Der Teutoburger Platz
Eine der letzten historische Handpumpen in Prenzlauer Berg.
Bild: Hannelore Sigbjoernsen
Kurz “Teute” genannt
Der auf der Grundlage der Hobrechts Plans (1862) entstandene Stadtplatz diente bis zur Eröffnung der Ackerhalle im Jahre 1888 als Marktplatz. Später wurde ein repräsentativer Schmuckplatz angelegt, der bereits Anfang der 1890er Jahre auch Spielmöglichkeiten für Kinder bot. Die ersten Bäume pflanzte man um 1880. Noch heute sind prächtige Exemplare von Robinien und Birken zu bewundern. Die später gepflanzten Ebereschen fallen besonders im Herbst mit ihren hellroten Früchten auf.
Etwa um 1910 wurde die gesamte Anlage als öffentlicher Spielplatz freigegeben.
Der Stadtgartenbaudirektor Erwin Barth (1880-1933) erarbeitete 1926 eine neue Konzeption für den Platz. Um diese realisieren zu können, mussten ein Laternenwärter- und ein Bedürfnishäuschen abgerissen werden. Der Entwurf sah im Zentrum der Anlage einen Kinderspielplatz vor. Der Platz war von einem Zaun umgeben und über vier Zugänge erreichbar.
1950 wurde der Platz nach Plänen von Johann Greiner (1923-2003) zur Erholungsanlage und 1973 aus Anlass der Weltjugendfestspiele der Jugend und Studenten zu einer Freizeitsportanlage nach einem Entwurf von Hans Löffler (geb. 1946) umgestaltet.
Schritt für Schritt verwandelten Anwohner, Schüler, Studenten und das Naturschutz- und Grünflächenamt ab 1993 mit Unterstützung von Sponsoren den südlichen Bereich des Platzes in eine grüne Hügellandschaft. Nach der Sanierung des Spielbereichs und dessen Ausstattung mit neuen Spielgeräten wurde die Umgestaltung des Platzes wurden Zugänge und Wege erneuert und weitere Bänke aufgestellt. 1998 ließ man die Gehwege, die den Platz umgeben, sanieren und Fahrbahnen verengen, um deren Überquerung für Kinder gefahrloser zu gestalten.
Heute nimmt der Spielplatz mit rund 2.000 m² etwa ein Viertel der Gesamtfläche des Platzes ein. Der Rest besteht zum größten Teil aus Rasen, der besonders im Sommer als Liegewiese von Anwohnern genutzt wird.
Nur ein paar Schritte von der gusseisernen Handpumpe entfernt steht seit 1989 die dreiteilige plastische Sandsteingruppe des Bildhauers Stephan Horota (geb. 1932). Sie besteht aus einem Tröpfelbrunnen, auf dem ein Frosch sitzt, ein Wasserauffangbecken und einem hockenden Mädchen.
Auf dem Platz befindlichen sich auch ein 1928 erbautes kleines Ziegelhaus, das sogenannte Milchhäuschen. Ursprünglich war es ein Trafohaus für die BEWAG. Gleichzeitig diente es dem Parkwächter als Geräte- und Aufenthaltsraum. Es enthielt einen Ausschank- und Verkaufsraum für Milch und alkoholfreie Getränke und war Schutzhalle für die Platzbenutzer. Diese war mit Steinfußboden und Bänken ausgestattet. Später wurde das Gebäude nur noch als Trafohaus genutzt und erst Ender der 1990er Jahre den platzbesuchern schrittweise wieder zugänglich gemacht. Der Trafo verschwand, das Gebäude wurde instand gesetzt und modernisiert. Es entstanden ein Gemeinschaftsraum, eine Küche und Toiletten.
Der Verein Leute am Teute e.V. organisiert die Angebote im Platzhaus, das jetzt wieder im Sinne seiner ursprünglichen Funktion genutzt wird.