Gremien & Arbeitsgruppen

In den Gremien treffen sich regelmäßig viele verschiedene bezirkliche und überbezirkliche Akteure, um entlang der geplanten Lichtenberger Armutspräventionsstrategie intern abgestimmte Ziele im Kontext der verkündeten Zielematrix der Landeskommission zur Prävention von Kinder- und Familienarmut zu diskutieren, zu planen und umzusetzen.
Hierbei wird unterschieden, dass die Besetzung der Gremien von ihrer Ausrichtung abhängt, entweder strategisch oder operativ.

Ziele bezirklicher Prävention gegen Kinderarmut

Ziel ist der Aufbau einer kindbezogenen Armutspräventionsstruktur nach dem Modell der bezirklichen Präventionskette. Der Auf- und Ausbau einer konkreten auf eine 0 – 18 Jahre angelegte Strukturplanung im Sinne eines kindbezogenen integrierten Handlungsansatzes wird breit angelegt. Dies betrifft die Bereiche soziale Teilhabe, Bildung, Gesundheit und existenzielle Versorgung. Die Präventionskette bedeutet öffentliche Verantwortung, armutssensibles Handeln und verständigende Zusammenarbeit der beteiligten sozialen Instanzen bei den Übergängen Krippe, Kita, Grundschule, weiterführende Schule und Berufsausbildung. Für ein gemeinsames Verständnis wurden grundlegende Leitbilder und daraus folgend entsprechende Arbeitsgruppen abgestimmt:

Aufbau Kinderarmutsprävention Lichtenberg.png

Struktureller Rahmen für die Entwicklung von Inhalten

Aufbau der Lichtenberger Kinderarmutspräventionsstrategie

Lichtenberger Leitbilder / Arbeitsgruppen

  • Armut und soziale Teilhabe
    Armutsgefährdete Kinder und Jugendliche erhalten die Möglichkeit, entsprechend ihrer Interessen und Talente an gesellschaftlichen (und kulturellen) Angeboten teilnehmen zu können. Kinder und Jugendliche werden in allen sie betreffenden Angelegenheiten altersgerecht informiert und beteiligt, um ihr Selbstwirksamkeitsgefühl zu stärken.
  • Armut und Bildung
    Armutsgefährdete Kinder und Jugendliche erhalten von Anfang an Zugang und Unterstützung auf ihrem für sie bestmöglichen Bildungsweg, um Perspektiven entwickeln zu können.
  • Armut und Gesundheit
    Armutsgefährdete Kinder und Jugendliche erhalten die für sie notwendige Unterstützung, um sich unter Berücksichtigung ihrer speziellen Bedürfnislage körperlich und seelisch gesund entwickeln zu können.
  • Armut und existenzielle Versorgung
    Armutsgefährdete Kinder und Jugendliche erhalten eine besondere Aufmerksamkeit. Bereits stark von Armut betroffene Familien erhalten viel Unterstützung.
  • Bildungs- und Teilhabepaket (UAG)
    Im Bildungs- und Teilhabepaket geht es darum, Zugangshemmnisse zu reduzieren und den Zugang zu Bildung und Teilhabe schneller und unkomplizierter zu gestallten. Ziel ist ein Reformvorstoß aus Lichtenberg für ein Online- Buchungssystem mit einer zentralen Datenbank, welches leistungsberechtigte Kinder und Jugendlichen ein einheitliches und unbürokratisches Abrechnungssystem ermöglicht.
  • AG Familiengrundschulzentrum
    Ein Zukunftsthema ist der Ansatz der Familienzentren an Grundschulen. Er ist deshalb so interessant wie notwendig, weil er als klassischer Setting-Ansatz aus dem Blickwinkel der Bildungsgerechtigkeit und der Sozialraumorientierung angesehen wird. Der Ansatz ist eine strukturelle Angebotsergänzung im Aufbau von Übergängen Kita-Schule gesehen.
    Denn Familiengrundschulzentren sind eine Investition in Bildung und erhöhen damit die Chance auf gesellschaftliche Teilhabe unabhängig von der sozialen Herkunft und sie leisten einen langfristigen Beitrag zur Armutsprävention und zur Bildungsgerechtigkeit
  • AG Zahngesundheit
    Themenbaustein der AG ist das landesweite Gesundheitsziel zur Verbesserung der Zahn- und Mundgesundheit bei Kleinkindern. Hier gibt es starke Korrelationen zwischen der Gesundheit und sozialen Lage und offensichtliche strukturelle Angebotslücken im Präventionsbereich der Kitas, die problem- und lösungsorientiert aufgegriffen werden sollten. Im letzten Lichtenberger Bericht zur Zahngesundheit (2018) wurden alle Daten des Zahnärztlichen Dienstes ausgewertet.Von Interesse sind insbesondere der Mund- und Zahnstatus der Kinder von 0-6.
  • AG Planungsvernetzung
    Die AG Planungsvernetzung wird als Schnittstelle gesehen in der Strategie der Kinderarmutsprävention: Gesundheit, Jugend, Soziales, Stadt, Wirtschaft, Umwelt/Wohnen. Ziel ist es, ein standardisiertes gemeinsames Monitoringkonzept für den Bezirk aufzubauen.
    Für alle Wirkungsprozesse der Schulfähigkeit, der Übergangsgestaltung, der Bildungs- und Freizeitgestaltung, Förderung der Attraktivität der Quartiere werden zukünftig mittels Indikatoren in ein Monitoringkonzept überführt, um konkrete Aussagen zur Wirkung und zum Budget zu treffen.

Coaching für Arbeitsgruppen

Coaching für Arbeitsgruppen

„MitWirkung – Perspektiven für Familien“ ist ein Projekt von Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V., Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung, unterstützt alle Arbeitsgruppen im Rahmen eines Tagesworkshops ihre ausgearbeitete Themenbausteine wirkungsorientiert zu gestalten. Die Sicht von armutsbetroffenen Kindern und ihren Familien steht hier im Fokus.

Der erster Meilenstein ist schon erreicht: ein wirkungsorientiertes Konzept zur Einführung von Schulgesundheitsfachkräfte in der Arbeitsgruppe „Armut und Gesundheit“. Die AG beschäftigt in diesem Jahr mit der Etablierung von drei Schulgesundheitsfachkräften (SGFK), der besonderen Vertrauensperson für Schüler: innen in allen gesundheitlichen Angelegenheiten, hier besonders vor dem Hintergrund für Kinder von prekären und benachteiligten Lebenslagen.

https://mitwirkung-berlin.de/