Spandauer des Monats

Spandaus Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank ruft alle Spandauerinnen und Spandauer auf, Vorschläge für die monatlich stattfindende Auszeichnung des „SPANDAUER DES MONATS“ zu unterbreiten.

Mit dieser Aktion sollen Spandauerinnen und Spandauer öffentlich geehrt werden, die sich in besonderem Maße für die Havel- und Zitadellenstadt Spandau eingesetzt haben. Die vorgeschlagene Person soll sich dadurch auszeichnen, dass sie sich entweder im sozialen, wirtschaftlichen, religiösen, kulturellen, sportlichen oder gesellschaftspolitischen Bereich freiwillig und ehrenamtlich engagiert, sich seit Jahren innerhalb eines Vereins, einer Organisation, in der Schule, dem Kindergarten oder einer anderen Einrichtung besonders hervorgehoben oder sich zum Beispiel in einer Gefahren- bzw. Rettungssituation vorbildlich verhalten hat. Ein monatlicher Bezug, z.B. bei entsprechenden Geburtstagen oder Jubiläen, wäre wünschenswert. Weiter können Spandauer Personen vorgeschlagen werden, die im Rahmen von überregionalen Wettkämpfen oder Wettbewerben herausragende Leistungen vollbracht bzw. Ergebnisse erzielt haben.

Die Vorschläge entsprechend den vorgenannten Kriterien zur Auswahl für die Ehrungen bitte im Büro des Bezirksbürgermeisters (Kontaktangaben siehe oben rechts) schriftlich einreichen. Die Vorschläge sind kurz zu begründen. Nicht akzeptiert werden Eigenvorschläge von Personen, Gruppen oder Initiativen.

Die Auswahl zum „SPANDAUER DES MONATS“ wird von Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank getroffen. Die Person wird dann von ihm öffentlich mit einer Urkunde ausgezeichnet. Das Spandauer Volksblatt berichtet exklusiv über die Ehrung in einer seiner Ausgaben.

Ehrungen aus dem Jahr 2016

November 2016

Bildvergrößerung: Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank und Klaus Vogel
Bild: Bezirksamt Spandau

Klaus Vogel als “Spandauer des Monats” ausgezeichnet

Der Kladower Neubürger (seit 2013) und Kapitän Klaus Vogel hat ein interessantes und vielseitiges Berufsleben vorzuweisen.

Er war bereits in seiner Jugend auf dem Meer unterwegs und brachte es im Laufe der Jahre zum Kapitän. Auch wenn einer an Bord das Sagen haben muss, gilt für Klaus Vogel: „Wir sitzen alle im gleichen Boot“. Wenn man mit ihm spricht wird schnell klar, dass das sein Lebensmotto ist. Gemeinsam kann man Vieles bewegen und – man darf Niemanden zurücklassen.

Der Familie zuliebe setzte er die Seefahrt nach der Geburt des ersten Kindes aus. Mit seiner Frau Karin hat er vier erwachsene Kinder: Lena (33), Max (31), Lukas (28) und Pia (24). Er studierte Geschichte, wurde Wissenschaftler und Historiker. Er lernte während seiner Tätigkeiten viele Länder und Kulturen kennen, mithin eben auch die Menschen. „Sicher gibt es verschiedene Traditionen und Lebensweisen, aber im Prinzip sind wir Menschen alle gleich“.

Nach Jahren als Historiker zog es Klaus Vogel wieder auf See.

Während seiner Tätigkeit auf großen Containerschiffen bekam er die Folgen der Flüchtlingskrise, vor allem die Not der Menschen, die über den Seeweg versuchen nach Europa zu kommen, hautnah mit. Noch weitere Menschen sterben zu lassen, kam für ihn nicht in Frage. Er wollte und musste etwas tun. So gründete er im Mai 2015 mit Freunden und Unterstützern aus mehreren europäischen Ländern in Berlin die zivilgesellschaftliche Organisation SOS MEDITERRANEE, um Männer, Frauen und Kinder aus Seenot im Mittelmeer zu retten.

SOS MEDITERRANEE ist eine humanitäre Organisation, die sich der Achtung der Menschenwürde verpflichtet, unparteilich und an keine Konfession gebunden ist.

Zu diesem Zweck wurde die Aquarius, ein 77 Meter langes ehemaliges Fischerei-Schutzboot, mit einer Stammbesatzung gechartert und mit einem Rettungsteam (SAR-Team) und einem medizinischen Team besetzt. Seit Einsatzbeginn Ende Februar 2016 konnten in 9 Monaten bereits über 5200 Menschen gerettet werden.

SOS MEDITERRANEE wird von der Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ unterstützt, die das medizinische Team an Bord stellt und die Notversorgung der Geretteten sicherstellt.

