Schritt für Schritt zu einer nachhaltigen Wärmeversorgung in Berlin

Inhalt

Schritt 1: Prüfen Sie Ihr Wärmeversorgungsgebiet

Ermitteln Sie zunächst, in welchem Wärmeversorgungsgebiet sich Ihre Immobilie befindet:
Informationsquelle:
Nutzen Sie die verkürzte Wärmeplanung der Senatsverwaltung:
https://www.berlin.de/sen/uvk/klimaschutz/waermewende/waermeplan/
Das detaillierte Wärmekataster wird demnächst von der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt veröffentlicht.
Mögliche Ergebnisse:
• Erfragen Sie Anschlussmöglichkeiten und Zeitpläne
• Lassen Sie sich über Kosten und Fördermöglichkeiten beraten

Schritt 2: Wählen Sie Ihren weiteren Weg

Fall 1: Potenzielles Fernwärmegebiet
Kontaktieren Sie die Berliner Energie und Wärme GmbH (BEW) für konkrete Ausbaupläne: https://www.bew.berlin/versorgungsloesungen/
• Erfragen Sie Anschlussmöglichkeiten und Zeitpläne
• Lassen Sie sich über Kosten und Fördermöglichkeiten beraten

Fall 2: Gebiet der dezentralen Wärmeversorgung
Hier müssen Sie eigenständige Heizlösungen planen.
a) Bestandsaufnahme durchführen
• Alter und Zustand der aktuellen Heizungsanlage prüfen
• Energetischen Zustand des Gebäudes bewerten (Dämmung, Fenster etc.)
• Jährlichen Wärmebedarf ermitteln

b) Nachhaltige Heizoptionen prüfen
• Wärmepumpe (Luft-Wasser, Sole-Wasser, Wasser-Wasser)
• Pelletheizung oder andere Biomasse-Systeme
• Solarthermie als Ergänzung
• Hybridlösungen (z. B. Wärmepumpe + Gas für Spitzenlast)

c) Energieberatung einholen
• Kostenlosen Basis-Check der Verbraucherzentrale nutzen
• BAFA-geförderte Energieberatung für detaillierte Analyse
• Mehrere Angebote von Fachbetrieben einholen
Neben individuellen Heizsystemen kann auch der Aufbau oder Anschluss an ein Nahwärmenetz im Quartier eine Option sein.

d) Option: Nahwärmenetz prüfen
In Gebieten ohne geplante Fernwärme kann ein lokales Nahwärmenetz eine gemeinschaftliche Lösung sein. Dabei werden mehrere Gebäude über ein kleines Wärmenetz versorgt, das beispielsweise durch Wärmepumpen, Biomasseanlagen oder Abwärme gespeist wird.
Ein typischer Ablauf eines Nahwärmeprojekts umfasst:
1. Initiative und Interessensgemeinschaft bilden
Mehrere Eigentümer oder ein Quartier schließen sich zusammen.
2. Machbarkeitsprüfung durchführen
Analyse des Wärmebedarfs, möglicher Energiequellen und Wirtschaftlichkeit.
3. Organisationsform festlegen
Beispielsweise Genossenschaft, Betreibergesellschaft oder kommunales Projekt.
4. Planung und Finanzierung
Technische Planung des Netzes sowie Beantragung von Fördermitteln.
5. Bau und Betrieb des Nahwärmenetzes
Weitere Informationen zum Ablauf hier.

Schritt 3: Fördermittel beantragen

Bundesförderung (BEG)
• Bis zu 70 % Förderung für Wärmepumpen möglich
• Zusätzliche Boni für Heizungstausch und einkommensschwache Haushalte
Berliner Förderprogramme
• HeiztauschPLUS für einkommensschwache Haushalte
• SolarPLUS für Solarthermie-Anlagen
Wichtig: Förderanträge vor Auftragserteilung stellen!

Weitere Infos und Links zu Fördermittel finden Sie hier.

Schritt 4: Umsetzung planen

• Zeitplanung: Berücksichtigen Sie die gesetzlichen Vorgaben
• Genehmigungen: Klären Sie erforderliche Genehmigungen (z. B. für Erdwärmebohrungen)
• Fachbetriebe: Wählen Sie zertifizierte Installationsbetriebe
• Finanzierung: Prüfen Sie KfW-Kredite und eigene Finanzierungsmöglichkeiten

Schritt 5: Langfristige Optimierung

• Gebäudedämmung schrittweise verbessern
• Hydraulischen Abgleich durchführen lassen
• Smart-Home-Lösungen für effiziente Steuerung einsetzen
• Regelmäßige Wartung sicherstellen