Leben im Krieg und Verabschiedung der Gefallenen: Delegationsreise in die Partnerstadt Riwne

Pressemitteilung vom 12.05.2025

Auf Einladung der Stadtverwaltung Riwne reiste vom 4. bis 7. Mai 2025 eine offizielle Pankower Delegation in die ukrainische Partnerstadt. Ziel des Besuchs war es, die freundschaftlichen Beziehungen zu stärken, sich fachlich auszutauschen sowie der Opfer des Krieges zu gedenken. Mit der Bezirksbürgermeisterin Dr. Cordelia Koch reisten die Koordinatorin der Städtepartnerschaft Pankow-Riwne Daryna Illienko, die Musikschul-Fachgruppenleiterin Streichinstrumente Stephanie Thunert, die Europabeauftragte Svenja Arenz sowie der Schatzmeister Vollrad Kuhn und Uwe Lehmann der 1. Vorstandsvorsitzende des Partnerschatsvereins Berlin Pankow – Riwne e.V.. Bezirksbürgermeisterin Dr. Cordelia Koch: “Unsere Partnerstadt Riwne liegt im Westen der Ukraine und damit nicht im stark umkämpften Osten des Landes. Russische Angriffe auf die Stadt richteten sich in der Vergangenheit immer wieder gegen die dort befindlichen Armeestützpunkte und ihre Infrastruktur. Es war bewegend zu erleben, wie Riwnes Bevölkerung die ukrainischen Soldaten ehrt. Jeden Tag steht um 9 Uhr eine Minute das Leben still. Während dieser Schweigeminute steht der Verkehr still und die Menschen halten inne.”

Zeremonie zum Gedenken an gefallene Soldaten
Nach der Ankunft am Abend des 4. Mai wurde die Delegation mit einem gemeinsamen Abendessen begrüßt. Der Montag begann mit einem Rundgang durch die Stadt Riwne, bei dem unter anderem die Allee der geschmiedeten Skulpturen und das Regionale Museum für Heimatkunde besucht wurden. Im Anschluss nahm die Delegation an einer feierlichen Zeremonie zum Gedenken an gefallene Soldaten teil. Dr. Cordelia Koch würdigt die Zeremonie: “Die gefallenen Soldaten der Stadt Riwne werden auf dem Maidan aufgebahrt. Die Bevölkerung Riwnes nimmt in einem würdevollen Gottesdienst von ihren gefallenen Soldaten Abschied. Mit Blumen knien sie vor den Särgen nieder und danken Ihnen damit, dass sie ihr Leben gaben für die Freiheit der Ukraine. Es war uns eine traurige Ehre, zwei gefallene Soldaten verabschieden zu dürfen.”

Ein Besuch des Lyzeums Nr. 7 mit Einblick in Schutzmaßnahmen für Schülerinnen und Schüler sowie ein Abstecher zum Stadion des Fußballvereins VERES rundeten das Vormittagsprogramm ab. Der Nachmittag stand im Zeichen von Kultur und Begegnung: Die Delegation besuchte das städtische Kulturhaus mit Ausstellung und Tanzdarbietung und nahm an einer Stadtführung durch die historischen Keller von Riwne teil. Den Abschluss des Tages bildete ein gemeinsames Abendessen mit Vertreterinnen und Vertretern der Stadtverwaltung Riwne.

Am Dienstag, dem 5. Mai stand der offizielle Empfang der Bezirksbürgermeisterin Dr. Cordelia Koch durch den Sekretär des Stadtrates von Riwne, Herrn Viktor Shakyrzyan, im Mittelpunkt. Bei diesem Treffen ging es um die zukünftige Zusammenarbeit, insbesondere in den Bereichen Jugend, Sport und Kultur. Weitere Programmpunkte waren der Besuch des jüdischen Viertels Sosenky und des zentralen Stadtkrankenhauses Nr. 2. Das Bezirksamt Pankow erhält eine Förderung für die Ausstattung einer Prothesen-Werkstatt in diesem Krankenhaus, die für die Kriegsversehrten vorgesehen ist. Es werden weitere Spenden benötigt, wie das Bezirksamt Pankow in einer Presseinformation informiert.

Beim anschließenden Galakonzert zum 70-jährigen Bestehen der Musikhochschule wurde die kulturelle Vielfalt der Stadt gefeiert. Der Tag endete mit einem gemeinsamen Besuch des akademischen ukrainischen Musik- und Schauspieltheaters.
Bezirksbürgermeisterin Dr. Cordelia Koch sagt zur Bedeutung dieser Reise: “In Zeiten des Krieges bedeutet es unseren Partnern sehr viel, dass wir persönlich nach Riwne kamen. Sie bedankten sich für unseren Mut und für die Zuversicht, die dieser Besuch bei ihnen bewirkt. Unsere Delegation war ihrerseits beeindruckt, mit welcher Kraft und welchem Lebenswillen die Bürger:innen Riwnes an dem “normalen Leben” mit Theater, Musik und Bildung festhalten. Unser Besuch hat die freundschaftlichen Bande zwischen uns gestärkt. Darauf können wir nun aufbauen!”
Die Delegation trat am frühen Morgen des 7. Mai die Rückreise nach Berlin an. Der Besuch in Riwne hat eindrücklich gezeigt, wie lebendig und wertvoll die Städtepartnerschaft auch in schwierigen Zeiten ist. Der Austausch zwischen Pankow und Riwne bleibt ein wichtiges Zeichen der europäischen Solidarität und der kommunalen Zusammenarbeit.

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