Der Volkspark Prenzlauer Berg

Blick auf den Wiesenhang des Volksparks Prenzlauer Berg

Frisches Grün auf alten Trümmern

Auf dem Gelände der ehemaligen Oderbruchkippe wurden zwischen 1955 und 1977 15 Mio. m³ Trümmer aufgeschüttet, die vor allem aus der aus der kriegszerstörten Innenstadt stammten. Es entstanden drei Anhöhen mit Plateaus von 91 m, 90 m und 69 m, die man schrittweise begrünte. Mutterboden wurde angefahren und profiliert, Pioniergehölze wie Pappeln, Ahorn und Robinien gepflanzt. Über die Jahrzehnte ließ ihr Laub die Humusschicht wachsen. Das Gelände soll mit seinen Hängen, Tälern, Mulden und Ebenen den Eindruck einer freien, natürlich gewachsenen Landschaft vermitteln. Die Gartenamtsleitern Dr. Wolfgang Zipperling, Reinhild Zagrodnik und Wolfgang Krause planten und schufen auf diese Weise einen naturhaften Stadtpark.

Auch Bürger beteiligten sich im Rahmen des Nationalen Aufbauwerkes oder innerhalb sogenannter volkswirtschaftlichen Masseninitiativen an der Begrünung. 1969 erhielt die Anlage den Namen Volkspark Prenzlauer Berg. Während im westlichen, nörd-lichen und nordöstlichen Teil Bäume und Gehölze dominieren, bestimmen Wiesen den südlichen und südöstlichen Bereich. In diesem Biotop, das zu 40% aus offenen Wiesenflächen besteht, haben sich über 100 wild wachsende Kräuter angesiedelt.
Viele geschützte Vogelarten haben hier ein sicheres Rückzugsgebiet inmitten der Stadt gefunden. Aber auch Füchse, Hasen, Kaninchen sogar Waschbären gehören zum Tierbestand.

Am Parkeingang an der Hohenschönhauser Straße wurde 1981 ein Denkmal für die „Kampfgruppen der Arbeiterklasse“ errichtet. 1954 in Reaktion auf den Volksaufstand vom 17. Juni 1953 als ärisch ausgerüsteter Betriebsschutz gegründet, waren sie 1961 an der Abriegelung der Sektorengrenze nach Westberlin beteiligt. Das Denkmal wurde 1991 abgebaut und dem Deutschen Historischen Museum übergeben.

Leider wurden drei wertvolle Park-Kunstwerke in den vergangenen Jahren von Metalldieben gestohlen: die Plastiken “Fuchs” sowie “Vater und Sohn” von Stefan Horota (ge. 1932-2024) und die “Ziege” von Gerhard Rommel (1934-2014).
Die begrünten Flächen des Volksparks (ca. 29 ha) bilden zusammen mit denen der umliegenden Kleingärten (ca. 17 ha) und dem angrenzenden jüdischen Friedhof (ca. 21 ha) ein einzigartiges, schützenswertes Biotop im Bezirk Pankow. Für die Berliner Innenstadt wiederum sind die ausgedehnten grünen Areale des Ernst-Thälmann-Parks und des Anton-Saefkow-Parks, der S-Bahn-Graben, der Volkspark Prenzlauer Berg, die Sportanlagen an der Hohenschönhauser Straße und die Parks an Ober- und Orankesee bis hin zum Natur-schutzgebiet „Fauler See“ eine wichtige Frischluftschneise.