Fütterung von Wildtieren

Fütterung von Wildtieren

Viele Menschen möchten Wildtieren mit etwas Futter helfen oder ihnen etwas Gutes tun. Tatsächlich kann das Füttern jedoch erhebliche Nachteile für die Tiere, ihre Lebensräume und das Zusammenleben von Mensch und Wildtier haben. Auf dieser Seite erfahren Sie, warum Wildtiere nicht gefüttert werden sollten und welche Folgen dies für Tiere, Gewässer und die Umwelt haben kann.

  • Warum Füttern schädlich sein kann
    Krähe

    Verlust der natürlichen Distanz

    Das Füttern von Wildtieren kann dazu führen, dass Tiere wie Füchse, Waschbären oder Krähen ihre natürliche Scheu vor dem Menschen verlieren und zunehmend zutraulich werden. Dadurch können Konflikte zwischen Mensch und Tier entstehen. Auch für die Tiere selbst kann der Verlust ihrer natürlichen Distanz gefährlich werden: Enten beispielsweise begeben sich durch ihre geringere Scheu häufiger in riskante Situationen, etwa im Straßenverkehr oder im Umgang mit Hunden.

    Wildtiere sollten Wildtiere bleiben – nur wenn sie ihre natürliche Vorsicht bewahren, kann ein verträgliches Mit- und Nebeneinander von Menschen und Tieren in Berlin gelingen.

    Füttern – Nein Danke!

  • Schäden und Verschmutzungen im öffentlichen und privaten Raum
    Ratten

    Zurückbleibende Lebensmittel und Futterreste locken Ratten und andere Schädlinge an. Das reichhaltige Nahrungsangebot begünstigt ihre Vermehrung und erhöht das Risiko der Verbreitung von Krankheitserregern. Zudem kommt es zu Verschmutzungen und Belästigungen auf öffentlichen Flächen, in Grünanlagen sowie auf privaten Grundstücken.

    Die Beseitigung von Verschmutzungen und Schäden sowie Maßnahmen zur Vergrämung der Tiere verursachen erhebliche Kosten. Darüber hinaus können durch Rattenbaue Hohlräume und Absackungen im Boden entstehen, die insbesondere in Grün- und Erholungsanlagen ein Sicherheitsrisiko darstellen und langfristig Pflanzenbestände schädigen.

  • Ziel: Schutz der Gewässer
    Gewässer

    Die Seen, Teiche und Wasserbecken in den Grünanlagen des Bezirks Pankow sind wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen sowie wichtige Erholungsorte für die Bevölkerung. Ihr Schutz ist daher von besonderer Bedeutung.

    Das Füttern von Wasservögeln, Fischen und anderen Wildtieren beeinträchtigt die Gewässer und kann ihre Wasserqualität erheblich verschlechtern. Häufig wird beobachtet, dass Wasservögel mit ungeeignetem Futter wie Brot oder anderer nicht artgerechter Nahrung gefüttert werden. Eine solche Fütterung kann die Gesundheit der Tiere erheblich beeinträchtigen, Krankheiten begünstigen und im schlimmsten Fall tödlich enden.

    Darüber hinaus begünstigt das Füttern eine übermäßige Ansammlung von Wasservögeln. Zusammen mit der Trittbelastung durch fütternde Personen werden Ufervegetation und Röhricht geschädigt. Dies fördert die Erosion der Ufer und beeinträchtigt die ökologischen Funktionen der Gewässer.

  • Problem: Nährstoffeinträge
    Tier füttern mit Brot

    Das Füttern von Wasservögeln und anderen Wildtieren führt zu einer erhöhten Nährstoffbelastung der Gewässer. Einerseits gelangen nicht gefressene Futterreste ins Wasser und reichern es mit organischen Stoffen an. Andererseits begünstigt das regelmäßige Füttern eine unnatürlich hohe Anzahl von Wasservögeln, deren Kot zusätzliche Nährstoffe in die Gewässer einträgt.

    Der Abbau dieser organischen Stoffe verbraucht Sauerstoff, der insbesondere in kleinen, stehenden Gewässern nur begrenzt verfügbar ist. Die Folge sind Fäulnisprozesse, eine verstärkte Schlammbildung und übermäßiges Algenwachstum. Im schlimmsten Fall kann das Gewässer „umkippen“, wodurch Tiere und Pflanzen ihren Lebensraum verlieren oder absterben.

