Museum Lichtenberg im Stadthaus

Museum Lichtenberg im Stadthaus Türrschmidtstraße 24 • 10317 Berlin • Telefon 030 57797388 11
Bild: Peter Thieme

Im historischen Stadthaus in der Victoriastadt mit seiner verklinkerten und verglasten Fassade hat das Museum Lichtenberg einen modernen Standort für seine Dauerausstellung, für thematische Sonderausstellungen und Geschichtsprojekte. Zentrale Themen sind die gesellschaftspolitischen Ereignisse des 20. Jahrhunderts sowie die neuere Zeitgeschichte. Im Rahmen der Ausstellungen werden Vorträge, Stadtrundgänge, Filmaufführungen und museumspädagogische Veranstaltungen angeboten. Das Museum verfügt über ein umfangreiches Archiv und eine Präsenzbibliothek.
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VERANSTALTUNGEN

  • Ausstellungseröffnung am Samstag, 19. Januar, 16 Uhr:„Schießbefehl für Lichtenberg – das gewaltsame Ende der Revolution 1918/19 in Berlin“
  • Bustour und Führung am Samstag, 26. Januar, 10-14 Uhr: Die Opfer der Revolution von 1918/19 sind auf dem Friedhof der Märzgefallenen von 1848 im Volkspark Friedrichshain, dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde und dem Friedhof Marzahn bestattet worden. Start: 10 Uhr, Friedhof der Märzgefallen, Ernst-Zinna-Weg 1, 10249 Berlin | Anmeldung
  • Ausstellungseröffnung am Sonntag, 27. Januar, 17 Uhr: Zuflucht Hoffnung, Fotos von Giovanni Lo Curto
  • Lichtaktion am Museumsgiebel am Sonntag, 27. Januar, 18 Uhr: Erinnern für die Zukunft – Gedenktag für die Opfer des Holocaust | Es spricht Bezirksbürgermeister Michael Grunst. Informationen

SONDERAUSSTELLUNGEN

  • „Schießbefehl für Lichtenberg – das gewaltsame Ende der Revolution 1918/19 in Berlin“, Fotos, Text-, Ton- und Filmdokumente zu den Märzkämpfen 1919 in Lichtenberg.
    Eröffnung am 19.01.2019, 16 Uhr | Ausstellung vom 21.01. bis 05.05.2019 | Informationen
  • Zuflucht Hoffnung, Fotografien von Giovanni Lo Curto
    Eröffnung am 27.01., 17 Uhr | Ausstellung vom 27.01. bis 17.03.2019 | Informationen

PUBLIKATIONEN

  • «Lichtenberg entdecken» – 3 Hefte mit historischen Rad- und Fußtouren durch den Bezirk
  • «Die moderne Stadt Berlin-Lichtenberg – ein Architekturführer» Informationen
  • «Aufs Angenehmste enttäuscht – Aus der Geschichte des Waisenhauses Rummelsburg» Informationen
  • «Oskar Ziethen – Stationen eines preußischen Kommunalbeamten»
    Informationen

Erinnern für die Zukunft – Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus

Bildvergrößerung: Lichtprojektion auf dem Stadthausgiebel
Bild: Bezirksamt Lichtenberg
  • Sonntag, 27. Januar, 18 Uhr | Lichtprojektion

Auf die Giebelwand des Stadthauses werden bis zum Morgen des 28. Januar die Namen und Lebensdaten von mehr als 300 ehemaligen Bewohnern Lichtenbergs jüdischen Glaubens projiziert. Das Bezirksamt Lichtenberg erinnert am Tag der Befreiung des KZ Auschwitz im Jahr 1945 an die von den Nationalsozialisten aus Lichtenberg vertriebene und ermordete jüdische Bevölkerung. Die Projektion ist eine Nacht lang weithin sichtbar auf den freien Hausgiebel des Museums in den Stadtraum eingeblendet. Für die Opfer gab es keine Rückkehr. Die Lichtaktion bringt ihre Schicksale im übertragenen Sinn wieder ins Gedächtnis zurück. Es ist ein Appell gegen Gleichgültigkeit und gegen Verdrängung, der sich an alle Generationen, besonders aber an jüngere Menschen wendet. Setzen auch Sie durch Ihre Teilnahme ein Zeichen gegen das Vergessen.
Es spricht Bezirksbürgermeister Michael Grunst, es musiziert Burkhard Schmidt.

