Das Wasserturmgelände und Umgebung

Der mit 20.000 Rosen bepflanzte Wasserturmplatz

Der „Dicke Herrmann“, wie er im Volksmund heißt – Wahrzeichen des Ortsteiles

Ab 1915 entstand nach den Plänen des Gartendirektors der Stadt Berlin, Albert Brodersen, auf dem Gelände rund um den Wasserturm, genannt „Dicker Herrmann” (1857-1930), auf dem Gelände rund um den Wasserturm, genannt der „Dicke Herrmann“, ein Schmuckplatz, auf dem 1920 ein erster provisorischer Spielplatz angelegt wurde. Zuvor waren die Ziergärten der Angestellten der Wasserbetriebe aufgelöst worden. Eingänge, Wegeverläufe, Baumpflanzungen und die Lage des Kinderspielplatzes ueugen noch heute von der Neugestaltung im Jahr 1937 durch den Bezirksgartenamtsleiter Paul Mittelstädt (1902-1985). 1976 wurde der Platz durch der Volkseigenen Betrie (VEB) Stadtgrün im Auftrag des Bezirksgartenamtes Prenzlauer Berg rekonstruiert.
Die Geschichte der denkmalgeschützten Anlage reicht mehr als 150 Jahre zurück. Von 1852 bis 1877 errichtete die englische Waterworks Company den Wasserturm (als oberirdischer Wasserbehälter mit Wohnungen), zwei Tiefbehälter (Wasserspeicher) und Steigrohrturm als eine der ersten Wasserversorgungsanlagen Berlins.

Das erste Berliner Wasserwerk vor dem Stralauer Tor und der Erdhochbehälter am ehemaligen Windmühlenberg versorgten die Einwohner in der damaligen Berliner Innenstadt. Mit der weiteren Entwicklung des Gebietes am Prenzlauer Tor übernahm das Zwischenpumpwerk Belforter Straße mit dem Wasserturm die Versorgung. 1914 wurden die Maschinen und Erdbehälter stillgelegt. Das Hochreservoir diente nur noch als Druckanzeiger.

Im Jahr 1993 wurde der Kollwitzplatz zum Sanierungsgebiet erklärt. Zu dieser Zeit befanden sich die Grünflächen, die historische Stützmauer und die Spielgeräte in einem desolaten Zustand.
Nachdem die Bauwerke und die Gartenanlage 1990 unter Denkmalschutz gestellt worden waren, wurde diese schließlich zwischen 2000 bis 2006 saniert und der Treppenturm auf dem großen Wasserspeicher wiederaufgebaut.
Grundlage dafür waren ein denkmalpflegerischer Rahmenplan und die Beteiligung der Anwohner an den Planungen. Auf diese Weise konnten Denkmalpflege und heutige Nutzungsanforderungen an einen öffentlichen Platz vereint werden: So gibt es ein vielfältiges Angebot an Spielflächen für Kinder und Jugendliche, während gleichzeitig die historischer Spuren bewahrt werden.

Der Reiz des Parks um den Wasserturm liegt in seiner Vielgestaltigkeit: Zwei Treppenzugänge am Südhang und der neu angelegte Rundweg führenen auf das neu neu bepflanzte Plateau – vorbei am Wein-Schaugarten und dem Rosenhang mit 20.000 Rosen. Auch die Wege und Einfassungsmauer sind erneuert worden. Bäume und Gehölze wurden neu angepflanzt und Bänke aufgestellt. Inzwischen hat sich die Wasserturmanlage als stadtbildprägendes Industriedenkmal zu einem zentralen Ort entwickelt, der mit seinen Grünanlagen und Spielflächen zum Aufenthalt einlädt.

Der Wasserturm wurde im Jahr 2000 umfassend saniert. Die zehn Wohnungen unterhalb des Wasserbehälters sind auch heute noch bewohnt. Als Wahrzeichen des ehemaligen Berliner Bezirkes Prenzlauer Berg war der Turm zudem Bestandteil der Bezirkswappen von 1920 bis 1987 bzw. 1987 bis 1992.