I. Sachstand Pankower Tor
Mit dem Beschluss des Bezirksamts am 09.06.2026 steht nun fest, dass im Bebauungsplanverfahren 3-60a „Pankower Tor“ die erneute förmliche Behördenbeteiligung und parallel die förmliche Öffentlichkeitsbeteiligung vom 29.06.2026 bis 10.08.2026 durchgeführt wird. Die BVV erhält zum Bezirksamtsbeschluss die entsprechende Vorlage zur Kenntnisnahme.
Eine öffentliche digitale Informationsveranstaltung wird am 23.06.2026 ab 18 Uhr stattfinden. In dieser soll die Planung erläutert, Rückfragen beantwortet und auf die anstehende Beteiligung hingewiesen werden. Die offizielle Bekanntmachung der Öffentlichkeitsbeteiligung erfolgt im Amtsblatt für Berlin am 19.06.2026. Die Informationen wurden bereits über eine Pressemitteilung, einen Newsletter und Social-Media-Beiträge veröffentlicht und werden noch zusätzlich über ein Banner am Zaun des Plangebiets am S- und U-Bahnhof Pankow und eine Anzeige in der Berliner Zeitung am 19.06.2026 verbreitet.
In Bezug auf die artenschutzrechtlichen Fragen, die nach der Festsetzung des Bebauungsplans im Planvollzug noch abschließend zu klären sind, werden Lösungen auf der fachlichen, rechtlichen und politischen Ebene gesucht. Ziel muss es sein, dass die zuständigen Naturschutzbehörden ihren Ermessensspielraum weitgehend ausschöpfen und dabei auch die Zielsetzung einer schnellstmöglichen Umsetzung des dringend benötigten Wohnungsbaus mitberücksichtigen.
II. Jour Fixe Wohnungsneubau Pankow am 03.06.2026
Am 03.06.2026 fand mit Staatssekretär Slotty und der Wohnungsbauleitstelle ein konstruktiver Austausch zu den prioritären Wohnungsbauvorhaben statt. Schwerpunkte waren hierbei die „Alte Schäferei“, das „Pankower Tor“, der „Güterbahnhof Greifswalder Str.“, die „Idunastr. 1/1a“ sowie übergreifende Themen wie „Artenschutz“ und „Wohnungsbauturbo“.
Das Bauvorhaben Idunastr. 1/1a befindet sich im Widerspruchverfahren. Dem Widerspruch konnte durch das Stadtentwicklungsamt (Stadt) nicht abgeholfen werden. Es wurde vereinbart, dass das Vorhaben an die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen (SenStadt) abgegeben und dort weiter bearbeitet wird. Durch das Vorhaben entsteht ein zusätzlicher Bedarf an Grundschulplätzen und in diesem Falle sogar an Kitaplätzen, die derzeit im Bestand nicht gedeckt werden können.
Bei dem Vorhaben Alte Schäferei stand das Schulthema im Mittelpunkt. Derzeit steht nur eine Finanzierung für eine Grundschule in Aussicht. Der Bezirk wird an der Planung einer Gemeinschaftsschule und einer wettkampfgerechten Sportfläche planerisch festhalten und diese im Bebauungsplan auch sichern. Darüber hinaus wurde über die äußere Erschließung gesprochen (Knotenpunktuntersuchungen) und mögliche Untersuchungsvarianten für die Tramverlängerung der Linie 50 (u.a. auch in das Gebiet) durch die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt (SenMVKU).
III. AG Mobilität am 04.06.2026
An der AG Mobilität am 04.06.2026 nahmen u. a. Bezirksstadträte der Geschäftsbereiche Ordnung und Öffentlicher Raum und Schule, Sport und Facility Management, sowie Mitarbeitende aus dem Straßen- und Grünflächenamt, Stadtentwicklungsamt, dem Schul- und Sportamt und ich teil.
Es wurde schwerpunktmäßig der schleppende Fortgang bei der Umsetzung der Kiezblocks nach dem Beschluss des Bezirksamts thematisiert.
Ein zentraler Diskussionspunkt war die bauliche Umsetzung der Kiezblocks im Komponistenviertel und Arnimkiez. Zum Komponistenviertel besteht ein Dissens, ob es sich bei den Verstößen in den Einbahnstraßen um eine akute Gefahrenlage handelt und daher eine Dringlichkeit besteht. Dissens besteht zudem, ob es sich um eine veraltete Verkehrszählung handelt.