Dauerausstellung

In den Zeiten - 700 Jahre Stadtgeschichte Lichtenberg

Dauerausstellung
Bild: Bezirksamt Lichtenberg

In Lichtenberg ist deutsche und Weltgeschichte geschrieben worden. Prägnant symbolisieren die gegensätzlichen gesellschaftspolitischen Systeme des 20. Jahrhunderts die Bezirksgeschichte. Ihr Aufstieg, Verlauf und Untergang lässt sich hier an vielen historischen Hinterlassenschaften dokumentieren. Das reicht vom Ende der Novemberrevolution 1919 an der Frankfurter Allee über die Zerstörung des Revolutionsmonuments von Ludwig Mies van der Rohe in Friedrichsfelde im Nationalsozialismus und das 1945 in Karlshorst besiegelte Ende des Zweiten Weltkrieges bis zur Auflösung des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR infolge der Bürgerproteste im Jahre 1990.

"In den Zeiten" - Dauerausstellung im Museum Lichtenberg
Bild: Bezirksamt Lichtenberg

Die historischen Wurzeln des Bezirk im Berliner Osten lassen sich bis auf die im 13. Jahrhundert geformten Dörfer Lichtenberg und Rosenfelde (Friedrichsfelde) zurückführen. Beide entwickelten sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts zu Vorstädten und Karlshorst wurde neue Wohnstadt. 1908 bildete Lichtenberg einen eigenen Stadtkreis, in dem 1912 auch Boxhagen-Rummelsburg aufging. Auf diesem Fundament entstand 1920 der Bezirk Lichtenberg mit mehreren Stadtteilen. Seine Gebietsgrenzen änderten sich 1938 mit dem Wegfall von Boxhagen und 1979 mit dem Bezirksstatus von Marzahn.

"In den Zeiten" - Dauerausstellung im Museum Lichtenberg
Bild: Bezirksamt Lichtenberg

Seit der Fusion der Berliner Bezirke am 1. Januar 2001 umfasst Lichtenberg auch den 1985 aus Weißensee hervorgegangenen Bezirk Hohenschönhausen. Seine Geschichte nimmt in der Dauerausstellung gleichermaßen einen festen Platz ein. Die Ortsteile Malchow, Wartenberg und Falkenberg haben bis heute Reste ihrer ländlichen Vergangenheit bewahrt. Zu den Zeugnissen aus dieser Zeit zählen landwirtschaftliche Maschinen und Ackergeräte, die sich gegenwärtig als Leihgaben in der Freilandausstellung des Tierhofes Alt-Marzahn unterhalb der Marzahner Mühle befinden.

Sonderausstellungen

„Schießbefehl für Lichtenberg – das gewaltsame Ende der Revolution 1918/19 in Berlin“

Bildvergrößerung: Spuren der am 12. März 1919 beendeten Märzkämpfe an der Kreuzung Frankfurter Allee, Möllendorffstraße
Spuren der am 12. März 1919 beendeten Märzkämpfe an der Kreuzung Frankfurter Allee, Möllendorffstraße
Bild: Archiv Museum Lichtenberg

Ausstellung zu Lichtenberger Märzkämpfen 1919

Fotos, Zeitungs-, Ton- und Filmdokumente sowie Zeitzeugenberichte illustrieren das Geschehen vor 100 Jahren. Texte schildern die Vorgeschichte und Hintergründe.
In Lichtenberg – damals noch vor den Toren Berlins gelegen – wurden die letzten Auseinandersetzungen in der seit November 1918 währenden Revolution ausgetragen. Bis dahin unbekannte Gewalt wurde eingesetzt. Polizeieinrichtungen wurden gestürmt und es kam zu Plünderungen. Regierungsnahe Truppen gingen in Stellung. Mit einem unrechtmäßigen Schießbefehl reagierte Reichswehrminister Gustav Noske auf den vorgeblichen Tod von 60 Beamten im Polizeirevier Alfredstraße. Tatsächlich aber waren sie nach ihrer Entwaffnung freigelassen worden. Lediglich ein Polizist war getötet worden. Daraufhin kam es vor allem in Lichtenberg zu willkürlichen Verhaftungen und Misshandlungen von Revolutionären und unbeteiligten Zivilisten. 13 von ihnen richteten die Noske-Truppen an der Mauer des Gemeindefriedhofes im heutigen Rathauspark hin. Freikorpsverbände setzten sich in Marsch und beschossen Wohnquartiere mit schwerem Gerät. Am 12. März flohen die letzten Aufständischen. Damit war das Ende der Novemberrevolution in Berlin besiegelt. Zwischen März und Juni 1919 ließen in ganz Berlin etwa 1.200 Menschen ihr Leben. Auf Regierungsseite waren es 75. Die Lichtenberger Ereignisse gaben ein Muster ab für das Niederschlagen politisch motivierter Erhebungen in ganz Deutschland.

