Der Wilhelmsruher See und Garibalditeich
Bild: Dr. Axel Täumler
Versteckte Seen im kleinsten Ortsteil Pankows
Der Pankower Ortsteil Wilhelmsruh ist ein typischer Landhaus- und Villenvorort des späten 19. Jahrhunderts. Auf einer Karte von 1892 ist zwischen Reinickendorf und Rosenthal größtenteils ländliches Gebiet zu erkennen, ebenso einen Graben, der am Garibalditeich endet und ein smpfiges Gelände, auf dem später der Wilhelmsruher See entsteht.
Die Besiedlung der „Colonie Wilhelmsruh“ begann um 1893. Jedoch rückte der Ort erst ab 1907 mit dem Bau der Bergmann-Elektrizitäts-Werke AG (später VEB Bergmann Borsig, heute „Pankow Park“) ins öffentliche Bewusstsein. Der Industriestandort prägte in den nächsten Jahrzehnten die Entwicklung des Gebietes. Mit der Entstehung Groß-Berlins wurde Wilhelmsruh am 1. Oktober 1920 Teil des Bezirkes Reinickendorf, seit 1938 gehört es zu Pankow. Am 1. Januar 2001 wurde Wilhelmruh ein eigenständiger Ortsteil.
Der Garibalditeich (ehemals Victoriasee), eigentlich ein Regenwasserauffangbecken, liegt versteckt hinter Häusern. Erreichbar ist der kleine, ruhig gelegene Teich nur über einen Zugang an der Garibaldistraße (ehemals Victoriastraße). Rings um den Teich findet man eine schöne Parkanlage mit prächtigen alten Bäumen. Der Spazierweg ist von vielen Bänken gesäumt. Ein Kinderspielplatz liegt gleich am Eingang.
Im südlichen Ortsteil liegt der Wilhelmsruher See, auch Kranichpfuhl oder Ententeich genannt. Um 1895 bildete sich an dieser Stelle durch Erdaushub Sumpfloch. Dieses vergrößerte sich und der heutige See entstand. Anfang des 20. Jahrhunderts tummelten sich hier im Sommer Badelustige, im Winter diente der See der Eisgewinnung. Mehrere Eisschuppen versorgten die Bevölkerung mit Eisblöcken – Kühlschränke gab es zu dieser Zeit noch nicht. 1920 entstand an der Stelle eines ehemaligen Eisschuppens (am heutigen Steinrondell) sogar ein „Seebad“, das als medizinische Badeanstalt galt. Auch ein Café und ein Restaurant waren vorhanden. Ende der 1940er Jahre wurde der See, aufgrund nachgewiesener Krankheitserreger, für den Badebetrieb gesperrt.
Heute können sich Spaziergänger auf Bänken erholen, die entlag dem Seeufer stehen.