Der Platz des 9. November 1989

Blühende Japanische Zierkirschen im Landschaftspark Mauerstreifen

„Berlin wird leben und die Mauer wird fallen.“
Willy Brandt (1913-1992) Inschrift auf dem Gedenkstein zum 9.11.1989 an der Bösebrücke

Der Platz an der Bornholmer Straße (vor der Bösebrücke), gestaltet durch die Landschaftsarchitekten des Büros SINAI, soll an die Ereignisse des 9. November 1989 erinnern. Von dem dramatischen Geschehen dieses Tages erzählen in den Boden eingelassene Metallreliefs – von der Pressekonferenz, in der das SED-Politbüro-Mitglied Günther Schabowski (1925-2015) die Reisefreiheit verkündete bis zur ersten, durch die Bürger erzwungene Grenzöffnung. Drei schwenkbare, beleuchtete Informationstafeln informieren über die Geschichte der Berliner Mauer und die Grenzübergangsstelle, die sich hier von 1961 bis 1989 befand. Zur Erinnerung an diese Zeit blieben die Vorlandmauer, die die Übergangsstelle einfasste, und das Fundament des Postenturmes erhalten.

Damit ein grünes Band aus japanischen Zierkirschen gepflanzt werden konnte, das den Verlauf des ehemaligen Todesstreifens markiert, spendete Japan 1990 etwa 1 Mio. DM. Auf dem Platz symbolisieren seitdem acht japanische Zierkirschen den Ansturm der Bürger und ihre Freude über die Grenzöffnung.
Auf der Strecke vom Mauerpark über die Norwegerstraße, den Postenweg zwischen Bösebrücke und Esplanade sowie entlang der Straße „Am Bürgerpark“ bis nach Rosenthal wurden japanische Zierkirschen gepflanzt.

Ab Ende April bis Mitte Mai spazieren viele Berliner auf diesen Wegen, um die rosa Blütenpracht zu genießen. Ein kleines Denkmal unter der Brücke in Form eines gespaltenen Findlings, der das Zusammenwachsen symbolisieren soll, erinnert an die Spende der japanischen Bevölkerung. Im Zuge dieser Aktion wurden auch im Thälmannpark, im Volkspark Prenzlauer Berg und vereinzelt auch in anderen Straßen Zierkirschen gepflanzt. Jährlich feiert eine Bürgerinitiative in der Käthe-Niederkirchner-Straße in Prenzlauer Berg unter den blühenden Bäumen ein Kirschblütenfest.