Vom Stadtentwicklungsamt wurden folgende Hinweise gegeben:
•Aktuelle (schriftlich vorliegende) polizeiliche Einschätzungen: Die Polizei empfiehlt dem Bezirksamt, aufgrund weiterhin festgestellter Verkehrsverstöße tätig zu werden.
•Die letzte durchgeführte repräsentative Verkehrszählung entspricht dem Stand der Technik.
•Neuer Rechtsgrundlagen (Novellierung der StVO in 2024)
Für den Arnimkiez besteht ebenfalls keine konkrete zeitliche Perspektive zur Anordnung und baulichen Umsetzung des Verkehrskonzepts durch die Straßenverkehrsbehörde bzw. dem SGA. Um den Verfall zeitlich begrenzter Fördermittel zu verhindern, wurde die Inanspruchnahme von Amtshilfe befürwortet. Von Stadt KIS wurden die nächsten Schritte für den Kiezblock im Winsviertel vorgestellt.
Im Bereich der Schulwegsicherheit sind an der Kreuzung Galenusstraße / Paracelsusstraße bauliche Gehwegvorstreckungen in Planung. Hier steht die finale Abstimmung des SGA mit der bezirklichen Straßenverkehrsbehörde (SVB) bezüglich Ladezonen und Fahrradstellplätzen noch aus.
Stadt KIS informierte über die Planungen der SenMVKU zur Straßenbahnverlängerung im Buchholzer Norden (Grundlagenuntersuchung). Die veranschlagte Dauer von 8,5 Jahren für die Straßenbahnverlängerung wurde als zu lang bewertet. Es wurde die Frage aufgeworfen, inwiefern Planungsschritte parallel ablaufen könnten um den Planungsprozess zu beschleunigen.
Eine konkrete Festlegung ergab sich zur Parkraumbewirtschaftung, die im Rahmen des Konsolidierungskonzepts für den Bezirk überprüft werden soll:
Auf ausdrückliches Verlangen von Bezirksstadträtin Frau Anders-Granitzki wird die Untersuchung einer potenziellen Erweiterung der Parkraumbewirtschaftungszonen komplett aus dem Leistungsverzeichnis gestrichen. Die Vergabe der Grundlagenuntersuchung wird auf die bestehenden Zonen beschränkt und nun im Rahmen der Amtshilfe durch Stadt KIS vorbereitet.
Abschließend wurde aufgrund von Personalengpässen und der Auslagerung von Themen in andere Gremien eine Grundsatzdiskussion über die generelle Zukunft und Relevanz der AG Mobilität angestoßen. Die strittigen Themen sollen mit dem neuen Bezirksamt nach der Wahl im September weiter diskutiert werden, daher wurde das nächste Treffen der Arbeitsgruppe für den 8. Dezember 2026 anberaumt.
IV. Dialogveranstaltung Denkmalpflegeplan Freianlagen Wohnstadt Carl Legien am 04.06.2026
Am 04.06.2026 hat von 17-20 Uhr in der Heinrich-Böll-Bibliothek die geplante Dialogveranstaltung zum Denkmalpflegeplan der Freianlage der Wohnstadt Carl Legien stattgefunden, bei der gut 100 Anwohnende teilgenommen haben.
Zur Einleitung gab es einige kurze fachliche Impulsvorträge. Dr. Leonie Glabau vom Landesdenkmalamt erläuterte das Instrument „Denkmalpflegeplan“ und Thomas Guba vom Büro guba +sgard (das Büro, das mit der Erstellung des Denk-malpflegeplans beauftragt wurde) stellte den aktuellen Arbeitsstand vor. Anna Friedrich, Referentin der Regenwasseragentur, sprach im Anschluss über das The-ma Regenwasserversickerung und dessen Relevanz für eine klimagerechte Quartiersgestaltung. Außerdem konnte Bruno-Taut-Experte Winfried Brenne als Referent gewonnen werden, der einen spannenden Einblick in Tauts Arbeit gegeben hat.
Nach den Vorträgen haben sich die Teilnehmenden an moderierten Thementischen ausgetauscht, die jeweils in doppelter Ausführung zu den Themen „Grün, Hitzeschutz & Wasser“ sowie „Mobilität & Barrierefreiheit“ durchgeführt wurden. Nach der Hälfte der Zeit wurden die Besetzungen der Tische jeweils noch einmal gewechselt, so dass sich alle Teilnehmenden jeweils zu beiden Themenfeldern austauschen und vollumfängliche ihre Ideen und Probleme einbringen konnten.
