Der Spielplatz „Grüner Hering“

Die Mosaikskulptur „Singender Fisch“ am Eingang Tassostraße

Ein Spielplatz bewahrt Geschichte

Der Spielplatz und die Grünanlage sind 2006 – nach Entwürfen der Landschaftsarchitektin Susanne Pretsch (geb. 1965) – auf dem Gelände einer früheren Fischverarbeitungsfabrik entstanden. Das Land Berlin hatte die Grundstücke erworben, die verfallenen Gebäude abgerissen und die Flächen saniert. Die neu entstandene Oase prägen alte, erhaltene Bäume und neu gepflanzte Solitäre mit auffälligem Blüten-, Frucht- und Laubschmuck. Eine Pergola, von Rosen und Stauden umrahmt, schafft einen schattigen Sitzplatz. Blickfang ist die Mosaikskulptur „Singender Fisch“.

Die Gestaltung des „Grünen Hering“ erinnert an die Vergangenheit des Platzes. Die Sandspielfläche hat die Form einer Sardinendose mit hochgezogenem Deckel. Die Kletterkombination „Räucherkammer“ lädt zum Hangeln, Rutschen, Balancieren und Klettern ein. Von einem „Wasserturm“ kann man hinunter rutschen, und die Mosaikskulpturen der Künstlerin Anne Ochmann (geb. 1962) zum Thema Wurst- und Fischspezialitäten lassen sich mühelos erklimmen. Gestaltet wurden sie im Rahmen eines Kunstprojektes mit Schülern einer angrenzenden Schule.

Die Zugänge zur Anlage befinden sich in der Tassostraße 19 sowie in der Max-Steinke-Straße 4, wo eine Tordurchfahrt auf den Spielplatz führt. In der Tassostraße ziert der ebenfalls durch Anne Ochmann gestaltete Namenszug „Grüner Hering“ als Bodenintarsie den Eingangsbereich.
Der Spielplatz gehört zu den Preisträgern des Deutschen SPIELRAUM-Preises 2007. An der Namensgebung beteiligten sich die Bewohner des Viertels.

Auf dem Areal an der Max-Steinke-Straße 9-10, zu dem auch große Flächen im Blockinneren gehörten, gründete der Unternehmer Max Steinke im Jahre 1902 einen Fischverarbeitungsbetrieb. Prägnant ist bis heute das 1912/13 gebaute Lagerhaus der Fischfabrik mit seinen Spitzgiebeln an der Max-Steinke-Straße. In der Lachsräucherei und Konservenfabrik waren zeitweise bis zu 200 Menschen beschäftigt. Nach 1945 wurde der Betrieb erst als Fleischwaren- und Konservenfabrik, später dann als VEB Lebensmittelwerk, VEB Fischverarbeitung und zuletzt als VEB Feinkost Werk Berlin bis 1990 fortgeführt. Nach 1990 erhielten die Erben der Familie Steinke das Grundstück zurück.