  • Eröffnung: Samstag, 19. Januar, um 16 Uhr
    Begrüßung: Bezirksbürgermeister Michael Grunst
    Einführung: Dietmar Lange, Kurator
    Musik: Bolschewistische Kurkapelle Schwarz Rot
  • Ausstellung vom 21.01. bis 05.05.2019
  • Veranstaltungen
    Samstag, 26. Januar, 10 Uhr: Busfahrt mit Führungen über Berliner Revolutionsfriedhöfe. Anhand von drei Beerdigungsorten der Revolutionsopfer werden Hintergründe und Verlauf der Revolution von 1918/19 vorgestellt: Friedhof der Märzgefallenen, Zentralfriedhof Friedrichsfelde, Parkfriedhof Marzahn. Ein Projekt im Rahmen des Themenwinters „100 Jahre Revolution, Berlin 1918/19“, Kooperationspartner sind die Kulturprojekte GmbH, die Gedenkstätte Friedrichsfelde und der Friedhof der Märzgefallenen.
    Treffpunkt: Friedhof der Märzgefallenen in Berlin-Friedrichshain, Ernst-Zinna-Weg 1, 10249 Berlin

Zuflucht Hoffnung

Bildvergrößerung: Foto von Giovanni Lo Curto
Flüchtlinge in Griechenland
Bild: Giovanni Lo Curto

Fotografien von Giovanni Lo Curto

Krisen und Kriege vertreiben seit Jahren Menschen aus vielen Ländern außerhalb Europas. Sie erreichen den Kontinent in der Hoffnung auf ein besseres Leben und über oft lebensgefährliche Routen. Doch selten erfüllt das Exil die Hoffnungen. Der Fotograf Giovanni Lo Curto zeigt Aufnahmen, die 2015 in Griechenland entstanden.

  • Eröffnung am 27. Januar 2019 um 17 Uhr mit Bezirksbürgermeister Michael Grunst.
    Die Eröffnung wird von Burkhardt Schmidt musikalisch begleitet.
  • Ausstellung vom 28.01. bis 17.03.2019

Ausgegrenzt – verfolgt – ermordet – Sinti und Roma in Lichtenberg 1933 -1945

Dem Völkermord der Nationalsozialisten fielen viele der in Lichtenberg lebenden Sinti und Roma zum Opfer. Das Zwangslager in Marzahn – damals Ortsteil von Lichtenberg – war der Internierungsort Hunderter in Berlin verhafteter Menschen. Unzählige von ihnen wurden in Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert. Einige wenige überlebten. Stellvertretend für viele Ungenannte werden einige Biografien vorgestellt, die mit historischen Vorgängen im ehemaligen Bezirk Lichtenberg verbunden sind.
Dazu gehört u.a. die Biografie von Otto Rosenberg. Er musste mit seinen Angehörigen ab Juni 1936 im Zwangslager Marzahn leben. Als Minderjähriger wurde er in der Lichtenberger Firma Dannewaldt und Quandt zur Zwangsarbeit herangezogen. Er überlebte mehrere Konzentrationslager. Als Vorstandsmitglied im Zentralrate Deutscher Sinti und Roma und Vorsitzender des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg e.V. setzte er sich in der Nachkriegszeit für die Rechte der Sinti und Roma ein.
Auch über Unku, die Titelheldin des bekannten Kinderbuches „Ede und Unku“ von Alex Wedding, wird berichtet, ebenso über ihre Cousine Kaula, die mit ihrer Familie in der Nachkriegszeit in Lichtenberg lebte.
Vorgestellt wird auch die Rolle der Berliner Polizei, ebenso das Wirken der Rassenhygienischen Forschungsstelle. Mit pseudowissenschaftlichen Begründungen wurden dort die Voraussetzungen für die Selektion und letztlich für die Ermordung von Sinti und Roma geliefert, die hunderttausende Angehörige der europäischen Minderheit an die Orte der Erniedrigung und Ermordung führte.
Die Ausstellung ist das Ergebnis eines Auftrages, den die BVV Lichtenberg dem Bezirksamt 2015 erteilte, um zur Geschichte des Umgangs der Lichtenberger Verwaltung mit der Minderheit der Sinti und Roma im Bezirk zu forschen, und entstand mit freundlicher Unterstützung des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg e. V.