Für Kinder und Jugendliche gab es zudem einen eigenen Beteiligungstisch, an dem diese ihre Ideen für die Carl-Legien-Siedlung der Zukunft mit Hilfe einer KI visualisieren konnten. Die Ideen und Impulse der Anwohnenden werden nun in der Folge ausgewertet. Für den Herbst ist dann eine zweite Veranstaltung geplant, bei der die Ergebnisse präsentiert werden sollen.
V.Projektkonferenz am 08.06.2026
Am 8. Juni 2026 tagte die Projektkonferenz Wohnungsbau der Geschäftsstelle Senatskommission Wohnungsbau im Roten Rathaus.
Die Themen, die den Bezirk Pankow betrafen, waren folgende:
Alte Schäferei – Artenschutz (Feldlerche)
Es wurde erörtert, wo und in welcher Größe Ersatzhabitate für die kartierten Feldlerchen im räumlichen Zusammenhang zum Baugebiet und im Bedarfsfall in Brandenburg zu schaffen sind.
Um Planungssicherheit für vergleichbar gelagerte Fälle zu gewährleisten, wird SenMVKU gebeten, bis zum Ende des 3. Quartals 2026 in den Leitlinien zum Ausgleich von Feldlerchen Anforderungen und Vorgaben zur Ausgestaltung von Ausgleichsmaßnahmen einheitlich festzulegen.
Alte Schäferei – Schule
In dem Plangebiet kann aufgrund der aktuellen Haushaltslage zunächst nur ein Grundschulbau finanziert werden. Es wird allerdings angestrebt, das gesamte Schulgrundstück als Gemeinbedarf Schule planungsrechtlich zu sichern. Mit dem Vorhabenträger ist zu klären, zu welchem Zeitpunkt das restliche Schulgrundstück (weiterführende Schule als 2. Maßnahme) seitens des Landes Berlin erworben wird. Hierzu müssen die entsprechenden Beträge in den Landeshaushalt eingestellt werden.
EU-Vogelschutzgebiet (SPA) Pankower Nordosten/SPA-Verträglichkeitsprüfung
NSQ Buch – Am Sandhaus
Im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung zum B-Plan-Aufstellungsverfahren 3-95 (Buch – Am Sandhaus) informierte die obere Naturschutzbehörde im Februar 2025 über das Vorliegen eines ca. 1.200 ha großen faktischen Europäischen Vogelschutzgebiets (SPA). Das Vorliegen eines faktischen SPA hat Auswirkungen auf den weiteren planungsrechtlichen Umgang mit dem Berliner Nordostraum.
Es wird jedoch angestrebt, dass die regionalplanerischen sowie stadtentwicklungsplanerischen Ziele des Landes Berlin für den Berliner Nordostraum, insbesondere die konzentrierte Siedlungsentwicklung (Wohnen und Gewerbe) entlang der Schieneninfrastruktur, in Verbindung mit den natur- und artenschutzrechtlichen Erfordernissen, aufrechterhalten werden.
Elisabeth-Aue – Artenschutz
Für die durch das Vorhaben Elisabeth-Aue (Teilprojekt 1, B-Plan 3-89) betroffenen 10 Feldlerchenbrutpaare ist ein funktionaler Ausgleich im Sinne des besonderen Artenschutzrechts zu gewährleisten. Für 5 Brutpaare kann der Ausgleich innerhalb Berlins nördlich des Plangebiets auf Flächen der landeseigenen Entwicklungsgesellschaft Elisabeth-Aue als CEF-Maßnahme erbracht werden.
Für die verbleibenden 5 Brutpaare stehen innerhalb Berlins derzeit keine weiteren geeigneten Flächen zur Verfügung, weshalb der Ausgleich dieser Teilpopulation auf externen Flächen in Brandenburg erfolgen muss. Das weitere Vorgehen wurde beraten.
Verkehrserschließung Alte Schäferei/Elisabeth-Aue/Buchholz Nord
SenMVKU wird aufgefordert, sicherzustellen, dass die im Nordosten notwendigen Verlängerungen der Straßenbahnlinien M1 und 50 zur Elisabeth-Aue, Alten Schäferei und in den Buchholzer Norden sowie die Nahverkehrstangente Nord im Entwurf des in Fortschreibung befindlichen Nahverkehrsplans für die Jahre 2024-2028 berücksichtigt werden.
