Das Museum Pankow in der Heynstraße
Bild: Dr. Axel Täumler
Ein Pankower Museumsschatz
Mit seiner um 1890 westlich der Mühlenstraße errichteten „Stuhlrohrfabrik und Rohrwäscherei Fritz Heyn & Co.“ hat der Fabrikant Fritz Heyn (1849-1928) viel Geld verdient. Im Jahr 1893 ließ er in der nach ihm benannten Straße für sich und seine Familienach Plänen der Berliner Architekten Ernst Fröhlich1892/1893 ein repräsentatives Haus bauen. Zwei seiner Töchter lebten noch bis 1972 im Interieur der Wilhelminischen Zeit ihrer Eltern. Glücklicherweise erkannte die staatliche Wohnungsverwaltung den Wert der Wohnungsausstattung und des zum Haus gehörigen Gartens. So konnte 1974 die Chronik Pankow mit ihrem legendären Leiter Rudolf Dörrier (1899-2002) dort einziehen.
Wie interessant das heutige Museum Pankow in der ehemaligen Wohnung der Heyns und die gepflegte Gartenanlagesind, hat sich längst über Pankows Grenzen hinaus herumgesprochen. Bei angemeldeten Führungen kann man viel über das Leben des Berliner Bürgertums Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts erfahren. Die Wände der Wohnung, das Mobiliar, der zimmerhohe Ofen, die original erhaltenen Räume und die alten Gebrauchsgegenstände sind wertvolle Zeugnisse einer längst vergangenen Zeit.
Die Laube im hinteren Gartenbereich ist mit ihrem Schnitz- und Zierwerk ein wertvolles Zeugnis damaliger Handwerkskunst. Der alte Baumbestand, verschiedenartige Gehölze und die im Sommer reich blühenden Rhododendronbüsche gehören ebenfalls zu dem als Garten-Ddenkmal geschützten Innenhof und machen seinen Reiz aus.
Ganz in der Nähe befindet sich die Florastraße, eine baumbestandene Wohnstraße, die den S‐ und U‐Bahnhof Pankow in westlicher Richtung mit der Wollankstraße verbindet. Sst charakteristisch für das grüne Pankow. Ab der Mühlenstraße sind die Vorgärten der Häuser erhalten. Auf dem Grundstück Florastraße 87 wurde 2005 der „Wohnzimmer Pocketpark“ eröffnet. Ein Bodenmosaik zeichnet den Grundriss, des dort im Zweiten Weltkrieg zerstörten Gründerzeitgebäudes, nach. Überdimensionierte Möbel aus Beton wurden aufgestellt, die mit farbigem Mosaik belegt sind. Sie laden zum Verweilen ein. Der Vorgarten des ehemaligen Hauses wurde an alter Stelle wieder angelegt.