Am 20. Juni ist Weltgeflüchtetentag. Der Tag erinnert daran, dass weltweit weiterhin sehr viele Menschen durch Krieg, Gewalt und Verfolgung ihre Herkunftsorte verlassen müssen. Ende 2025 waren nach Angaben der UNO-Flüchtlingshilfe 117,8 Millionen Menschen auf der Flucht. Auch wenn die Zahl erstmals seit zehn Jahren leicht gesunken ist, bleibt sie sehr hoch.
Auch Pankow trägt Verantwortung. Im Bezirk leben derzeit mehr als 5.500 schutzbedürftige Menschen in 17 Geflüchtetenunterkünften. Hinzu kommen Menschen mit Fluchtbiografie, die in ASOG-Unterkünften untergebracht sind. Der Bezirk arbeitet gemeinsam mit Trägern, Ehrenamtlichen, Vereinen, Migrant:innenorganisationen und dem Land Berlin daran, Ankommen, Beratung und Teilhabe vor Ort zu ermöglichen.
Bezirksbürgermeisterin Dr. Cordelia Koch sagt dazu:
“Der Weltgeflüchtetentag richtet den Blick auf Menschen, die Schutz brauchen – und auf diejenigen, die Integration im Alltag möglich machen. In Pankow leisten Ehrenamtliche, Träger, Vereine und Migrant:innenorganisationen seit Jahren wichtige Arbeit. Sie beraten, begleiten, vermitteln und schaffen Begegnung. Dafür danke ich ihnen ausdrücklich.”
Integration braucht verlässliche Rahmenbedingungen
Gleichzeitig bleiben die Aufgaben groß. Bezahlbarer Wohnraum, erreichbare Sprachkurse, verlässliche Beratung, Zugang zu Ausbildung und Arbeit sowie die Anerkennung ausländischer Abschlüsse sind entscheidend dafür, ob geflüchtete Menschen im Alltag ankommen können. Hier sind Bezirk, Land Berlin, Bund und Zivilgesellschaft gemeinsam gefordert.
Dr. Cordelia Koch weiter:
“Integration gelingt nicht allein durch guten Willen. Sie braucht ausreichende Finanzierung, klare Zuständigkeiten und Angebote, die die Menschen tatsächlich erreichen. Der Bezirk wird seine Arbeit fortsetzen und zugleich deutlich machen, wo Unterstützung durch Land und Bund notwendig ist.”
Beirat und Integrationsbeauftragte stärken die Arbeit im Bezirk
Eine wichtige Rolle spielt der bezirkliche Beirat für Partizipation und Integration. Er berät Politik und Verwaltung mit konkreten Vorschlägen und bringt die Perspektiven von Menschen mit Migrations- und Fluchtgeschichte in bezirkliche Entscheidungsprozesse ein.
Die Bezirksbeauftragte für Partizipation und Integration, Forouzan Forough, erklärt:
“Sprache, eine sichere Unterbringung und berufliche Perspektiven entscheiden darüber, ob Menschen im Alltag ankommen. Viele Geflüchtete wollen schnell lernen, arbeiten und sich einbringen. Damit das gelingt, brauchen Angebote Planungssicherheit und eine verlässliche Finanzierung.”
Das Bezirksamt Pankow setzt seine Arbeit für Aufnahme, Beratung und Teilhabe gemeinsam mit den Partnerinnen und Partnern im Bezirk fort. Ziel bleibt, geflüchteten Menschen Schutz zu geben und ein gutes Zusammenleben in den Nachbarschaften zu ermöglichen.