Die Maßnahmen für den schienengebundenen ÖPNV und die notwendigen Netzerweiterungen im Kfz-Verkehr sollen planerisch vorangetrieben und durch eine abgestimmte Prioritätensetzung von SenMVKU, SenStadt, SenWiEnBe und dem Bezirk Pankow gemeinsam verfolgt werden.
Pankower Tor / Artenschutz
Am 11.05.2026 teilten SenMVKU (oNB) sowie der Bezirk Pankow (UmNat) inhaltlich mit, dass der Beschluss der Senatskommission Wohnungsbau vom 13.04.2026 in Bezug auf die Zeitschiene zum Beginn der Baufeldfreimachung im April 2028 fachlich von den beiden Naturschutzbehörden nicht mitgetragen wird. In der abgegebenen Stellungnahme der oNB, welche auf den 13.04.2026 datiert ist, wird für die Kreuzkröte ein 1:1 Habitatausgleich gefordert, dies entspricht einer Ersatzfläche von ca. 20 ha. Dies übersteigt sowohl die CEF-Fläche von 5,3 ha auf der Ostfläche des Pankower Tors als auch die Fläche im brandenburgischen Bralitz für eine FCS-Maßnahme. Es wird in der Stellungnahme der oNB festgehalten, dass zuerst eine erfolgreiche Umsiedlung der Laichschnüre erfolgen muss (Zeitraum von 3 Jahren), daraufhin folgen die adulten Kreuzkröten selbst. Damit wird der vorgegebene Zeitplan aus dem Beschluss der Senatskommission nicht erreicht.
Es besteht das dringende Erfordernis, dass der Plangeber des Bebauungsplans 3 60a vor der Festsetzung eine rechtssichere Prognose dahingehend abgeben kann, dass es keine bereits absehbaren artenschutzrechtlichen Vollzugshindernisse gibt.
Es ist zunächst vorgesehen, im B-Planverfahren 3-60a zügig voranzugehen (Beurkundung Änderungs-/Ergänzungsverträge 01.06.2026, BA-Beschluss Offenlage 09.06.2026). Um die Differenzen zu klären, finden derzeit auf politischer Ebene mehrere Termine statt.
VI.Jour Fixe Howoge am 08.06.2026
Am 8. Juni 2026 fand in der Zentrale der HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH ein Abstimmungstermin mit Vertreterinnen und Vertretern des Stadtentwicklungsamtes Pankow statt. Anlass des Termins war die Vorstellung des aktuellen Projektstandes verschiedener Wohnungsbau- und Stadtentwicklungsprojekte, die die HOWOGE derzeit im Bezirk Pankow entwickelt.
Ziel des Austauschs war die frühzeitige Abstimmung zu planungsrechtlichen und städtebaulichen Fragestellungen.
Im Rahmen des Termins wurden mehrere Projekte vorgestellt:
Buch – Am Sandhaus
Für das Vorhaben wurden die naturschutzrechtlichen Rahmenbedingungen thematisiert. Dabei standen die Lage nahe dem SPA-Gebiet bzw. faktischen Vogelschutzgebiet sowie die hieraus resultierenden Anforderungen für die weitere Entwicklung im Mittelpunkt.
Am Karower Kreuz
Zum Projekt „Am Karower Kreuz“ informierte die HOWOGE über den aktuellen Bearbeitungsstand sowie die weiteren Entwicklungsperspektiven.
Elisabeth-Aue
Für das Vorhaben „Elisabeth-Aue“ bzw. den 1. Bauabschnitt und die derzeitige Aufstellung des Bebauungsplans 3-89 wurden insbesondere artenschutzrechtliche Belange behandelt. Im Fokus standen Vorkommen der Feldlerche sowie weitere naturschutzfachliche Fragestellungen, unter anderem ein möglicher Nachweis der Knoblauchkröte. Die Auswirkungen auf die weitere Projektentwicklung wurden besprochen.
Blankenburger Pflasterweg
Zum Projekt „Blankenburger Pflasterweg“ erfolgte ein Austausch über den Zusammenhang mit der Entwicklung des Blankenburger Südens und den laufenden Rahmenplanungen. Dabei wurden die aktuellen Planungsstände sowie die Einbindung des Vorhabens in die gesamtstädtische Entwicklung des Bereichs erläutert.
