Der Bürgerpark

Das Anwesen der Familie Killisch von Horn

Vom Privatgarten zum öffentlichen Park

Keine Berliner Parkanlage kann mit einem so repräsentativen Eingangsportal aufwarten wie in der Pankower Bürgerpark. Hermann Killisch von Horn (1821-1886), Gründer der Berliner Börsen-Zeitung, setzte sich mit diesem um 1865 gebauten Portal ein besonderes Denkmal in seinem privaten Gartenreich ein besonderes Denkmal.

In den Jahren 1856/57 erwarb er das brach liegende Gelände am Panke-Ufer. Hier, an den Ufern des damals noch nicht gezähmten Flusses standen seit 1527 Mühlen, die jedoch durch Hochwasser und Überschwemmungen immer wieder zerstört wurden – so auch 1839 die Papiermühle von Carl Kühn (1782-1860).

Killisch von Horn ließ das Mühlengebäude zum Herrenhaus umbauen und ging seiner gärtnerischen Leidenschaft zunächst alleinauf dem Gelände nach – zunächst allein – seiner gärtnerischen Leidenschaft auf dem Gelände nach. In den 1860er Jahren vergrößerte er seinen Garten, indem er Land hinzukaufte und gewann den Obergärtner Wilhelm Perring (1838-1907) als Partner, den späteren Technischen Leiter des Botanischen Gartens Berlin. Mit dessen Hilfe entstand bis 1871 eine an botanischen und baulichen Besonderheiten reiche Parklandschaft im englischen Stil.
Zahlreiche Plastiken schmückten den Garten, eine Grotte und ein Teich wurden angelegt. Perring ließ Hügel aufschütten, die durch die „Teufelsbrücke“ miteinander verbunden waren, und eine Pagode bauen. Die Witwe Antonie Killisch von Horn bemühte sich bis zu ihrem Tod im Jahr 1905, den Besitz zu bewahren. Danach stand das Gelände jedoch zum Verkauf.
Gemeinsam mit dem Arzt Eduard Emanuel Mendel (1839-1907), Begründer einer Nervenheilanstalt in der Pankower Breiten Straße, bemühte sich der Bürgermeister von Pankow, Wilhelm Kuhr (1865-1914), um den Ankauf des Areals für die Gemeinde. Erst nach einer Kreditzusage stimmte die Pankower Gemeindeversammlung dem Plan zu, das Gelände in einen öffentlichen Park umzugestalten. Kuhr wurde Vorsitzender der Parkkommission, für den am 25. August 1907 offiziell eröffneten Bürgerpark. Cafés und Restaurants entstanden, ebenso Tennis- und Spielplätze. Die Bürger liebten es, in ihrem Park zu flanieren und die Kaffeehäuser und Konzertveranstaltungen zu besuchen. Die noch vorhandenen Kunstwerke blieben erhalten und wurden gepflegt, ebenso wie das Grün und die Schmuckbeete. Parkwächter sorgten für Ordnung. Am Abend wurden das Bürgerpark-Tor und die Zugänge über die Panke-Brücken geschlossen.
In der Zeit von 1919 bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges erlebte der Bürgerpark seine Hochzeit.
Am rechten Panke-Ufer, das noch 1923 zum „Volkspark Schönholzer Heide“ gehörte, konnte sogar gebadet werden. Bis 1925 erfreute sich die „Badewiese“ größter Beliebtheit. Dann bereiteten Rieselfeld- und Industrieabwasser dem Badespaß ein Ende. Als Ersatz wurde 1928 ein Planschbecken mit Wasserhaus, Wartehalle und Spielplatz am Ende des Bürgerparks, in der heutigen Straße „Am Bürgerpark“ gebaut. Dieses wiederum fiel dem Mauerbau 1961 zum Opfer.
Während des Zweiten Weltkrieges zerstörten Bomben einige Gebäude, Kunstwerke und Gehölze im Park. Das ehemalige Herrenhaus und andere Bauwerke mussten in den 1960er Jahren abgetragen werden. Wie in fast allen Berliner Parkanlagen baute man auch hier nach 1945 Gemüse an. Doch schon zu Beginn der 1950er Jahre begannen die Rekonstruktion von Gebäuden und die Instandsetzung des Parkgeländes. 1955 öffnete die Parkbibliothek. Von 1965 bis 1968 und 1972 bis 1974 erhielt die Anlage das Aussehen, das sie im Wesentlichen noch heute hat: mit abwechslungsreichen Gehölzen, Grünflächen und Rabatten, vielen Kunstwerken, der charakteristischen, jeden Sommer hoch sprudelnden Fontäne und den beliebten Rosengarten.

Der neben dem Bürgerpark liegende älteste Pankower Friedhof, auf dem auch das Mausoleum für das Ehepaar Killisch von Horn steht, wurde 1971 aufgegeben und zu einem kleinen Park umgestaltet. Im Jahr 1978 wurde die gesamte Parkanlage mit ihrem Baumbestand, den Bauten und den Plastiken in die Berliner Denkmalliste eingetragen. Um zu verhindern, dass die Panke wie 1981 über die Ufer tritt – damals setzte sie die Stadtgärtnerei im Park unter Wasser -, wurde 2010 die „Schönholzer Brücke“ neu gebaut und das Flussbett der Panke an dieser Stelle verbreitert.