  • Eröffnung am Freitag, 22. Juni 2018, 19 Uhr
  • Grußwort: Petra Rosenberg, Vorsitzende des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg e. V.
  • Einführung: Barbara Danckwortt, Kuratorin
  • Musik: Martin Weiss, Janko Lauenberger
  • Ausstellung vom 23.06. bis 30.12.2018

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Publikationen - Neuerscheinungen

»Die moderne Stadt Berlin-Lichtenberg – ein Architekturführer«

Bildvergrößerung: Buchcover "die moderne Stadt berlin-lichtenberg - ein architekturführer", erschienen im Berlin Story Verlag
Bild: Berlin Story Verlag

Pionierleistungen des Neuen Bauens finden sich in Lichtenberg: der „Sonnenhof“ an der Marie-Curie-Allee, die ersten Häuser in Großtafelbauweise in der Splanemann-Siedlung oder die Max-Taut-Schule, die alle in den 1920er Jahren entstanden. Ebenso die ersten P2-Wohngebäude mit ihren sechs Meter überspannenden Deckenplatten am Fennpfuhl, wo ab 1971 die erste Großsiedlung für 50.000 Menschen entstand. Die Publikation ist Architekturführer und Lesebuch für Laien wie Experten. Sie erläutert die verschiedenen Arten von Gebäuden und beschreibt ausgewählte Objekte. Eine Karte mit Empfehlungen für Spaziergänge, ein Literatur- und Personenverzeichnis vervollständigen den Band. Herausgegeben von Steffen Maria Striezel, Thomas Thiele, Dirk Moldt und dem Museum Lichtenberg 2016, Broschur, 192 Seiten, Abbildungen von Giovanni Lo Curto, 16,95 Euro (ISBN: 978-3-95723-107-9)

Aufs Angenehmste enttäuscht - Aus der Geschichte des Waisenhauses Rummelsburg

Bildvergrößerung: Waisenhaus Rummelsburg, zeitgenoessische Abbildungvon ca 1870
Bild: Museum Lichtenberg (Repro)

1847 fiel die Entscheidung, das chronisch überbelegte Friedrichs-Waisenhaus in der Stralauer Straße vor die Tore der Stadt zu verlegen. 1859 erfolgte schließlich der Umzug auf ein parkähnliches Gelände am Rummelsburger See. Inzwischen erinnern nur noch zwei Gebäude, die Knabenhäuser, an die ehemalige Nutzung des Terrains. Bevor der Friedhof des Waisenhauses an der Lichtenberger Hauptstraße im Jahr 2013 für eine Neubebauung freigegeben wurde, konnten die Gräber archäologisch untersucht werden. Die Funde gewähren neue Einblicke in das Leben städtischer Armut an der Schwelle zum 20. Jahrhundert.
Die Anthropologin Jeanette Wnuk hat dazu eine Publikation verfasst, die das Museum herausgegeben hat. Sie kann dort erworben werden.