Alt-Buch/Wiltbergstraße + Jugendtreff
Im Zuge des Vorhabens „Alt-Buch/Wiltbergstraße“ entfällt der bisherige Standort des Jugendtreffs. Dieser soll durch einen geplanten Neubau an der Karower Chaussee ersetzt und langfristig gesichert werden. Seitens des Stadtentwicklungsamtes wurden hierzu planungsrechtliche Hinweise und Rahmenbedingungen für die weitere Projektentwicklung gegeben.
Wolfgang-Heinz-Straße
Zum Vorhaben „Wolfgang-Heinz-Straße“ stellte die HOWOGE die Planungen für eine Wohnbebauung auf einer derzeit als Parkplatz genutzten Fläche vor. Vorgesehen ist eine Wohnnutzung mit Einzelhandel im Erdgeschossbereich. Im Rahmen des Austauschs wurden planungsrechtliche Hinweise erörtert sowie Fragen der Er-schließung, der Stellplatzorganisation über die Groscurthstraße und der Gestaltung der öffentlichen Freiräume bzw. des Quartiersplatzes diskutiert.
Wohnungsbauschlüssel
Letztlich wurde die HOWOGE nach den von ihr angewandten Grundsätzen zur Wohnungsstruktur und -größen in ihren Wohnungsbauvorhaben befragt. Hintergrund ist die derzeitige Erarbeitung des bezirklichen Grundsatzpapiers zur Anwendung des Wohnungsbau-Turbos. Die HOWOGE erläuterte, dass die Wohnungsgrö-ßen standortbezogen anhand projektbezogener Untersuchungen entwickelt werden. Zudem werde auf flexible Grundrisskonzepte gesetzt, um auf unterschiedliche Wohnbedarfe reagieren zu können. In diesem Zusammenhang wurde auch die Vermeidung eines übermäßigen Anteils sehr kleiner Wohnungen bzw. Mikroapartments thematisiert. Die HOWOGE bot an, dem Stadtentwicklungsamt einen entsprechenden Ansatz zukommen zu lassen.
VII. Pankow gegen Verdrängung am 11.06.2026
Am 11. Juni habe ich mich wieder mit der Initiative „Pankow gegen Verdrängung“ getroffen und über unsere jeweiligen Aktivitäten ausgetauscht.
So berichtete ich, dass wir dringlich eine Koordination im Amt benötigen, die hinsichtlich der Problemhäuser zwischen den unterschiedlichen Abteilungen vermittelt bzw. deren Aktivitäten verbindet. Ich habe hierbei betont, dass solche Koordinationsstellen in den Bezirksämtern nach Möglichkeit auch in einen zukünftigen Koalitionsvertrag eingebracht werden sollten, damit eine höhere Verbindlichkeit entsteht und diese Stellen auch wirklich umgesetzt werden. Bis solche entsprechenden Koordinator*innen ihre Arbeit antreten, führe ich bei mir im Amt zumindest schon einmal regelmäßige Fallbesprechungen zu einzelnen Problemhäusern durch, bei der die Amtsleitung, Fachbereichsleitungen und Gruppenleitungen teilnehmen.
Berichtet habe ich zudem auch von der aktuellen Situation in der Wohnungsaufsicht. Hier haben wir jetzt 3 und nicht mehr nur 2 Stellen. Davon sind aktuell aber 2 Stellen noch nicht besetzt. Die entsprechenden Aufgaben werden derzeit von der weiterhin sehr stark ausgelasteten Bauaufsicht mit erledigt.
Die Aktiven von Pankow gegen Verdrängung äußern ihre Befürchtung, dass sich die Vermieter der Problemhäuser, wenn möbliertes befristetes Wohnen in den Sozialen Erhaltungsgebieten nicht mehr zulässig ist, neue Wege suchen, um aus ihren Wohnungen mehr Einnahmen herauszuholen, als es eine normale unbefristete Vermietung ermöglichen würde. Ihre Vermutung ist, dass diese dann Scheinfirmen gründen könnten, über die die Wohnungen als Betriebswohnungen angeboten werden könnten, da solche Modelle wohl vereinzelt bereits im Entstehen sind.
