Der Amalienpark
Amalienpark - hier kommt der Verkehrslärm der Berliner Straße nicht an.
Bild: Wolfgang Krause
Klein und fein
Um 1689 weideten noch Schafe auf diesem Teil des Pankower Gutes, der 1691 vom Amtshauptmann Stosch gekauft und fortan „Von Stoschscher Hof“ genannt wurde. Später wechselten
häufig die Besitzer. Der Plan, auf dem Gelände eine Straße zu bauen, den einige gut situierte Pankower 1895 verfolgten, wurde nicht umgesetzt. Unter den Befürwortern waren der Stuhlrohrfabrikant Fritz Heyn (1849-1928) und der Spargelbauer Heinrich Görsch (1848-1919), nach beiden sind Straßen in Pankower benannt.
Im Jahr 1897 erwarb der Geheime Baurat, Architekt und Direktor der Landhaus-Baugesellschaft Otto March (1845-1913) den parkartigen Garten und ließ hier – ein Gegenentwurf zu den Mietkasernen-Bau-ten in der Innenstadt – Villen im Landhausstil errichten. Die vorhandenen alten Bäume wurden in die Gestaltung der Anlage einbezogen. Im Eingangsbereich zur Breiten Straße 2/2a stellte man eine Figurengruppe mit zwei sitzenden Frauen auf, deren Verbleib heute unbekannt ist. Seit 1977 steht an dieser Stelle das „Liebespaar“ von Carin Kreuzberg (geb. 1935).
Das Doppelhaus, das die Wohnanlage nach Norden abschließt, wurde im Dezember 1944 durch einen Bombentreffer zerstört und erst nach 1990 wieder aufgebaut. Ab 1992 erfolgte eine umfangreiche Sanierung des Ensembles, das nach Amalie von Preußen (1723–1787), einer Schwester von Friedrich II. benannt ist.
Das kleine gepflegte Parkgelände ist nicht nur ein Ort der Ruhe an der verkehrsreichen Berliner Straße. Die Adresse „Amalienpark“ steht auch für die hier ansässigen Kunstgalerien.