"Oskar Ziethen – Stationen eines preußischen Kommunalbeamten"

Bildvergrößerung: Jürgen Hofmann "Oskar Ziethen...", Buchcover
Bild: Museum Lichtenberg

… heißt das Buch des Historikers Jürgen Hofmann. Er hat ein detailliertes Bild des “Stadtvaters” von Lichtenberg gezeichnet. Oskar Ziethen (1858-1932) hatte als Amtsvorsteher und Bürgermeister entscheidenden Anteil an der Entwicklung Lichtenbergs zur Stadt und zum Großstadtbezirk Berlins. Vor 120 Jahren, am 9. September 1896, trat er sein Amt als Gemeindevorsteher Lichtenbergs an.
Herausgegeben vom Museum Lichtenberg 2016, Broschur, 69 Seiten, 5 Euro (ISBN 978-3-00-053843-8)

Inforoute "Platte & Co" im Ortsteil Friedrichsfelde-Süd

Bildvergrößerung: Mittelganghaus Schwarzmeerstraße
Bild: DPFeG

Auf der Route stehen 15 Infotafeln, u.a. zum komplexen Wohnungsbau mit Grünanlagen und Gesellschaftsbauten, zur Bautypologie der „Platte“ mit Beispielen aller Gebäudetypen sowie zur Weiterentwicklung durch die Wohnungswirtschaft und die öffentliche Hand nach 1990. Die Inforoute wurde in Kooperation zwischen dem Bezirksamt und den Wohnungsbaugesellschaften und -genossenschaften entwickelt und durch den Stadtumbau Ost gefördert. Das Vorhaben wird zudem vom Museum Lichtenberg im Stadthaus, dem Kompetenzzentrum Großsiedlungen e.V. und engagierten Bürgern vor Ort unterstützt. Flyer | http://inforoute.gross-siedlungen.de

Museumspädagogik

Museumspädagogik
Bild: Museum Lichtenberg

Museumspädagogisches Angebot für Schulen
Das Museum bietet museumspädagogische Projekte für Schulen an, begleitet Projekte von Schülergruppen und berät Jugendliche, Lehrerinnen und Lehrer sowie geschichtsinteressierte Bürger.

Erinnern und Gedenken

Stolpersteine in Lichtenberg

Die kleinen, in das Pflaster vor den ehemaligen Wohnhäusern der Opfer des Nationalsozialismus eingelassenen Denkmale erinnern an die Menschen, die verfolgt, in Konzentrationslager deportiert und ermordet wurden, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Lichtenberger Stolpersteine

Fonds für Erinnerungskultur

Der Lichtenberger Fonds für Erinnerungskultur, entstanden auf der Grundlage eines Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung, finanziert mit einer jährlichen Summe von 10.000 Euro ein langfristig angelegtes Gedenktafelprogramm. Eine durch den Kulturausschuss eingesetzte Arbeitsgruppe mit Vertretern aus Forschung, politischer Bildung, Berliner Gedenkstätten und der Bezirksverwaltung sowie sachkundigen Einwohnern erarbeitet die Planung und organisiert die Realisierung. 15 Gedenktafeln wurden seit 2008 der Öffentlichkeit übergeben.

Die durch den Fonds finanzierten Gedenktafeln erweitern das im Bezirk Lichtenberg tradierte Erinnerungsbild, zu dem viele Tafeln aus dem Zeitraum vor 1989 zählen. Diese werden als Bestandteil und Zeugnis des Geschichtsbewusstseins bewahrt und bei Verlust oder Beschädigung durch Repliken ersetzt.
Gegenwärtig existieren in Lichtenberg weit über 100 bekannte Gedenktafeln.