Im weiteren Verlauf haben wir uns über die aktuelle Situation in einzelnen Problemhäusern ausgetauscht. Hierbei kam das Problem zur Sprache, dass gerade die Fahrer von den diversen Lieferdiensten, die zunehmend über die Vermietung einzelner Betten in den Wohnungen untergebracht werden, kaum überDeutschkenntnisse verfügen, ihre Rechte nicht kennen, leicht einzuschüchtern sind und aufgrund einer fehlenden Lobby, die sich für sie einsetzt, leicht bei Bedarf aus den Wohnungen herauszubekommen sind.
Aus der Christburger Str. 35 gibt es eine Erfolgsmeldung von Pankow gegen Verdrängung: Hier wurde das Verfahren zu einer Eigenbedarfsklage durch die Mieterin gewonnen. Darüber hinaus herrschen vor Ort leider weiterhin sehr schwierige Verhältnisse. Eine Mieterin wohnt beispielsweise seit Monaten ohne ein vorhandenes Bad, da hier alle Sanitäreinlagen ausgebaut wurden. Ich plane hier insoweit die Eigentümer zu einem Gespräch einzuladen.
VIII. Runde UmNatSGAStadt am 12.06.2026
Vertragsmanagement
Diskutiert wurde die Einbindung der Fachämter Straßen- und Grünflächenamt (SGA) und Umwelt- und Naturschutzamt (UmNat) in die Thematik der städtebaulichen Verträge durch das Stadtentwicklungsamt (Stadt). Die Aufgabe von SGA/UmNat wird seitens Stadt schwerpunktmäßig beim Controlling der Verträge gesehen. SGA wünscht sich einen Ablaufplan. UmNat verweist auf unzureichende Personalausstattung und fordert eine stärkere Einbindung der Bauleitplanung beim Controlling. Der Fachbereich Bau- und Wohnungsaufsicht (BWA) möge hinsichtlich einzelner Baugenehmigungen über die relevanten Festsetzungen im B-Plan von der Bauleitplanung informiert werden.
Bauturbo
Diskutiert wurden verschiedene rechtliche Anwendungsfälle und ihre Bedeutung für den naturschutzfachlichen Ausgleich und den Artenschutz. Bei Bauturbo-Projekten nach § 34 Abs. 3 b BauGB ist Ausgleich ohne Relevanz. UmNat wird insbesondere bei Außenbereichsvorhaben (§ 35 BauGB) einbezogen.
Stadt möchte die Intensität der Auseinandersetzung mit Bauturbo-Projekten zukünftig stärker auf Gebiete fokussieren, die eine ausreichende Schulplatzversorgung aufweisen.
Seitens UmNat erfolgte der Hinweis, dass bei privaten Bauturbo-Projekten häufig Ausgleichsflächen fehlen. Es wäre sinnvoll, die Flächenverfügbarkeit frühzeitig zu klären, bevor umfangreiche Gutachten für Natur- und Artenschutzthemen erstellt werden. Diese Gutachten verlieren unter Umständen bereits nach 5 Jahren ihren Aussagewert. Eine arbeitsintensive Auseinandersetzung von UmNat und SGA mit Bauturbo-Projekten, die letztlich nicht zustimmungsfähig sind, soll vermieden werden.
Die Entscheidung, ob Bauturbo-Bezüge planungsrechtlich geprüft werden, erfolgt innerhalb von 14 Tagen. SGA und UmNat werden über Tages- und Monatslisten frühzeitig informiert.
Ein Grundsatzpapier zum Bauturbo soll demnächst dem Bezirksamt und der BVV zum Beschluss vorgelegt werden.
Einzelvorhaben:
Diskutiert wurde über die Vorhaben Dr. Markus-Str., Baltrumstr., Klemkestr., Romain-Rolland-Str. 43, Liebermannstraße und Eldenaer Straße.
Zusammenarbeit außerhalb von Bebauungsplanverfahren
SGA/UmNat werden darum gebeten, Aufgaben jenseits der verbindlichen Bauleitplanung mit Verweis auf die Prioritätenliste für Bebauungspläne nicht zu vernachlässigen.
IX. Treffen mit den Kiezblockinitiativen am 16.06.2026
Am 16.06.2026 fand ein gemeinsames Treffen mit den Aktiven der Kiezblock-Initiativen statt. Die Veranstaltung diente dem Ziel, in einen offenen Austausch über den aktuellen Stand der Planungen zu treten, über die nächsten vorgesehenen Schritte zu informieren und zugleich transparent zu erläutern, welche Gründe zu den bisherigen Verzögerungen geführt haben.
Über weitere Details werde ich im nächsten Bericht informieren.
gez. Cornelius Bechtler