Der Arnswalder Platz

Blick auf den Brunnen am Arnswalder Platz

Blick auf den Brunnen am Arnswalder Platz

„Public Gardening“ bewahrt grüne Schätze

Der Arnswalder Platz wurde im Zuge der Bebauung des Bötzowviertels zwischen 1900 und 1904 angelegt und als Schmuckplatz im Sinne der sogenannten Lenné`schen bzw. Meyer`schen Schule gestaltet. Im Hobrecht-Plan 1862 hieß hatte das Areal einfach Platz A. Das Gelände gehörte der Brauerei- und Grundbesitzerfamilie Bötzow. 1902 erhielt der Platz seinen heutigen Namen.

Die monumentale Brunnenplastik mit Fruchtbarkeitssymbolen sollte ursprünglich den Baltenplatz in Friedrichshain zieren. Aus statischen Gründen musste jedoch ein Ersatzstandort gefunden werden. Die Wahl fiel schließlich auf den Arnswalder Platz, der auf einem eiszeitlichen Grundmoränenrücken liegt.
Nur er konnte den gewaltigen, 1933/34 errichteten Brunnen, mit Schale und Figuren tragen. Die bis heute erhaltene Platzanlage geht auf einen Entwurf des Stadtbaudirektors Richard Ermisch (1885-1960) im aus dem Jahre 1934 zurück.

Im Jahr 1927 begann die Herstellung des monumentalen Ensemles – Stierbrunnen, Ochsenbrunnen oder Fruchtbarkeitsbrunnen – aus rotem Rochlitzer Porphyrtuff. Die Brunnenanlage war ein Werk des Berliner Bildhauers Hugo Lederer (1871-1940) und entstan im Auftrag der Regierung der Weimarer Republik. Sie wurde 1959 restauriert und erhielt eine Unterwasserbeleuchtung. Zudem wurde die Grünanlage erneuert.

Ab 1990 verfiel das Ensemble, bis 2007 die Rekonstruktion begann. Die Steinplastiken wurden 2008 erneuert. Seit dem 11. Juni 2009 sprudelt auch der Brunnen wieder, wie ursprünglich angelegt. Die südwestlichen Platzanlagen, des Brunnenplateau und der Brunnen selbst wurden bis Anfang 2010 unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes überarbeitet, ebenso Wege, Mauern und Grünflächen. Es entstand ein künstlerisch gestalteter Kinderspielplatz nach zeichnerischen Ideen von Kindern.

Der in der Mitte erhöhte Brunnen ist durch Klinkermauern eingefasst. In die entstandenen Rechtecke wurden Rasenflächen, später Spielflächen eingefügt. Das Zentrum der Anlage auf einem früher über 14, heute 9 Stufen erreichbaren Treppenpodest bildet eine Brunnenschale mit einem Durchmesser von 7,7 m. In ihrer Mitte befindet sich ein pilzförmiger Stein, über den das Wasser läuft. Die Schale wird an zwei von je 5 m hohen Stieren begrenzt,die der Wasserschale den Rücken zukehren. Zu Füßen dieser gewaltigen Tiere sitzen eine Schnitterin mit Ährenbündel, ein Fischer mit Netz, ein Schäfer mit Widder und eine Mutter mit Kind.

Nach der Erneuerung des Platzes 2010 drohte ihm ein erneute Verwilderung – Gehölze, Zierpflanzen und vor allem Unkraut wucherten ungebremst. Dem Bezirksamt Pankow mangelte es an Pflegegeld und -kapazität. Dank der “Gärtnerinitiative Arnswalder Platz” wird die Grünfläche seit 2012 mit ehrenamtlicher Unterstützung und Hilfe der Zeitung „Tagesspiegel“ gepflegt.

„Wir zeigen der Politik, was ´ne Harke ist.“ war eine der Schlagzeilen, um die Bürger für den Erhalt des Stadtgrüns zu mobilisieren.