Für diese Tätigkeit, mit der er sich voll und ganz den geflüchteten Menschen und ihrer Rettung widmet, hat Klaus Vogel seine sichere Arbeit auf einem großen Containerschiff der Reederei Hapag-Lloyd auf Eis gelegt.

Er hat im Gespräch mit den Geflüchteten auf dem Rettungsschiff viele Geschichten und Schicksale kennengelernt. Wenn man ihre erschütternden Schicksale erfährt, versteht man die Menschen besser und kann nachvollziehen, warum diese Menschen alles zurückgelassen haben und aus ihrer Heimat durch die Sahara nach Libyen und über das Mittelmeer geflüchtet sind.

Solange Menschen auf dem Mittelmeer sterben will Klaus Vogel versuchen dies mit seiner Organisation SOS MEDITERRANEE zu verhindern. Da der Unterhalt des Schiffes samt Mannschaft und Hilfsangeboten sehr viel finanziellen Aufwand bedeutet freut er sich über jede Spende die das Weiterarbeiten ermöglicht. Auf diese Weise leistet jeder Unterstützer einen Beitrag zur Linderung der Flüchtlingskrise und zur rettung von Menschenleben im Mittelmeer.

Ehrungen aus dem Jahr 2015

März 2015

Bildvergrößerung: Jasmin Siebens - Spandauerin des Monats im März 2015
Jasmin Siebens und Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank
Bild: Bezirksamt Spandau

Unterstützern der Flüchtlinge eine Stimme gegeben

Jasmin Siebens als „Spandauerin des Monats“ ausgezeichnet

Kladow. Bei einem Festakt im „Familienforum Havelhöhe“ am Kladower Damm 221 zeichnete Bürgermeister Helmut Kleebank (SPD) am 12. März Waldorferzieherin Jasmin Siebens mit dem Ehrentitel des Bezirks „Spandauerin des Monats“ aus. Stellvertretend für viele Helfer würdigte Kleebank damit das soziale Engagement der 36-jährigen Kladowerin für die Erstaufnahme-Einrichtung für Flüchtlinge „Refugium an der Havel“ der Arbeiterwohlfahrt am Waldschluchtpfad 23.

Als Mitarbeiterin des Familienforums hatte Frau Siebens in der Adventszeit 2014 gemeinsam mit Christine Arlt und vielen Helfern im Rahmen der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ innerhalb drei Wochen rund 500 Pakete für die Kinder der Erstaufnahme-Einrichtung gesammelt. „Ich war bei der Weihnachtsfeier dabei und überwältigt von der Freude der Kinder beim Auspacken der Geschenke“, sagte Kleebank. Im Gegensatz zu wenigen Anwohnern, die sich bei ihm über Probleme mit der Einrichtung beschwerten, wolle er mit der Auszeichnung auch die vielfältige Unterstützung hunderter Nachbarn für die Flüchtlinge hervorheben.
Eher schüchtern bedankte sich Jasmin Siebens für die Ehrung. „Weil diejenigen, die dafür sind, immer leiser sind, wollte ich ihnen mit der Aktion eine Stimme geben“, sagte sie. Denn die Flüchtlinge, die oft in einem Netz von Unzuständigkeiten gefangen seien, hätten den Schutz der Nachbarn verdient. Daher habe sie auch eine Bürgerinitiative gegründet, die jetzt Unterschriften für den Erhalt der Erstaufnahme in Hohengatow sammeln werde.
Diese wurde im Oktober 2013 im einstigen Seniorenheim für bis zu 550 Bewohner eingerichtet. Im Namen seiner 35 Mitarbeiter bedankte sich Piotr Skrzedziejewski, Leiter des „Refugiums an der Havel“, für die auch weiterhin andauernde Hilfe des seit 14 Jahren bestehenden „Familienforums Havelhöhe“. Für die Weihnachtsaktion hatten Frau Siebens vielfältige Unterstützung durch das Gemeinschaftskrankenhaus und die Waldorf-Schule Havelhöhe sowie zahlreiche private Spender erhalten. Beispielhaft erwähnte Jasmin Siebens als Spenderin die Kladowerin Erika Schmidt. Sie hatte zahlreiche Pakete mit Waren ihres einstigen Großhandels für Spielwaren gefüllt.
Bei so viel Engagement der Nachbarn für die Flüchtlinge wollte auch Jan Hambura nicht auf einen besonderen Dank an Frau Siebens und ihre zahlreichen Unterstützer verzichten. Als Leiter der Geschäftsstelle des „Beirats für Zusammenhalt“ überreichte er einen Blumenstrauß. „Mit ihrer Hilfe sind alle Beteiligten das Beispiel für den Zusammenhang der Gesellschaft, den sich der Beirat vorstellt“, sagte Hambura.

(Text: Spandauer Volksblatt / Michael Uhde)