Der Anton-Saefkow-Park

Farbenfroh und phantasievoll – die Spielgeräte im Anton-Saefkow-Park

Farbenfroh und phantasievoll – die Spielgeräte im Anton-Saefkow-Park

Auf Trümmern erschaffen

Man muss nur die Greifswalder Straße nahe dem gleichnamigen S-Bahnhof überqueren und ist schon wieder im Grünen. Über eine Rasenfläche führt der Weg parallel zur Anton-Saefkow-Straße direkt in den Anton-Saefkow-Park, eine in den 1950er Jahren gestaltete Grünanlage, die nach dem 1944 im KZ Brandenburg-Görden ermordeten Antifaschisten benannt wurde.
Im Eingangsbereich an der Ecke Greifswalder Straße/Anton-Saefkow-Straße begrüßt die Besucher zunächst der „Knabe mit Fisch“, eine Brunnenanlage, die 1958 von der Künstlergruppe KRA/NOL/DA (Krause, Nolde, Damerow) geschaffen wurde, sowie die Skulptur “Wolf-Schaf-Bär” von Stephan Horota (1932-2024) – inspiriert von einer Fabel von Krylow und dem Brecht-Zitat „Erst kommt das Fressen, dann die Moral“.

Dort, wo die Eugen-Schönhaar-Straße in die Anton-Saefkow-Straße mündet, steht am Weg des nördlichen Parkrands die eine Büste mit dem Porträt Anton Saefkows. Sie wurde von dem Bildhauer Hans Kies (1910-1984) im Auftrag des Berliner Magistrats aus schwedischem Granit gefertigt. In den Sockel ist folgende Zeile aus Bertolt Brechts Gedicht „An die Kämpfer in den Konzentrationslagern“ eingelassen: „Nicht vergessen, Niedergeknüppelt, aber Nicht widerlegt“.

In den Park hinein führen Treppen, an deren Fuß sich ein neuer, liebevoll gestalteter Spielplatz befindet. Die nur 13 ha große Parkanlage entstand nach Ende des Zweiten Weltkrieges. Auf der damals noch ebenen Fläche wurden die Trümmer bis zu einer Höhe von 15 m aufgeschüttet, zu Hügeln angeordnet, mit Oberboden bedeckt und begrünt.
Von den in der Anlage gepflanzten Baumarten sind die in einem Rondell gruppierten Eiben, ein ansehnlicher Bestand an Bergahorn und ein Maulbeerbaum hervorzuheben. Entlang des ansteigenden Parkweges, an der Grenze zum Bahngelände, wachsen neben Pyramidenpappeln auch Silberpappeln. An anderen Stellen stehen fremdländische Baumarten wie der Tatarische Ahorn, der in Ost- und Südosteuropa sowie in Westasien heimisch ist. Auf dem Parkplateau befindet sich der zweite, im Sommer 2014 sanierte Spielplatz. Hier fallen die Großblattpappeln aus China auf. Bei der Parksanierung wurden Vorschläge der Anwohner und insbesondere von Kindern berücksichtigt.

Als nach dem Zweiten Weltkrieg das große Aufräumen in der „Reichshauptsstadt“ begann, mussßten etwa 75 Mio. m³ Schutt beseitigt werden. Nicht nur Gebäude, auch viele Grünanlagen waren zerstört oder beschädigt. Um den Hunger und die Kälte zu trotzen, bauten die Berliner Obst und Gemüse auf den Grünflächen an und schlugen Bäume zu Feuerholz. Der Gartenarchitekt und ehemale Leiter des Hauptamtes für Grünplanung in Berlin Reinhold Lingner (1902-1968), hatte die Idee, den Trümmerschutt zu großen Halden außerhalb des Berliner Urstromtales aufzuschütten und diese später zu begrünen. In Prenzlauer Berg entstanden so der Volkspark Prenzlauer Berg und der Anton-Saefkow-Park, der am 18. September 1955 als „Park Gumbinner Grund“ eröffnet wurde.