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Bezirksämter Mitte und Pankow starten Bedarfsanalyse zur Zukunft der Mode

Pressemitteilung vom 01.08.2019

Die Bezirksämter Mitte und Pankow starten jetzt das Projekt „Bedarfsanalyse der Modewirtschaft“, das der Entwicklung eines Modehauses für Designer, Mode-Produzenten, Lieferanten oder auch Sales-Agenturen und angrenzender Gewerke dienen soll. Mittelfristiges Ziel ist der Aufbau eines gemeinsamen, kooperativen Textil-Standortes im Bezirk Mitte oder Pankow, der eine bezirksübergreifende Anlaufstelle für Modeschaffende bilden soll. Rona Tietje (SPD), Wirtschaftsstadträtin von Pankow: „Die Modebranche in Berlin boomt. An viele Hochschulen, auch in Pankow und Mitte, können junge Menschen Modedesign studieren. Daraus entstehen immer neue Labels und kleine und mittlere Mode-Unternehmen. Diese sehr lebendige Szene wollen wir auf lokaler Ebene unterstützen und Modeschaffenden eine langfristige künstlerische und wirtschaftliche Perspektive geben.“
Stephan von Dassel (Bü90/Grüne), Bezirksbürgermeister von Mitte: „Gerade in Berlin steigt das Interesse an nachhaltiger, professionell und fair produzierter Mode, die sich in einem neuen, coolen und hochwertigen Image zeigt. Mit der Schaffung eines Standortes sollen Start-ups, die in der Modebranche im Kreativ-, Produktions- und Vertriebsprozess arbeiten und einen Fokus auf Nachhaltigkeit verfolgen, unterstützt und gestärkt werden. Damit wird in den Bezirken Mitte und Pankow ein Statement für eine nachhaltige, stylische Alltagskultur im Sinne von „Nachhaltig schön!“ gesetzt.“
Die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe beschreibt Berlin in einer aktuellen Kurzinfo vom Juni 2019 als einen Standort mit nationaler und internationaler Strahlkraft. 2.800 Unternehmen sind demnach im Bereich Mode in Berlin tätig, Umsätze und Beschäftigtenzahlen steigen. Dennoch verzeichnen die Bezirke einen Rückgang bzw. Stillstand bei den Ansiedlungen neuer Modeunternehmen. Steigende Mieten, mangelnde Standort-Rahmenbedingungen und fehlende Branchenvernetzung führen dazu, dass das Kreativpotential und handwerkliches Know-How abwandert. Fakt ist: Mode ist ein hartes Geschäft. Auch die Gewinnmargen fallen häufig so niedrig aus, dass viele Modeschaffende am Existenzminimum leben. Gerade Unternehmen, die verantwortungsbewusst und ressourcenschonend arbeiten möchten, erhalten kaum Unterstützung.
Hier setzt das Projekt an. Über die Bedarfsanalyse sollen die Anforderungen für eine Stabilisierung und Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in der Mode- und Textilbranche sowie notwendiger Infrastrukturanpassungen eruiert werden. Ist es für Mode-KMUs tatsächlich von Bedeutung und zukunftsträchtig, sich an einem gemeinsamen Standort zu konzentrieren? Und kann ein zentraler Standort helfen, die Wertschöpfungskette innerhalb der Modebranche räumlich zu verdichten und somit die Rahmenbedingen für jedes einzelne Unternehmen zu verbessern? Hilft Kooperationsbildung untereinander, Synergien zu nutzen, von denen jedes einzelne KMU profitiert? Diese, aber auch Fragen nach der Akzeptanz von Arbeitgeberzusammenschlüssen oder Einkaufsgemeinschaften sollen bearbeitet werden. Zusätzlich werden auch weitere notwendige Unterstützungen abgefragt, wie z.B. rechtliche Beratung oder Professionalisierung im Bereich der nachhaltigen Entwicklung von Produkten, im Mode-Produktionsmanagement, Vertrieb, PR und Marketing. Innovative und somit zukunftsfähige Bereiche, wie z.B. nachhaltige Mode und Smart-Textiles oder Wearables sollen besonders berücksichtigt werden.

Parallel zur Analyse wird außerdem ein Modenetzwerk am Standort auf- und ausgebaut, um einen fortwährenden Austausch zwischen den interessierten Unternehmen in den Bezirken zu gewährleisten. Diese werden vor allem im Rahmen von Interviews und Workshops am Prozess beteiligt, um Erfordernisse, Kommunikation und Transparenz des Prozesses zu gewährleisten, Kontakte aufzubauen und die Akzeptanz des Projekts von Anfang an zu sichern. Bereits bestehende Netzwerke werden ausgebaut und die Beratung von kleinen und mittleren Mode-Unternehmen in Pankow übernommen werden. Im Ergebnis werden qualitative Handlungsempfehlungen, insbesondere für einen zentralen Modestandort in den Bezirken und dessen Angebote, erwartet. Das Projekt wird durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung sowie durch die Bezirke Mitte und Pankow gefördert.