Der Bleichröderpark

Der Bleicheröder Park, ein Ruheort – nur wenige Schritte von der verkehrsreichen Breiten Straße entfernt

Der Bleicheröderpark, ein Ruheort – nur wenige Schritte von der verkehrsreichen Breiten Straße entfernt

Vom Bürgergarten zur Parkanlage

Viele Pankower durchqueren täglich durch den Bleicheröderpark, um zur S- oder U-Bahn zu gelangen.
Drei Wege durchziehen ihn und verbinden die Breite Straße mit der Schulstraße. Ihr Verlauf zeugt von der Gartenanlagen, wie sie für die bürgerlichen Sommersitze des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts typisch waren. Diese Struktur wurde von der Landschaftsarchitektin Heidrun Günther (1947-2009) bei der Neugestaltung der Parkanlage im Jahr 2003 bewusst beibehalten.
Eine Tafel an einem Findling am Parkeingang (vom Anger aus) informiert über die Familie Bleichröder. Sie war seit 1818 bis zur Enteignung und Vertreibung durch die Nationalsozialisten auf dem Grundstück Breite Straße 33/34a ansässig. Der Bankier Julius Bleichröder (1828-1907), Bruder des preußischen Finanzministers, erweiterte Mitte des 19. Jahrhunderts den Hof um Flächen des ehemaligen Pfarrackers, um einen großen Garten anzulegen. Darin gab es sogar einen Tennisplatz.
Die Bleicheröders legten viel Wert auf die Bepflanzung und Gestaltung des Gartens. Während Julius Bleichröder mit seiner Familie Haus und Grundstück vor allem in den Sommermonaten nutzte, ließ sein Sohn, Dr. med. Fritz Bleichröder, 1909 eine Villa bauen, in der er später ganzjährig lebte. Das Haus wurde 1933 von den Nationalsozialisten beschlagnahmt. Die Familie wohnte zu Beginn der NS-Zeit noch in einem Seitenanbau. Als Fritz Bleichröder 1938 verstarb, seine Frau ihren Kindern in die Emigration.

Der Park, so wie er heute zu erleben ist, besteht zu großen Teilen aus den Flächen des ehemaligen Gartens der Familie Bleichröder. Ein Gundstückstausch zwischen dem Bezirksamt Pankow und an den Erben der Bleicheröders ermöglichte, die Anlage in der jetzigen Form entstehen zu lassen. An der Breiten Straße entstand ein Gebäude für Einzelhandel und Dienstleistungen. Ergebnis eines landschaftsplanerischen Wettbewerbs im Jahr 2001, unter Beteiligung der Bürger ist das realisierte Konzept. Durch eine Ladenzeile von der Breiten Straße abgeschirmt, ist der Park in drei Spielbereiche für alle Altersstufen aufgeteilt. Sie liegen an der östlichen, nachts beleuchteten Promenade. Auch ein Beachvolleyballfeld gehört dazu. Die westlichen Wege führen durch den „Waldpark“ mit den hohen, alten Bäumen und Gehölzen. Dazwischen liegen große Spiel‐ und Liegewiesen, die durch Querwege verbunden sind.
Eine Nachfahrin der Familie, die Tochter von Fritz und Elli Bleichröder, reiste zur Einweihung des Parks am 25.04.2003 aus New York an.