Der Faule See
Bild: Dr. Axel Täumler
“Amsel, Drossel, Fink und Star …”
Im Südosten von Weißensee liegt das 24,3 ha große Naturschutzgebiet „Am Faulen See“. Als größtes innerstädtisches Schutzgebiet wurde es am 09.09.1933 und ein weiters Mal 1994 unter Schutz gestellt. Den ersten Antrag stellte der Volksbund Naturschutz 1933, ihm ging es um den Vogelschutz. Im Gebiet finden seit 1929 kontinuierlich Beobachtungen der Vogelwelt statt. Über 140 Arten, rund ein Fünftel aller in Europa vorkommenden, konnten beobachtet werden. Von ihnen suchen 80 Vogelarten das Areal ständig auf, für ca. 30 Arten ist es Brutgebiet. Das Naturschutzgebiet „Am Faulen See“ ist das zweitälteste Berlins.
Der Faule See verdankt seine Existenz einem Toteisblock aus der letzten Eiszeit und ist ein Relikt der ehemals wasserreichen Weißenseer Landschaft mit über 70 Seen, Teichen und Pfuhlen. Von den ursprünglich 6 ha Seefläche sind heute noch 3,5 ha vorhanden. Der See wird vorwiegend über durch Niederschlagswasser gespeist. Da der Sauerstoffgehalt im Wasser immer weiter abnahm,verringerte sich der der Fischbestand auf zwei Arten. Der Brutbestand der Seevögel ging auf etwa 26 Tiere zurück. Veränderungen gab es auch im Brutbestand der Waldvögel.
Ganz in der Nähe befindet sich der „Teich an der Hansastraße“. Er ist 4,5 ha groß und gehört gleichfalls zu den Resten des früheren wasserreichen Areals nordöstlich von Berlin und stellt ein für gebietstypische Amphibien und Reptilien zu bewahrendeswichtiges Rückzugsgebiet dar. Darum wurde es als „Geschützter Landschaftsbestandteil“ ausgewiesen. Das Biotop soll dauerhaft erhalten bleiben und so das Orts- und Landschaftsbild beleben.