Die Abiwoche ist ein lustiger Brauch, um den nahenden, großen Schritt ins Leben ohne Schule zu feiern. Es ist absolut nachvollziehbar, dass dieser Anlass gebührend gefeiert wird. Dafür habe ich großes Verständnis.
Was sich jedoch aktuell in unseren Grünanlagen abspielt, hat mit Feiern nichts mehr zu tun. Es ist ein Ausmaß an Rücksichtslosigkeit, das sprachlos macht. Vermüllte Wiesen, zerstörte Anlagen und zahllose Glasscherben sind das Ergebnis dieser sogenannten „Feiern“. Ganze Bereiche werden damit für Familien, Kinder und Erholungssuchende unbenutzbar gemacht.
Wer so handelt, zeigt nicht nur mangelnden Respekt gegenüber der Allgemeinheit, sondern auch gegenüber denjenigen, die tagtäglich dafür sorgen, dass unsere Stadt lebenswert bleibt. Unsere Gärtnerinnen und Gärtner leisten hervorragende Arbeit und werden anschließend mit Müllbergen und Verwüstung konfrontiert. Das ist inakzeptabel.
Ich erwarte hier ein klares Umdenken. Feiern darf nicht auf Kosten anderer stattfinden.
Deshalb richte ich auch einen deutlichen Appell an die Schulleitungen: Nehmen Sie Ihre Verantwortung ernst. Vermitteln Sie Ihren Schülerinnen und Schülern, dass Freiheit und Verantwortung untrennbar zusammengehören. Es kann nicht sein, dass der Abschluss eines Bildungsweges mit einem solchen Maß an Gleichgültigkeit gegenüber dem Gemeinwohl einhergeht.
Ich halte es für sinnvoll, dass Schulen gemeinsam mit ihren Abschlussjahrgängen verbindliche Aufräumaktionen in den betroffenen Grünanlagen organisieren. Wer feiert, muss auch Verantwortung übernehmen. Solche Maßnahmen können helfen, das Bewusstsein zu schärfen und zumindest einen Teil des angerichteten Schadens wiedergutzumachen.
Für mich ist klar: Unsere Grünanlagen sind kein rechtsfreier Raum. Wir werden nicht tatenlos zusehen, wie sie Jahr für Jahr verwüstet werden. Feiern ja – aber nicht auf Kosten unserer Stadt und ihrer Menschen.