Die Parkanlage am Wilhelmsruher See steht ab Donnerstag, dem 2. Oktober 2025 wieder der Öffentlichkeit zur Verfügung und wird an diesem Tag um 14 Uhr von Manuela Anders-Granitzki, Bezirksstadträtin für Ordnung und Öffentlicher Raum, eröffnet. Eineinhalb Jahre Bauzeit hat es gebraucht, um den See und die umgebende Grünfläche ökologisch und zukunftsfähig zu gestalten sowie die Aufenthaltsqualität deutlich zu verbessern. Los ging es im Frühling 2024 mit einer Entschlammung des Sees. Der mit Schadstoffen belastete Schlamm wurde mit Saugtechnik vom Gewässergrund entfernt und anschließend mit einer Siebbandpresse entwässert und abtransportiert. Fast 1.900 Tonnen Schlamm wurden aus dem knapp einen Hektar großen Gewässer gefördert.
Heimische Arten geschont, invasive Fische entfernt
Zuvor fanden eine Kampfmittelsondierung sowie Grobreinigung und Abfischung statt. Dabei kamen zahlreiche Dinge zum Vorschein, die eigentlich nicht in ein Berliner Gewässer gehören. Neben diversen Autoreifen und anderen Alltagsgegenständen wurde auch eine große Anzahl von Sonnenbarschen festgestellt. Die invasive Fischart ist äußerst problematisch für das Seeökosystem, denn sie konkurriert mit der einheimischen Fischfauna um Nahrung und Lebensraum, ist Fressfeind für deren Laich sowie für die Larven von Amphibien. Durch die Abfischung konnte die Anzahl invasiver und nicht einheimischer Fische stark dezimiert werden. Alle anderen Fische wurden in Hälterteiche umgesetzt und nach Abschluss der wasserbaulichen Maßnahmen wieder in den Wilhelmsruher See eingesetzt. Ihr Lebensraum hat sich zwischenzeitlich stark verändert. Die aus Beton bestehende Einfassung ist nun einem natürlich abfallenden Ufer gewichen. Viele Pflanzen, darunter Schilfröhricht, Sumpfschwertlilien und
Blutweidereich, säumen jetzt den Böschungsbereich und werden sich in den kommenden Jahren zu einem vitalen Uferstreifen entwickeln. Man darf hoffen, dass viele Amphibien, Insekten und andere Kleinlebewesen zum neu gestalteten Uferbereich finden und ihn zu einem lebhaften Übergangslebensraum machen.
Wege und Plattform saniert
Nachdem die Arbeiten am Gewässer beendet wurden, fand eine Sanierung der Parkwege mit wassergebundener Decke statt. Die südöstlich gelegene Plattform wurde erneuert und ist nun stufenlos erreichbar. Von ihr aus genießt man den besten Blick auf die Seerosen, welche die Arbeiten am See unbeschadet überstanden haben. Zum Verweilen laden auch die neuen Sitzstufen am gegenüberliegenden Ufer ein.
Die Grünanlage war während der gesamten Bauzeit abgesperrt. „Ich bedanke mich bei allen Anwohnerinnen und Anwohnern für Ihre Geduld,“ sagt Manuela Anders-Granitzki, Bezirksstadträtin für Ordnung und Öffentlichen Raum. „Ich bin davon überzeugt, dass die Wilhelmsruher die neu gestaltete Grünanlage am Wilhelmsruher See zu schätzen wissen werden und zukünftig vielleicht nicht nur schnell durchhuschen, sondern den Park auch als echten Treffpunkt nutzen werden. Genügend neue Parkbänke dafür gibt es jedenfalls. Jetzt müssen sich nur noch die beanspruchten Flächen von den Bauarbeiten erholen.“
Einzelne Absperrungen noch erforderlich
Zu diesem Zweck werden die angesäten Bereiche durch Zäune noch eine Zeit lang geschützt. Absperrungen einzelner Teilbereiche im Park werden auch notwendig sein, wenn die Berliner Wasserbetriebe den Anschluss zum Regenwasserkanal fertig stellen. Ziel dieser Teilmaßnahme ist eine Stützung des Seewasserstandes mit Niederschlagswasser aus dem angrenzenden Einzugsgebiet. Über Details dieser Baumaßnahme wird in einer gesonderten Pressemitteilung informiert.
Eröffnung am 2. Oktober um 14 Uhr
Zunächst aber wird die neu hergerichtete Grünanlage von Manuela Anders Granitzki persönlich am 2. Oktober 2025 um 14 Uhr eröffnet. Interessierte und insbesondere die Mitglieder des Arbeitskreises Wilhelmsruher See des Vereins Leben in Wilhelmsruh e.V. sind herzlich eingeladen, ihre neue alte Parkanlage in Augenschein zu nehmen.