flyer, Homepage aller Initiativen und Verwaltung10m

Bei den Umbauplanungen sind geeignete Schallschutzmaßnahmen für die temporäre Nutzung oder als dauerhafte bauliche Maßnahmen vorzusehen. Dazu kann insbesondere die Installation von Schallschalen gehören, die in Richtung des Hanges positioniert werden. Dadurch werden die folgenden Effekte erreicht:

  1. der Schall in unerwünschte Richtungen wird stark unterdrückt (Schallschutzmauer, s.u.)
  2. die Musik wird spezifischer auf das Publikum gerichtet (reflektiert), am Hang wird die Musik weiter nach oben reflektiert und geht ins Nichts
  3. Weniger gegenseitige akustische Überlappung durch die Bündelung in eine Richtung
  4. Durch den Reboundeffekt hören sich die Musiker*innen besser, erhöhen iher Wahrnehmung und spielen leiser

Mit einem einfachen, mehrsprachigen Online-Anmeldeverfahren kann das Verhältnis von Nachfrage und Verfügbarkeit in den erlaubten Bereichen des Mauerparks gesteuert werden. Das mindert die Überbelastung des Mauerparks zu bestimmten Zeiten und reduziert zugleich die Konflikte mit den Anwohner*innen. Beispiele aus Städten Leipzig wie Dresden (http://www.dresden.de/de/rathaus/dienstleistungen/strassenmusik_d115.php ) zeigen die Möglichkeiten und Vorteile von Anmeldeverfahren auf. Auch International sind solche Verfahren für Musik im öffentlichen Raum Usus und werden kurzfristig online (oft mehrsprachig) durchgeführt. Vorbildliche Städte sind Mailand, Triest und London.

Das Anmeldeverfahren kann von bestimmten Gremien aus betreut werden oder aus einer Zusammenarbeit solcher bestehen. Gerade in Berlin sind entsprechende Plattformen dafür geeignet, z.B. Musicboard Berlin, Music Pool Berlin, Berlin Music Commission, Berlin Street Music oder weitere.

 

 

 
 

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