Der Helmholtzplatz
Bild: Thomas Tobian
Kurz “Helmi” genannt
Der Helmholtzplatz, von Alteinwohnern des Kiezes schon immer „Helmi“ genannt, ist eine grüne Oase inmitten des umgebenden Häusermeers. Etwa 22.000 Menschen leben im dicht bebauten Gründerzeitquartier zwischen Schönhauser Allee, Prenzlauer Allee, Danziger Straße und Wichertstraße, und viele von ihnen nutzen diesen nahegelegene Freizeit- und Erholungsort. Die große Spielfläche, der Bolzplatz, die Liegewiesen, der Nachbarschaftstreffpunkt „PlatzHaus“ wie auch das Café „Kiezkind“ im ehemaligen Transformatorenhaus sind von viel Grün umgeben.
Die Bäume, meist Ahorn und Linden, sind in der Mehrzahl so alt wie der Platz selbst. Ihre prächtigen, haushohen Kronen schmücken ihn bis in den Frühherbst hinein. Auf den beiden Platzhälften, die durch eine Mittelpromenade verbunden sind, bietet sich viel Raum für Sport und Spiel. Hier tummeln sich selbst im Winter die Kinder. Die zwei bis drei Meter Höhenunterschied zur Straße werden bei Schnee und Eis zur Mini-Rodelbahn.
Seine jetziges Aussehen ist das Ergebnis wiederholter Umgestaltungsmaßnahmen, an der ab 1999 Anwohner, Politiker, Träger der Jugendhilfe und Sozialarbeit, Schulen und Kindertagesstätten beteiligt wurden. „Ein Platz für alle“ lautete das Motto. Im Sinne eines friedlichen Mit- und Nebeneinanders sollte allen Nutzergruppen Raum gegeben werden. Am 13. Juli 2001 wurde der neu gestaltete Helmholtzplatz mit einer großen Feier eröffnet.
Sein negatives Image, das dem Platz besonders seit Mitte der 1980er Jahre anhaftete, konnte er inzwischen ablegen. Der Plan der Architektin Pia von Zadow, ist aufgegangen.
Kurz vor Ende des Zeiten Weltkrieges wurden auf dem Platz Granatwerfer aufgestellt, während zuvor schon ein Feuerlöschteich in dessen Mitte angelegt worden war. Anfang der 1950er Jahre entstand wieder eine parkähnliche Anlage mit Spielflächen, Wiesen und Sitzgelegenheiten. In den Folgejahren wurde der Helmi noch mehrmals umgestaltet. Er erhielt eine Toilettenanlage einen „Verkehrserziehungsgartens“ für Kinder. Wer schon vor 1980 in Prenzlauer Berg wohnte, erinnert sich noch an die Arbeitseinsätze auf dem Helmholzplatz, Arbeitseinsätze, zu denen man „mit Kind und Kegel“ aufbrach.
Kurz nach 1990 hielten sich obdachlos gewordene Hausbesetzer in Zelten auf dem Platz auf. Der damalige Pfarrer Klaus-Dieter Winkler, bekannt geworden durch seine Moderation am „Runden Tisch Prenzlauer Berg“, begründete den Runden Tisch “Instandsetzung” und konnte zwischen den Platzbesetzern sowie der Polizei vermitteln und eine gewaltsame Räumung verhindern.
Dort, wo sich heute die Grünanlage befindet, stand früher eine große Ziegelei mit mehreren Ringöfen, die 1885 gesprengt wurden. Teile des Areals wurden in den Folgejahren mit Mietshäusern bebaut, die Reste der alten Ringöfen nach Protesten später zugeschüttet. So entstand das heutige Plateau. Seinen Namen erhielt der Platz am 04. August 1897, 1902 wurde er als gärtnerische Schmuckanlage der Öffentlichkeit übergeben. Parkwächter schützten fortan die Grünfläche und schickten Obdachlose und Betrunkene vom Platz. 1928 errichtete man auf der östlichen Seite eine elektrische Schaltstation, die neben Sitzgelegenheiten auch Schutz bei Unwetter bot.