Erinnerungsstele an das Arztehepaar Hildegard und Erwin Marcusson

Ausschnitt aus der Einladungskarte
Bild: Museum Lichtenberg

Mit einer Stele wird an das von den Nationalsozialisten verfolgte Arztehepaar Hildegard und Erwin Marcusson erinnert. Die Errichtung der Stele wurde von der Bezirksverordnetenversammlung Lichtenberg beschlossen und aus dem Lichtenberger Fonds für Erinnerungskultur finanziert. Sie wurde von der Designerin Helga Lieser gestaltet.
Das Arztehepaar (Hildegard Marcusson, geb. Zehden, *14.1.1910 Berlin +21.8.1992 Berlin, Erwin Marcusson, *11.6.1899 Berlin +29.1.1976 Berlin) entstammte jüdischen Familien und fand früh zur kommunistischen Bewegung. Vom Nationalsozialismus in die UdSSR vertrieben, wurde es dort Opfer stalinistischer Verfolgung. Erwin Marcusson wurde aus der KPD ausgeschlossen, seine Frau wegen falscher Anschuldigungen verhaftet. Beide wurden 1940 aus der Sowjetunion ausgewiesen, erhielten jedoch einen geduldeten Aufenthalt in Kasachstan. 1947 siedelten die Marcussons in die sowjetische Besatzungszone Deutschlands über. Dort beteiligten sich beide in verantwortlichen Positionen am Aufbau des Betriebsgesundheitswesens und der ärztlichen Fortbildung im Osten Deutschlands und in der DDR. Ab 1959 wohnten sie in der Gundelfinger Straße 27 im Bezirk Lichtenberg. Die Stele wird am Montag, 20. August, um 16.30 Uhr von Lichtenbergs Bezirksbürgermeister Michael Grunst feierlich eingeweiht. Die Einladungskarte als
Die Tafel befindet sich in der Gundelfinger Straße 27, 10318 Berlin

Gedenktafel Erlöserkirche

Szene aus den 1980er Jahren vor der Erlöserkirche in Rummelsburg
Szene aus den 1980er Jahren vor der Erlöserkirche in Rummelsburg
Bild: Evangelisches Landeskirchliches Archiv Berlin

Mit einer Erinnerungsstele vor der Erlöserkirche wird an den historischen Ort des Widerstandes gegen die SED-Herrschaft erinnert. Die zwei Meter hohe stählerne Stele wurde von der Designerin Helga Lieser entworfen. Der Text wurde von der vom Kulturausschuss der BVV eingesetzten Gedenktafelkommission erarbeitet und von der Bezirksverordnetenversammlung Lichtenberg beschlossen. Die Stele wird aus dem Lichtenberger Fonds für Erinnerungskultur finanziert. Einladungskarte als
Die Tafel befindet sich in der Nöldnerstraße 43, 10317 Berlin

Erinnerung an das ehemalige Stadion Lichtenberg

Bildvergrößerung: Eingang des Stadions Lichtenberg, Foto von 1937
Eingang des Stadions Lichtenberg, Foto von 1937
Bild: Landesarchiv Berlin

und die ersten Fußballspiele nach dem 2. Weltkrieg am am 20. Mai 1945. Schon 2015, zum 70. Jahrestag des Weltkriegsendes wurde auf die ersten Fußballspiele nach 1945 aufmerksam gemacht. Zu einem Gedenkspiel trafen sich die Mannschaften von SV BVB Lichtenberg 49 und SV Lichtenberg 47 im BVG-Stadion an der Siegfriedstraße. Die bei diesem Spiel gesammelten Spenden wurden gemeinsam mit Mitteln aus dem Lichtenberger Fonds für Erinnerungskultur für eine Erinnerungstafel verwendet.
Die Tafel befindet sich am Eingang zum Landschaftspark Herzberge an der Herzbergstraße 81. Pressemitteilung und Tafeltext

