Frauen in Deutschland verdienten 2025 im Schnitt 16 Prozent – und damit 4,24 Euro – weniger pro Stunde als Männer (Quelle: Statistisches Bundesamt). Der Equal Pay Day am27. Februar 2026 macht diese Lohnlücke zwischen den Geschlechtern greifbar: Rechnerisch entsprechen 16 Prozent 58 Arbeitstagen, die Frauen im Vergleich zu Männern ohne Entgelt arbeiten.
Als sichtbares Zeichen für Gleichberechtigung weht die Equal Pay Day-Flagge am 27. Februar 2026 an den Rathäusern in Pankow, Weißensee und Prenzlauer Berg. Damit macht der Bezirk auf die strukturelle Benachteiligung von Frauen/FLINTA+ (Frauen, Lesben, inter, nicht-binäre, trans und agender Personen) am Arbeitsmarkt aufmerksam.
Schließung der Lohnlücke stagniert
Nachdem sich die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern in Deutschland 2024 etwas verringerte, stagnierte der Abbau 2025. Bei einem EU-Durchschnitt von rund 12 Prozent gehört Deutschland damit weiterhin zu den europäischen Schlusslichtern (Quelle:Europäische Kommission).
Auch innerhalb Deutschlands gibt es Unterschiede: In Ostdeutschland beträgt die Lohnlücke fünf, im Westen 17 Prozent. Berlin liegt mit zehn Prozent unter dem bundesweiten Durchschnitt. In Pankow liegt der Gehaltsunterschied durchschnittlich bei monatlich 325 Euro, während er berlinweit 300 Euro beträgt (mittleres monatliches Nettogehalt von abhängig Erwerbstätigen, Quelle: Mikrozensus).
Nicht nur der Wohnort, sondern auch andere Faktoren – wie Herkunft, Alter oder Elternschaft – und deren intersektionales Zusammenspiel beeinflussen die Größe der Lohnlücke.
Für Lohngerechtigkeit an jedem Tag des Jahres
Unter dem Motto „equal pay every day“ fokussiert die diesjährige bundesweite Kampagne, wie sich die geschlechtsspezifische Lohnlücke im Lebensverlauf entwickelt und auswirkt.
Die Ursachen sind vielschichtig: Tradierte Rollenbilder, ein größerer Anteil an Sorgearbeit und Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt führen häufig dazu, dass Frauen in weniger gut bezahlten Branchen, in Minijobs oder in Teilzeit arbeiten. Diese strukturellen Unterschiede wirken sich nicht nur auf das Einkommen und die Karrierechancen aus, sondern erhöhen auch das Risiko weiblicher Altersarmut.
„Gleichstellung funktioniert nur mit ökonomischer Unabhängigkeit von Frauen“, sagt die Gleichstellungsbeauftragte von Pankow, Ulrike Spieler. „Der Equal Pay Day macht ein zentrales Gleichstellungsanliegen sichtbar. Wir müssen jedoch an jedem Tag im Jahr für Rahmenbedingungen sorgen, in denen Frauen/FLINTA+ in allen Lebensphasen selbstbestimmt und existenzsichernd arbeiten können.“
„Der Equal Pay Day zeigt, wie groß die geschlechtsspezifische Lohnlücke noch ist. Diese Ungerechtigkeit wirkt sich nicht nur im Arbeitsalltag aus, sondern auch später im Rentenbezug. Gleiche Arbeit verdient gleichen Lohn. Pankow setzt sich aktiv für Chancengleichheit ein – ich als Beauftragte für Gute Arbeit unterstütze dabei jederzeit“, so die Beauftragte für Gute Arbeit von Pankow, Tatjana Mentel.
Veranstaltungen in Pankow zum Equal Pay Day Öffentliche Flaggenhissung Eine öffentliche Flaggenhissung findet bereits am Vortag des Equal Pay Day statt.- Donnerstag, 26. Februar 2026, 9 Uhr
- Bezirksamt Prenzlauer Berg (Fröbelstraße 17)
- mit Bezirksbürgermeisterin Dr. Cordelia Koch, der Bezirksstadträtin für Soziales und Gesundheit Dominique Krössin, der Beauftragten für Gute Arbeit Tatjana Mentel sowie der Gleichstellungsbeauftragten Ulrike Spieler
- Freitag, 27. Februar 2026, 14 bis 16 Uhr
- Ringcenter II, Frankfurter Allee Ecke Möllendorfstraße
- Freitag, 6. März 2026, 18 – 20 Uhr (anschließend: Get-Together)
- Emma-Ihrer-Saal im Rathaus Pankow, Breite Straße 24a-26, 13187 Berlin
Kontakt Beauftragte für Gute Arbeit Pankow:
E-Mail: gute-arbeit@ba-pankow.berlin.de , Tel.: (030) 90295- 5215
Kontakt Gleichstellungsbeauftragte Pankow:
E-Mail: gleichstellung@ba-pankow.berlin.de , Tel.: (030) 90295-2305
Weitere Informationen zum Equal Pay Day: https://www.equalpayday.de