    Trübes Wasser, unangenehme Gerüche und eine insgesamt verminderte Gewässerqualität beeinträchtigen zudem den Erholungswert der Grünanlagen für alle Besucherinnen und Besucher.

  • Schutz der Tiere vor Krankheiten
    kranke Ente

    Nicht artgerechte Fütterung kann Wildtieren erheblichen Schaden zufügen. Insbesondere Brot und Backwaren sind für Wasservögel ungeeignet, da sie nur wenige für die Tiere notwendige Nährstoffe enthalten, gleichzeitig jedoch Salz, Zucker, Hefe und weitere Zusatzstoffe. Zudem kann Brot im Verdauungstrakt aufquellen. Wasservögel wie Enten und Schwäne ernähren sich natürlicherweise von Wasserpflanzen, Samen, Schnecken und anderen Kleintieren. Eine regelmäßige Fütterung mit ungeeigneter Nahrung kann zu Mangelerscheinungen, Übergewicht sowie weiteren gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen.

    Darüber hinaus wirkt sich das Füttern negativ auf die Gewässerqualität aus. Nicht gefressene Futterreste und erhöhte Nährstoffeinträge fördern die Bildung organischer Schlammablagerungen. Insbesondere bei höheren Temperaturen können sich darin Botulismus-Bakterien vermehren, die unter Sauerstoffmangel ein hochwirksames Nervengift bilden. Nehmen Wasservögel dieses Gift bei der Nahrungssuche im Gewässer auf, kann dies zu schweren Lähmungen der Atem-, Bewegungs- und Herzmuskulatur führen. Betroffene Tiere sind häufig nicht mehr in der Lage, ihren Kopf über Wasser zu halten, wodurch die Gefahr des Ertrinkens besteht.

  • Private Vogelfütterung
    private Vogelfütterung

    Außerhalb des öffentlichen Raums – beispielsweise an einer geeigneten Futterstelle auf dem Balkon oder im Garten – kann die Fütterung von Singvögeln mit artgerechtem Futter eine schöne Möglichkeit sein, die heimische Vogelwelt zu beobachten. Sie vermittelt Wissen über verschiedene Vogelarten, fördert das Naturerlebnis und kann insbesondere bei Kindern und Jugendlichen das Interesse an der Natur wecken.

    Dabei sollte jedoch berücksichtigt werden, dass Futterstellen vor allem häufige Arten wie Meisen, Finken, Rotkehlchen oder Amseln anziehen. Gefährdete Vogelarten profitieren davon nur selten. Studien weisen zudem darauf hin, dass sehr fettreiches Zusatzfutter den Fortpflanzungserfolg einzelner Arten beeinträchtigen kann und an offenen Futterstellen Krankheitserreger leichter übertragen werden.

    Wer Vögel füttert, sollte daher ausschließlich geeignetes Futter verwenden und die Futterstelle regelmäßig reinigen sowie trocken halten, um das Krankheitsrisiko zu minimieren.

    Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) bietet auf seiner Internetseite hilfreiche Informationen zur artgerechten Vogelfütterung, unter anderem zur Winterfütterung.

    Der NABU weist außerdem darauf hin, dass der wirksamste Beitrag zum Schutz einer vielfältigen Vogelwelt der Erhalt und die Verbesserung ihrer natürlichen Lebensräume ist. Naturnah gestaltete Gärten mit heimischen Gehölzen, Wildblumen, Totholzstrukturen und anderen wertvollen Lebensräumen leisten hierzu einen wichtigen Beitrag – ebenso wie eine naturverträgliche Landwirtschaft.

  • Natur erleben – ganz ohne Füttern
    Damwild im Gehege

    Um Wildtiere zu beobachten und insbesondere Kindern die Natur näherzubringen, gibt es viele Möglichkeiten, die ohne das Füttern von Tieren auskommen.

    Naturschutzorganisationen, Umweltbildungseinrichtungen und weitere Anbieter bieten das ganze Jahr über abwechslungsreiche Exkursionen und Mitmachangebote an. So lassen sich Tiere und ihre Lebensräume auf spannende Weise entdecken und besser verstehen.

    Einen guten Überblick über Freizeit- und Bildungsangebote in Berlin bietet der Umweltkalender. Dort finden Sie unter anderem Kräuterspaziergänge, Radtouren, Fledermausführungen und Vogelbeobachtungen.

    Hier geht es zum Umweltkalender.

  • Postanschrift

    Bezirksamt Pankow von Berlin
    Umwelt- und Naturschutzamt
    Postfach 73 01 13
    13062 Berlin

    Besucheranschrift

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