Übersicht über die aus dem Fonds für Erinnerungskultur finanzierten Gedenkorte

  • Gedenktafel für Paul Schmidt, Bürgerschloss Hohenschönhausen, Hauptstraße 44, 13055 Berlin. Die Tafel wurde anlässlich der Eröffnung des “Daimon-Museums” im Bürgerschloss am 13.07.2016 eingeweiht.
  • Gedenktafel für Ilse und Frieda Stöbe und Kurt Müller, Frankfurter Allee 233, 10365 Berlin (Fußgängerzugang zum Sana-Klinikum Berlin-Lichtenberg) (eingeweiht am 12.11.2015) | Link
  • Gedenkort für Arbeitshäuser und Haftanstalt Rummelsburg, Hauptstraße 8, 10317 Berlin (eingeweiht im Januar 2015) | Link
  • Gedenkort für die Waisenhausbewohner vom ehemaligen Friedhof an der Hauptstraße 8 in Rummelsburg auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde, Gurdunstraße, 10365 Berlin (eingeweiht im November 2014)
  • Gedenktafel für Ernst Torgler, Liepnitzstraße 46, 10318 Berlin (eingeweiht im November 2014) Link
  • Gedenktafel für Dr. Friedrich Jacobs, Sana Klinikum Lichtenberg, Fanningerstraße 32, 10365 Berlin (eingeweiht im Oktober 2014) Link
  • Erinnerungstafel Mühlengrund, Rüdickenstraße am Zugang zum Mühlengrund, 13053 Berlin (eingeweiht im April 2014) Link
  • Gedenktafel für Marie Elisabeth von Humboldt, Friedhof Falkenberg, Dorfstr. 39, 13057 Berlin (eingeweiht im Oktober 2013) Link
  • Gedenktafel für Erich Ollenhauer, Trautenauer Straße 6, 10318 Berlin (eingeweiht im Dezember 2013)
  • Gedenkstele für Käthe und Felix Tucholla, Kaskelstraße 41, 10317 Berlin (eingeweiht im September 2013) Link
  • Gedenkort für verfolgte Lichtenberger Kommunalpolitiker, Rathaus Lichtenberg, Möllendorffstraße 6, 10365 Berlin (eingeweiht im März 2013)
  • Gedenkort für Ida Jauch, Emma Harndt, Maria Schönebeck und Hans Rosenthal , Bernhardt-Bästlein-Straße 22, 10367 Berlin / Vorplatz zur Grundschule am Roederplatz (eingeweiht im September 2011) Link
  • Gedenktafel für Margarete Steffin, Geusenstraße 12, 10317 Berlin (eingeweiht im Juni 2011) Link
  • Gedenkort für die Mitstreiter der Roten Kapelle, Stadtplatz Frankfurter Allee Süd,Schulze-Boysen-Straße (eingeweiht im Mai 2011) Link
  • Gedenkstele für den Rummelsburger Arbeiterwiderstand, Nöldnerplatz, 10317 Berlin (eingeweiht im Mai 2010)
  • Gedenkstele für die Opfer der NS-Zwangsarbeit, Fennpfuhl-Park Nähe Paul-Junius-Straße 75, 10369 Berlin (eingeweiht im Januar 2009)
  • Gedenktafeln für die von der Wehrmacht 1945 zerstörten Kirchen in Falkenberg und Malchow , Falkenberg, Dorfstraße 39, 13057 Berlin und Malchow, Dorfstraße 39, 13059 Berlin (eingeweiht im Dezember 2008) Link

Geschichte des Museums

Museum Lichtenberg
Bild: Bezirksamt Lichtenberg

Die Einrichtung wurde 1978 als Chronik gegründet und nachfolgend sukzessive zum Museum entwickelt. Der mehrfache Standortwechsel, der Abriss eines für die Museumsnutzung vorgesehenen Gutshauses 1984 und das Scheitern der Übernahme einer Karlshorster Villa 1992 (Restitutionsansprüche) begleiteten den Museumsaufbau. 1993/94 wurde als Übergangslösung eine Etage in einem Mietshaus der dreißiger Jahre in der Parkaue 4 saniert und umgebaut. Nach der fusionsbedingten Schließung des Heimatmuseums Hohenschönhausen ging das regionale Kulturgut von Hohenschönhausen in den Fundus des Lichtenberger Museums über. Seit Oktober 2006 ist das Museum im sanierten Stadthaus in der Türrschmidtstraße beheimatet und befindet sich damit am historischen Ort des früheren Rathauses von Rummelsburg und außerdem im Gründerzeitkiez und ehemaligen Arbeiterviertel “Victoriastadt”.
Durch Schenkungen, Leihgaben, Ankäufe und Übernahme von privaten Nachlässen sowie durch eigene Forschungen kann das Museum auf umfangreiche Sammlungen und Bestände zur Bezirks- und Ortsteilgeschichte zurückgreifen, die hier gesichert, bewahrt, verwaltet und in Ausstellungen der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Förderkreis Museum Lichtenberg im Stadthaus e.V.

Der Förderkreis Museum Lichtenberg im Stadthaus e.V. hat seinen Sitz im Stadthaus und unterstützt seit 1993 die Arbeit des Museums durch ein reges ehrenamtliches Engagement.

  • Marianne Nedwed (Vorsitzende)
    zu erreichen über
    Museum Lichtenberg im Stadthaus
    Türrschmidtstraße 24
    10317 Berlin
    Dr. Thomas Thiele (Leiter des Museums)
    Telefon: 030 57 79 73 88-12
    Internet: Förderkreis Museum Lichtenberg im Stadthaus e.V.