Das Museum Pankow zeigt vom 6. November bis zum 21. Dezember 2025 die Sonderausstellung „Einweisungsgrund: Herumtreiberei – Disziplinierung in Venerologischen Stationen und Spezialheimen der DDR“. Die Eröffnung findet am Donnerstag, dem 6. November um 18:00 Uhr im Kultur- und Bildungszentrum Sebastian Haffner, Prenzlauer Allee 227/228, 10405 Berlin in der Aula im 3. OG statt. Grußworte sprechen Evelyn Zupke (SED-Opferbeauftragte beim Deutschen Bundestag), Dr. Cordelia Koch (Bezirksbürgermeisterin und Vorsitzende der Gedenktafelkommission) und Amélie zu Eulenburg (Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur).
Die Wanderausstellung ist ein gemeinsames Projekt der Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof (GJWH) Torgau und des Vereins Riebeckstraße 63 e.V. Am Ausstellungsstandort Berlin steht die Geschichte der Geschlossenen Venerologischen Station in Berlin-Buch im Mittelpunkt. Die bezirkliche Gedenktafelkommission des Bezirks Pankow hat im Februar 2025 die Schaffung eines Gedenkzeichens in Erinnerung an die Geschichte der Geschlossenen Venerologischen Station in der Hautklinik des Klinikums Buch beschlossen. Offiziell waren es Krankenstationen zur Behandlung von Geschlechtskrankheiten, die es in der gesamten DDR gab. Männer und Frauen mit sexuell übertragbaren Krankheiten, die sich einer Behandlung verweigerten, sollten dort zwangseingewiesen werden. Die Einweisungsgründe und Statistiken belegen jedoch, dass die Stationen einem anderen Zweck dienten. Eingewiesen wurden fast ausschließlich Frauen, von denen über ein Drittel minderjährig waren. Der durchschnittliche Aufenthalt betrug drei bis vier Wochen. Der Alltag war von strengen Regeln und Strafen geprägt. Die Türen waren verschlossen, die Fenster undurchsichtig oder vergittert.
Umfassendes Begleitprogramm und mehr
Ergänzt wird die Präsentation durch die Plastik „VERDECKT“ von Liane Pförtner sowie einen Mitschnitt der szenischen Lesung „erinnert – hautnah – erzählt“ von Martina Blankenfeld, die selbst als junge Frau in eine solche Einrichtung eingewiesen wurde. In mehreren Begleitveranstaltungen wird über weitere Hintergründe zur Geschichte der Geschlossenen Venerologischen Stationen informiert – z.B. bei einer Ortsbegehung am 14. November, einem Beratungsangebot am 19. November, einem Vortrag mit Diskussion am 26. November oder einem Erzählcafé am 11. Dezember 2025.
Weitere Informationen auf der Museumswebsite:
https://www.berlin.de/museum-pankow/aktuelles/ausstellungen/sonderausstellungen/artikel.1607142.php
Pressekontakte:
Museum Pankow: Esther Stenkamp, esther.stenkamp@ba-pankow.berlin.de
Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau: Hannes Schneider, h.schneider@jugendwerkhof-torgau.de