Selbsthilfe und Vorsorge für den Notfall

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Denken Sie daran, dass Krisenvorsorge keine Panikmache bedeutet, sondern Ihnen und ggf. Ihrem Umfeld eine gewisse Sicherheit und Unabhängigkeit in unvorhersehbaren Zeiten geben kann. Daher wird empfohlen, sich mit den grundlegenden Maßnahmen der Notfallvorsorge vor Eintritt einer Krise vertraut zu machen.

Warum ist die persönliche Vorsorge wichtig?

Als Land Berlin und als Bezirksamt treffen wir Maßnahmen und planen, wie Ihnen auch in außergewöhnlichen Lagen geholfen werden kann. Dabei gilt allerdings auch, dass staatliche Strukturen nicht alle Risiken und Auswirkungen vollständig absichern können. In einer Krisensituation kann es passieren, dass Einsatzkräfte bzw. staatliche Notfallstrukturen nicht immer sofort und überall zur Stelle sind. Zentrale Elemente der Krisenbewältigung sind daher auch der Selbstschutz und die persönliche Eigenvorsorge der Bevölkerung.

Jede und Jeder kann dazu beitragen, Gefahren und Auswirkungen für sich und andere zu minimieren und die Aufgabenbewältigung der staatlichen und privatwirtschaftlichen Akteure zu unterstützen. Um auf Krisen- und Gefahrensituationen vorbereitet zu sein, ist die Eigenvorsorge (zu Hause) daher die wichtigste Grundlage.

Was können Sie tun?

  • Installieren Sie Apps wie NINA und Katwarn auf dem Smartphone.
  • Informieren Sie sich darüber, wie Sie selbst Notfallvorsorge betreiben können. Einige nützliche Tipps finden Sie bereits auf dieser Seite.
  • Versuchen Sie, einen Zeitraum von 10 Tagen mit Ihrem Vorrat abzudecken. Das sollte in der Regel ausreichen, um auch in schwierigeren Lagen die Zeit zu überbrücken.
  • Sonst gilt: Jede Vorbereitung ist wertvoll und auch 3 Tage bilden bereits eine gute Grundlage.
  • Achten Sie in einer Notsituation auch auf Ihre Mitmenschen, unterstützen Sie – wenn möglich – insbesondere Kinder, ältere und schwache Personen in Ihrem Umfeld. Melden Sie hilfebedürftige Personen den Behörden.

Welche Dinge gehören zur persönlichen Notfallvorsorge?

Die Krisenvorbereitung ist eine ganz individuelle und persönliche Entscheidung.

Dennoch gibt es Kernaspekte, die eine gute Basis bilden und an die eigene Lebenssituation angepasst werden können:

  • Trinkwasservorrat
  • Lebensmittel, ggf. Spezialkost für Diabetiker, Allergiker oder Babys
  • (lebenswichtige) Medikamente und Erste-Hilfe-Materialien (z.B. Mull-Kompresse, Verbandschere, Pflaster und Binden)
  • Hygieneartikel
  • warme Kleidung
  • Dokumentenmappe und Notgepäck
  • Kerzen, Streichhölzer, Taschenlampen, Batterien, Powerbank
  • Stromunabhängiges Rundfunkgerät (z.B. ein Kurbelradio)
  • Denken Sie auch an eine Bargeldreserve für den Fall das Geldautomaten nicht mehr funktionieren
  • Falls Sie Haustiere haben, denken Sie auch an deren Bedarfe (z.B. Futter, Medikamente)

Umfassendere Informationen sowie praktische Checklisten stellt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) im Ratgeber “Vorsorgen für Krisen und Katastrophen” bereit.

Was gehört idealerweise ins Notgepäck und die Dokumentenmappe?

Es gibt viele denkbare Notsituationen in der Sie Ihre Wohnung/Ihr Haus schnell verlassen müssen. Ein solcher Auslöser könnte beispielweise ein Brand oder auch der Fund einer Weltkriegsbombe sein. In solchen Situationen haben Sie ggf. keine Zeit lange darüber nachzudenken, was Sie mitnehmen sollten.

Machen Sie sich daher möglichst schon vorab Gedanken über Ihr Notgepäck und halten Sie dieses – wenn möglich – griffbereit gepackt. Stellen Sie auch alle für Sie wichtigen Dokumente in einer Dokumentenmappe zusammen und packen Sie diese in Ihr Notgepäck.

Das Notgepäck soll Ihnen helfen, einige Zeit außerhalb Ihrer eigenen vier Wände zurecht zu kommen. Nehmen Sie für jedes Familienmitglied nicht mehr mit, als in einen gut tragbaren Rucksack passt. Um im Notfall schnell handlungsfähig zu sein, sollten alle Familienmitglieder zudem über den Standort des Notgepäcks Bescheid wissen.

Als Inhalt der Dokumentenmappe empfiehlt sich:

  • Personenstandsurkunden: Geburtsurkunden, Heiratsurkunden und Sterbeurkunden bzw. das Stammbuch der Familie
  • Identitätsnachweise: Personalausweis, Reisepass, Führerschein, Fahrzeugpapiere
  • Finanzunterlagen: Sparbücher, Kontoverträge, Wertpapiere, Versicherungspolicen (z.B. Hausrat, Wohngebäude, Leben)
  • Einkommens- und Rentennachweise: Rentenbescheide, Pensionsbescheinigungen, Einkommenssteuerbescheide
  • Qualifikationen: Schulzeugnisse, Hochschulzeugnisse, Ausbildungszeugnisse, Arbeitszeugnisse
  • Vorsorge und Recht: Testament, Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht
  • Gesundheit: Impfpass, Gesundheitskarte, ggf. Medikamentenplan
  • Sonstiges: Mietverträge, Leasingverträge und Änderungsbescheide

Dies vorgenannten Dokumente sollten als Original oder als beglaubigte Kopie in die Mappe. Wenn Sie die Möglichkeit haben, können Sie die Unterlagen zusätzlich auch digital sichern (z.B. auf einem USB-Stick).

Ratgeber "Vorsorgen für Krisen und Katastrophen"

  • BBK Kompakt – Vorsorgen für Krisen und Katastrophen

    Der neue Ratgeber “Vorsorgen für Krisen und Katastrophen” fasst Vorbereitungs- und Handlungsempfehlungen für verschiedene Notsituationen zusammen. Checklisten unterstützen Sie bei der Umsetzung.

    PDF-Dokument (7.8 MB) - Stand: Oktober 2025 (1. Auflage)
    Dokument: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)

Informationsangebote des BBK zum Thema Warnung und Vorsorge in Deutscher Gebärdensprache (DGS)

Informationsangebote des BBK zum Thema Warnung und Vorsorge in Leichter Sprache

Bezirksamt Pankow von Berlin

Katastrophenschutz
(katastrophenschutz@ba-pankow.berlin.de)